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Morning Briefing Tom Enders' Warnung

1 Kommentar

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Manager, die öffentlich Klartext sprechen, sind selten. Airbus-Chef Tom Enders gehört zu dieser Spezies. Der Brexit drohe, ein Jahrhundert der Entwicklung auf der Grundlage von Bildung, Forschung und Humankapital zu zerstören, teilte er gestern in einer Videonachricht mit. „Bitte hört nicht auf den Wahnsinn der Brexiter, die behaupten, dass wir, weil wir hier riesige Fabriken haben, uns nicht bewegen werden und immer hier sein werden.“ Enders' Botschaft ist keine Drohung, aber ein Weckruf. Hoffentlich findet sie Gehör.  

Befürchtungen über ein Nachlassen der deutschen Konjunktur gab es schon lange. Jetzt hat die Bundesregierung den Abschwung vermessen: Im neuen Jahreswirtschaftsbericht erwartet die Bundesregierung nur noch ein Wachstum von 1,0 Prozent für 2019. Vor wenigen Monaten war sie noch von 1,8 Prozent ausgegangen. Europas Wachstumsmotor fährt noch, aber er stottert. Es besteht deshalb kein Grund zur Panik, aber zu erhöhter Wachsamkeit. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton kommt einem in den Sinn: „It’s the economy, stupid.“

Quelle: dpa
Die EZB belässt die Leitzinsen vorsorglich weiter bei null Prozent.

Die wachsenden Konjunktur-Risiken für die Eurozone quälen auch die Europäische Zentralbank. Die Notenbank hat die Leitzinsen deshalb auf ihrer Sitzung am Donnerstag vorsorglich bei null Prozent belassen. Eine Rückkehr zur normalen Geldpolitik in diesem Jahr wird damit immer unwahrscheinlicher. Mario Draghi hat gute Chancen, als der EZB-Präsident in die Geschichtsbücher einzugehen, der in seiner achtjährigen Amtszeit nicht die Zinsen erhöht hat. Europas Sparer könnten auf diese Premiere gut und gerne verzichten.

Die Kehrseite der Nullzinspolitik lässt sich auf dem Immobilienmarkt beobachten. Mieten und Kaufpreise steigen weiter und weiter. Die Mietpreisbremse hat den Anstieg der Mieten in den vergangenen Jahren nur minimal aufhalten können. Justizministerin Katarina Barley (SPD) will dennoch an dem umstrittenen Instrument festhalten und es verschärfen. Ratsamer wäre die Lektüre von Bertolt Brecht: „Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“

„Zwei Drittel der Gesellschaft haben Angst, ihren Arbeitsplatz an einen Roboter zu verlieren“, mahnte SAP-Chef Bill McDermott auf dem World Economic Forum in Davos. Wie der SAP-Boss forderten auch andere Manager mehr Engagement bei der Weiterbildung von Mitarbeitern, um Abstiegsängste zu bekämpfen. Weiterbildung muss zum Inbegriff guter Unternehmensführung werden – schon aus gesellschaftlicher Verantwortung. Denn eine Angstgesellschaft wählt Populisten an die Macht.

Quelle: Wieslaw Smetek
Deutschland braucht eine starke Großbank, nicht zwei schwache.

Schwacher Aktienkurs, verunsicherte Kunden, magerer Gewinn: Die Deutsche Bank hat auch unter dem neuen Vorstandschef Christian Sewing noch nicht zur alten Stärke zurückgefunden. Ein Zusammenschluss mit der Commerzbank rückt deshalb immer stärker in den Fokus. Die aktuelle Titelgeschichte „Frankfurter Planspiele“ beschreibt die Hintergründe der Fusionsgerüchte. Das Ziel ist klar: Deutschland braucht eine starke Großbank, nicht zwei schwache.

Anders als die Deutsche Bank zählen Deutschlands Handballer zur Weltspitze. Mit einem Sieg heute Abend gegen Norwegen könnte das Team von Trainer Christian Prokop am Sonntag um den Weltmeistertitel spielen. Die Chancen stehen nicht schlecht. Deutschland ist bereit für ein Wintermärchen

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur


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1 Kommentar zu "Morning Briefing: Tom Enders' Warnung "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die "Warnung" des Herrn Enders wird wird im UK teilweise etwas anders gesehen.
    Naemlich als erpresserische Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes.
    Das Resultat koennte sein, dass die Arbeiter von Airbus kurzfristig einen Warnstreik veranstalten,
    bevor sie Arbeit ganz einstellen.
    So wird gelegendlich gemunkelt, da dies nicht die erste Drohung seitens des Herrn Enders in dieser
    Sache ist.
    Sowas wuerde die Produktionskette ette wirklich nachhaltig unterbrechen.