Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Morning Briefing Trump beschließt Säuberung

Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,


zu den vielen Minusrekordwerten, die Donald Trump sammelt wie andere Plastikmüll, zählt die Tatsache, dass seit Amtsbeginn vor 27 Monaten rund 30 hochrangige Mitglieder seine US-Regierung verlassen haben. Jede Kirmesbude wird besser geführt. Nun macht der Präsident im Heimatschutz Tabula rasa, offenbar weil nicht genug gegen Immigranten geschieht. Erst musste Homeland-Security-Ministerin Kirstjen Nielsen gehen, Stunden später erwischte es Randolph Alles, den Direktor des Secret Service. Ein Geheimagent namens James Murray übernimmt. Es sieht ganz nach einer Säuberungsaktion aus, wie wir sie früher von Staaten des Warschauer Pakts oder aus Bond-Filmen kannten.

Quelle: dpa
Großbritanniens Premierministerin Theresa May und Bundeskanzlerin Angela Merkel

Offiziell wird es in Großbritannien, dem ewigen EU-Abschiedsland, nach dem Brexit-Unfall von 2016 kein zweites Referendum geben. Und doch zeichnet sich eine Art Ersatz-Referendum ab – die Europawahl Ende Mai. An ihr nehmen die Briten mit immer größerer Wahrscheinlichkeit teil, da Premierministerin Theresa May jetzt bis Juni Zeit für den EU-Austritt braucht. Heute erklärt sie Angela Merkel in Berlin und dem zusehends genervten Emmanuel Macron in Paris die Lage und warum das Oberhaus dem Parlament mehr Kontrolle über den Brexit-Prozess zuspricht. Über die neue Wirrnis reden alle 28 EU-Staaten am Mittwoch bei einem Notgipfel.

Der Arbeiterpartei und ihren Vorgängern gehört die Geschichte des Landes Israel, die Gegenwart gehört ihr nicht. Dort haben bei der heutigen Parlamentswahl der Likud-Block um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und das Bündnis Blau-Weiß von Benny Gantz beste Chancen – in Verbindung mit jeweiligen Koalitionspartnern. Der Amtsinhaber wirbt mit mehr Härte gegenüber den Palästinensern, der andere ist sein ehemaliger Generalstabschef, der die Sprache der Militärs kennt, aber liberalere Töne bietet. Hauptunterschied: Der Herausforderer steht, anders als „König Bibi“, nicht unter Korruptionsverdacht. Männer wie Netanjahu verstehen den Machtpolitiker Joseph Fouché: „Wenn es heißt, ein Mensch sei unbestechlich, frage ich mich unwillkürlich, ob man ihm genug geboten hat.“

Algorithmen sind eine feine Sache, aber irgendwann braucht jedes Geschäft ein paar Menschen. Das lernt nun die Smartphone-Bank N26. Sowohl Kunden als auch andere Geldhäuser klagen, in kritischen Momenten sei das mit 2,3 Milliarden Euro bewertete Start-up unerreichbar gewesen. Zudem hat die Bafin nach unseren Informationen per Sonderprüfung weitreichende Mängel festgestellt. Bankchef Valentin Stalf erklärt, man hätte schon früher mehr Leute einstellen sollen, habe inzwischen aber bei der Erreichbarkeit ein „gutes Niveau“ erreicht. Vertrauen ist auch hier der Anfang von allem.

Quelle: Reuters
Bayer streicht 4500 Stellen in Deutschland.

Ein Abonnement auf schlechte Zeitungsschlagzeilen scheint der Chemiekonzern Bayer zu haben. Nach den Monsanto-Kalamitäten kommen unliebsame News aus der Arbeitswelt: Im Rahmen des avisierten Wegfalls von weltweit 12.000 Jobs entfallen 4500 Stellenkürzungen auf Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen werden bis 2025 ausgeschlossen, das ergab eine Einigung mit dem Betriebsrat. Heute will der Vorstand die Mitarbeiter per Brief über den Abbau unterrichten. Bayer publiziert auch mehr als 100 Studien zur Sicherheit des Monsanto-Pflanzengifts Glyphosat.

Anfang des Jahrtausends war Christine Licci ein Star der Finanzszene: Mit 37 wurde sie Chefin der Citibank Privatkunden AG in Deutschland. Später verläpperte ihre Karriere ein wenig, zwischendurch war Licci sogar Kunsthändlerin, ehe sie 2011 zur UBS stieß – wo sie heute die Vermögensverwaltung in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika steuert. Nun steht die Managerin, die nach neuer Heirat Novakovic heißt, nach einem knallharten Machtkampf offenbar davor, zusätzlich auch die Leitung der UBS Europe SE in Frankfurt zu übernehmen. Amtsinhaber Thomas Rodermann scheidet aus, wie wir herausgefunden haben.

Ein geopolitisches Reizthema ist China. Kein Tag vergeht ohne neue Diskussionen über den Kapitalismus à la Peking, zu dem der geplante Aufstieg zum Autoprimusland dank E-Mobilität gehört. Darüber rede ich heute Abend im Münchener Literaturhaus mit BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter kurz vor der Shanghai Motor Show sowie mit unserem langjährigen China-Korrespondenten Stephan Scheuer, der ein erhellendes Buch („Der Masterplan“) zu den Digitalanstrengungen des Landes geschrieben hat. Wir sind ausgebucht, aber zwei Karten konnte ich ([email protected]) zurücklegen. Das Los entscheidet.

Und dann ist da noch US-Schauspielerin Felicity Huffman („Desperate Housewives“), die es offenbar allzu dreist mit der Förderung ihrer Kinder hielt. Zusammen mit zwölf anderen Eltern bekannte sich der Hollywood-Star nun schuldig, Bestechungsgelder gezahlt zu haben, damit die Youngsters bessere Noten bekamen. Huffman allein zahlte 15.000 Dollar, dafür wurden die Antworten ihrer Tochter in einer Aufnahmeprüfung nachgebessert. Huffman, der eine Haftstrafe droht, spürt „tiefes Bedauern und Scham“ und sagt: „Ich akzeptiere meine Schuld vollkommen.“

Ich wünsche Ihnen einen Tag ohne Schuld und Sühne.

Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

Morning Briefing: Alexa
Startseite

0 Kommentare zu "Morning Briefing: Trump beschließt Säuberung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.