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Morning Briefing Trump feuert Geheimdienst-Chef

29.07.2019 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

es geht auf Dauer nie gut, wenn sich der Untergebene gegenüber dem Chef unterschiedliche Meinungen erlaubt. Und Dan Coats warnte nun einmal beredt vor Russland und beruhigte vor dem Iran. US-Präsident Donald Trump aber wollte jeweils das genaue Gegenteil hören. Nun verliert der Geheimdienstkoordinator zum 15. August nach 30 Monaten seinen Job – der nächste von vielen Top-Abgängen in der Regierung des von Trump und seinen Anhängern befallenen Landes. Nachfolger wird ein treuer Gefolgsmann des Präsidenten: der republikanische Kongress-Abgeordnete John Ratcliffe, 53, aus Texas. Folgsamkeit ist nun mal viel einfacher zu ertragen als ein gelebte Meinungsfreude.

Baltimore ist schon seit langem eine Problemmetropole der USA. „Cause the city‘s dyin‘ / And they don‘t know why“, textete der große Randy Newman 1977 in seinem Song „Baltimore“. Aber eine ganz andere Sache ist es, wenn der Präsident himself es als „widerliches, von Ratten und Nagern befallenes Drecksloch“ bezeichnet – um so den für Baltimore zuständigen afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings zu treffen, einen bekennenden Donald-Trump-Kritiker. CNN-Moderator Victor Blackwell, gebürtig aus Baltimore, wies im Fernsehen fast unter Tränen darauf hin, dass die Menschen in seiner Geburtsstadt auch Amerikaner seien.

Quelle: Reuters
Mit Janina Kugel steht eine der prominentesten Siemens-Führungskräfte vor dem Absprung.

Zwei Geschichten aus wichtigen Konzernen fallen in unserer aktuellen Ausgabe auf. Beide haben mit dem unauslöschbaren Wunsch der Finanzinvestoren nach schlanken Holding-Konstruktionen zu tun, die bitte höchst effizient nach autonom handelnden Tochter-Einheiten schauen mögen. Am weitesten bei diesem Projekt „Flottenverbund“ ist Siemens. So weit, dass niemand weiß, wer von den vielen Vorständen bleiben wird. Die weithin geschätzte Personalchefin Janina Kugel (Vertrag bis Januar 2020) jedenfalls ist auf dem Absprung. Der für Healthineers und Siemens Gamesa zuständige Michael Sen könnte CEO des für die Börsen-Abspaltung vorgesehen Energiegeschäfts werden, deren Chefin Lisa Davis dafür ungeeignet scheint. Das Kettenkarussell dreht sich und CEO Joe Kaeser (Vertrag bis Anfang 2021) räsonierte treffsicher beim Firmensommerfest: „Wenn einmal nichts los ist, sorgen wir dafür, dass was los ist.“

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    Ein neuer Kandidat für die aktuelle Holding-Masche ist Lufthansa, wie wir erfahren haben. Dort sitzt der ausgebildete Pilot Carsten Spohr im Cockpit, dem das Insistieren 30-jähriger Analysten-Frischlinge mithilfe von Excel-Tabellen bisher offenbar ein Gräuel war – der aber nun nach dem Abschmelzen des Börsenwerts auf nur noch sieben Milliarden Euro etwas bieten muss. Allein die Jets und das Ersatzteillager stehen ja schon mit 19 Milliarden in der Bilanz. Der Aufsichtsrat der Airline macht Druck und am Ende dürfte auch hier – mit oder ohne Spohr – eine neue Konzernstruktur stehen.

    Heute rückt mal wieder der seit vielen Jahren überfällige Flughafen Berlin Brandenburg, dessen Akronym „BER“ längst ein Synonym für Realsatire ist, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Fachleute des TÜV Rheinland und des Bauordnungsamts checken, wie die technischen Systeme in Extremsituationen funktionieren. „Wirk-Prinzip-Prüfung“ heißt das Ganze. Bei solchen Übungen ist der „BER“ oft schon durchgefallen. Airport-CEO Engelbert Lütke Daldrup hält unverdrossen am Starttermin Oktober 2020 fest und fühlt sich zudem durch die jüngste Erfolgsmeldung motiviert, wonach 300 gravierende Mängel (Brandmeldung, Sicherheitsstrom) beseitigt worden seien.

    Eine Räubergeschichte der besonderen Art bietet die „Süddeutsche Zeitung“: Danach wurde auf der friedlichen Nordseeinsel Juist die Mutter von Emilio Lozoya Austin verhaftet, des früheren mexikanischen Industriellen, der im Zentrum eines Korruptionsskandals steht. Der Mann war einst Regierungsvertrauter und Chef des staatlichen Ölkonzerns Pemex, wird nun aber per Haftbefehl gesucht. Spuren weisen nach Deutschland, seine Frau Marielle Eckes entstammt der Familie des Saftherstellers Eckes, er selbst ist an zwei Firmen aus München beteiligt.

    Morgen starten wir in unserem Wirtschaftsclub ein neues Format: den „Handelsblatt Experten Call“. Es geht bei der Premiere um die düsteren Zeichen des Konjunkturabschwungs und das Phänomen „Gewinnwarnung“, das sich wie Masern unter Deutschlands Top-Konzernen ausbreitet. Darüber wird Redakteur Julian Trauthig mit unserem Börsenexperten Ulf Sommer diskutieren. Mitglieder des Handelsblatt-Clubs wählen sich einfach in unseren Call ein und stellen Fragen direkt an unsere Experten. Anmelden können Sie sich hier.

    Quelle: dpa
    Fußball-Zweitligist Hannover 96 und sein Hauptgesellschafter Martin Kind haben den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel zurückgezogen.

    Und dann ist da noch der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind, 75, mit seinem ausgeprägten Fußballfaible. Als wir ihn vor zwei Jahren in seiner Zentrale in Großburgwedel und im Hotel seiner Frau besuchten, zeichnete er das Organigramm auf, wie er den Klub Hannover 96 beherrschen wollte. Jetzt ist der Plan Altpapier. Kind zog seinen Antrag auf eine Ausnahmeregelung von jener „50+1-Regel“ zurück, die sicherstellen soll, dass die Mehrheit an einem Klub nicht an Investoren fallen soll. Nachdem Kinds Gegner die Mehrheit im Aufsichtsrat von Hannover 96 übernommen hatten, hört der Verein nicht mehr richtig auf die Zukunftsbeschwörungen ihres Geschäftsführers.

    Ich wünsche Ihnen einen dribbelstarken Start in die Woche. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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