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Morning Briefing Trumps chinesisches Manöver

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

niemand versteht die Börse: Wenn sie jubeln will, dann jubelt sie – wie jetzt wegen einer angeblichen Annäherung zwischen den USA und China. Hinter einem euphorischen Tweet von Donald Trump steckt, dass die beiden Staaten nicht mit neuen Zöllen aufrüsten und darüber nachdenken, in Kraft gesetzte Strafzölle zu reduzieren. Dann wäre man wieder beim Stand Januar 2018 angelangt, bevor sich der US-Präsident in das Rumpelstilzchen der Globalisierung verwandelte. Der Dow stieg gestern wegen Trumps Voodoonomics und die Börsianer freuten sich nach einer Erkenntnis des einstigen Börsengurus André Kostolany: „Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen.“

Quelle: Reuters
Dieter Zetsche von Daimler: Zusammen mit Herbert Diess von VW will er in Washington über Autozölle reden.

Auf die Kraft des Momentums bauen die drei Vertreter deutscher Auto-Traditionalisten, die heute in Washington mit US-Beauftragten über Investitionen in Amerika und Zölle reden. Auch hier können kleine Gesten große Freudenfeuer bewirken, was sich Dieter Zetsche (Daimler) und Herbert Diess (VW) erhoffen. In der CEO-Karawane fehlt nur BMW-Pilot Harald Krüger mit der Begründung, es sei ja nur ein „Arbeitstreffen“. Er schickt seinen Finanzchef Nicolas Peter. Aus erster Hand wird Chefredakteur Sven Afhüppe berichten, er ist mit an den Potomac River geflogen. „Erringe zuerst den Sieg“, pflegte Lord Horatio Nelson in solchen Situationen zu raten, „und dann mache das Beste aus ihm.“

Was Larry Fink kann, können wir schon lange, dachten sich fünf Bundesminister. Also schrieben sie wie der Chef des Fondsriesen Blackrock, der alljährlich CEOs in aller Welt mit einem Brief zum richtigen Verhalten beehrt, nun mit Emphase an 7000 Unternehmen. Das Schreiben liegt uns vor. Außenminister Heiko Maas sowie Olaf Scholz (Finanzen), Peter Altmaier (Wirtschaft), Hubertus Heil (Arbeit) und Gerd Müller (Entwicklung) wünschen sich darin von der deutschen Wirtschaft, dass das Engagement für Menschenrechte in Grundsätzen und Praxis „fest verankert“ wird. Falls nicht, wollen die Ethiker vom Spreebogen mit Gesetzen nachhelfen. Kein Blut soll am Exportweltmeister kleben.

Die Euphorie von Paris, Dezember 2015, ist der Depression von Kattowitz, Dezember 2018, gewichen. Den Teilnehmern der Weltklimakonferenz ist allzu klar, dass zu wenig unternommen wurde gegen den Klimawandel und dass UN-Generalsekretär António Guterres recht hat: „Wir sind nicht auf Kurs.“ Am eindrucksvollsten war der Auftritt des britischen Naturforschers David Attenborough: „Wenn wir nicht eingreifen, steht der Kollaps unserer Zivilisationen und die Auslöschung großer Teile der natürlichen Welt am Horizont.“ Hinter diesem Horizont geht es eben, anders als in dem Lindenberg-Song nicht mehr weiter.

Quelle: AFP
Westminster: Die britischen Abgeordneten diskutieren hier über den Brexit und die Scheidungsvereinbarungen mit der EU-Kommission.
(Foto: AFP)

Jetzt tun sie es also im Palace of Westminster, fünf Tage à acht Stunden: Das Parlament des Vereinigten Königreichs diskutiert über den Brexit und die Scheidungsvereinbarungen mit der EU-Kommission. Die Sache ist vertrackt. Man glaubt weder, es sei mit den 40 Stunden getan, noch, dass Premierministerin Theresa May als Abstimmungsgewinnerin das Hohe Haus verlassen wird. Kurzum: Am allerbesten wäre es, die Briten nähmen einseitig die EU-Austrittserklärung zurück. Ob das möglich wäre, darüber referiert heute der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs – auf dessen Analyse hin will sich das Gericht entscheiden.

Die französische Protestorganisation „gilets jaunes libres“ verhält sich teilweise so, als handele es sich um eine terroristische Vereinigung. Davon zeugen die jüngsten Verwüstungen am Arc de Triomphe in Paris, darauf deuten aber auch interne Verwerfungen hin. Einige Führer der Gelbwesten fühlten sich von gewalttätigen Randalierern in den eigenen Reihen so bedroht, dass sie das für heute angesetzte Gespräch mit Premier Édouard Philippe „aus Gründen der Sicherheit“ wieder absagten. In Marseille wurde bei Demonstrationen der Gelbwesten eine 80-Jährige am Fenster von einem Gegenstand voll getroffen und verstarb später.

Quelle: Reuters
Jamal Khashoggi: Vor seiner Ermordung schrieb der saudischa Journalist negative Whatsupp-Nachrichten über Kronprinz Mohammed bin Salman.

Und dann ist da noch Jamal Khashoggi, saudi-arabischer Journalist, 2018 ermordet im Konsulat seines Heimatreiches in Istanbul. Es sind nun 400 WhatsApp-Nachrichten des Toten aus dem vorigen Jahr analysiert worden, die zu weiteren Nachforschungen anregen. So bezeichnet Khashoggi den Kronprinzen Mohammed bin Salman an einer Stelle als „Biest“ und hält cool fest: „Je mehr Opfer er isst, umso mehr will er.“

Ich wünsche Ihnen einen friedlichen Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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