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Morning Briefing Trumps Risiko heißt John Bolton

28.01.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Serie von Büchern über Donald Trump reißt nicht ab und sorgt für politische Verwicklungen größerer Art. Ziemlich bizarr, dass der lesefaule US-Präsident Doping für eine Branche ist, die man für „out of fashion“ hielt. Nun also hat John Bolton, sein einstiger Nationaler Sicherheitsberater, ein brisantes Manuskript für sein Oeuvre „The Room Where It Happened“ vorgelegt, das im März erscheinen soll. Darin bestätigt er, was die Antreiber des Amtsenthebungsverfahrens immer schon behauptet haben: dass Trump eine Militärhilfe an die Ukraine an Ermittlungen gegen den den Sohn des demokratischen Rivalen Joe Biden geknüpft habe. Im August will Bolton, der Mann mit dem Schnauzer, davon direkt von Trump erfahren haben. Bei den Republikanern bröckelt jetzt die Front, im Senat für das Impeachment keine Zeugen mehr zuzulassen. Senator Mitt Romney und andere wollen wissen, was es mit „in libro veritas“ wohl auf sich hat.

Zum Schocker der Börsen hat sich der zunächst im chinesischen Wuhan aufgetauchte Coronavirus entwickelt. So verlor der Dax gestern 2,7 Prozent, Aktien von reiseaffinen Konzernen wie Lufthansa (minus 4,5 Prozent) gaben noch kräftiger nach. So stark kann die EZB ihre Geldpolitik gar nicht noch weiter lockern, als dass sie die Negativkraft der News rund um die Lungenkrankheit wettmachen kann. Der US-Leitindex Dow Jones sackte um mehr als 1,5 Prozent, der Reiseanbieter Studiosus sagt alle China-Reisen bis Mitte April ab. Die Volksrepublik hat inzwischen mehr als ein Dutzend Städte abgeriegelt, 56 Millionen Menschen sind unter Quarantäne. Die Bundeswehr soll in dieser Lage Deutsche aus der Provinz Hubei ausfliegen – während die Krankheit nun auch in Echtzeit in der Bundesrepublik angekommen ist: In der Nacht bestätigte das Gesundheitsministerium in München, dass sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern mit dem Coronavirus infiziert hat.

Quelle: dpa
Bargeld ist den Deutschen heilig, weshalb Ursula von der Leyens Plan in Brüssel aufschreckt: Sie will alle Ein-Cent- und Zwei-Cent-Stücke aus dem Verkehr ziehen.

Bargeld ist den Deutschen heilig, und so dürfte mancher hochschrecken angesichts des jüngsten Plans von Ursula von der Leyen in Brüssel. Im Entwurf eines Arbeitsprogramms steht, dass die Chefin der EU-Kommission alle Ein-Cent- und Zwei-Cent-Stücke aus dem Verkehr ziehen will, rapportiert die „Süddeutsche Zeitung“. Die Konzepte sollen am morgigen Mittwoch vorgestellt werden. Die Münzaktion läuft unter Entbürokratisierung und als „Vorschlag für einheitliche Rundungsregeln“. Immer mehr Euro-Staaten würden demnach inzwischen beim Einkaufen Beträge auf volle fünf Cent runden lassen. Das spart hohe Kosten für die Produktion und das Zählen – dürfte aber dennoch bei Freunden von „Cash is King“ nicht als runde Sache belobigt werden.

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    Wenn es einmal zu ruhig werden sollte in der Frage des inneren Gemütszustands der Großen Koalition in Berlin, taucht garantiert wieder eine der Evergreen-Streitigkeiten zwischen Union und SPD auf. Ganz oben auf der Störliste rangiert das Thema „Grundrente“, bei dem Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) pünktlich am 1. Januar 2021 – zur Ouvertüre des Wahljahres – bei seiner Klientel Minirenten aufwerten will. Doch die Union ist zu keinem weiteren Entgegenkommen bereit, schildert unsere Titelgeschichte, man pocht auf die Einigung im Koalitionsausschuss vom November. „Einen Kompromiss zu diesem Kompromiss wird es nicht geben“, sagt Fraktionschef Ralph Brinkhaus unserer Redaktion. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) dagegen wähnt sich bei der Grundrente „auf der Zielgeraden“. Vielleicht ist er ja im falschen Stadion.

    Von der Zukunftstechnologie Wasserstoff kann niemand so schwungvoll reden wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Allein, was fehlt ist eine schlüssige Strategie. Die Gasnetzbetreiber legen nach unseren Erkenntnissen selbst Hand an und skizzieren in einem Konzept den Bau eines 5900 Kilometer langen Wasserstoff-Leitungsnetzes. Es gehe darum, „das Rückgrat der zukünftigen Wasserstoffwirtschaft zu schaffen“, erklärt Ralph Bahke, Chef der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas). Der Ansatz: 90 Prozent des bestehenden Gasnetzes sollen ein „zweites Leben“ als reine Wasserstoffleitungen bekommen. Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht, wusste Mark Aurel.

    20 Jahre kämpfte Delphine Boël in Belgien darum, dass König Albert II. zu ihrem biologischen Vater erklärt wird, acht Jahre davon vor Gericht. Gestern Abend war es soweit. Der 85-jährige Albert, der zuvor die erhobenen Ansprüche stets vehement zurückgewiesen hatte, erkennt nunmehr die Ergebnisse eines DNA-Tests an, zu dem ihn ein Gericht in Brüssel gezwungen hatte. Der König lässt verkünden, dass er trotz Zweifel an der Legalität die lästige Prozedur „mit Ehre und Würde“ beende. Nach der überraschenden Erklärung hat die neue Tochter Anspruch auf bis zu ein Achtel der Besitztümer von Albert, der vor sieben Jahren als König zurückgetreten war. „Dann ist einer durchaus verarmt, / wenn die Scham den Schaden umarmt“, dichtete Goethe.

    Alle Augen sind heute auf Jennifer Morgan und Christian Klein gerichtet, auf den frisch eingewechselten Sturm des Softwarekonzerns SAP. Schon vergessen ist der vormalige CEO Bill McDermott, der für Vorstöße in neue Gefilde genauso gut war wie für Superstar-Effekte. Das neue Führungsduo präsentiert die Zahlen für 2019, wobei der Umsatz von 24,7 Milliarden auf rund 27,7 Milliarden Euro steigen dürfte. Die meisten Analysten taxieren den Gewinn bei 5,01 Euro pro Aktie (2018: 4,35 Euro). Morgan und Klein wollen mit mehr Effizienz und Sparen die Rentabilität steigern, was sich bisher in Kursgewinnen ausgedrückt hat. Die große Frage ist, ob sich Hedgefonds-Hai Paul Singer (Elliott) von dem Debüt im Mixed Team begeistern lässt – oder ob er seine Beteiligung in Höhe von 1,2 Milliarden schon bereut.

    Quelle: dpa
    20.000 Kleindarsteller sollen checken, wie der BER in Betrieb funktionieren würde. Einchecken, Security, Passkontrolle, Gepäckband, alles wird getestet.

    Und dann ist da noch der Berliner Großflughafen, der unter dem Kürzel „BER“ zum Phantom der Republik wurde und nun als Beschäftigungswunder in der Komparserie einen Höhepunkt erlebt. Weil die Anlage tatsächlich am 31. Oktober Weltpremiere haben soll, sucht der Airport unter „ber-testen.de“ im Netz nicht weniger als 20.000 Kleindarsteller – die zwischen 23. Juni und 15. Oktober so tun, als sei BER schon in Betrieb. Einchecken, Security, Passkontrolle, Gepäckband, alles wird getestet. Am 29. April wird die Evakuierung geprobt, 900 Komparsen sind eingeplant. Interessenten für die Reality-Show müssen nur eine Bedingung erfüllen: mindestens 18 Jahre alt sein. Offenbar ist der Andrang so groß, dass davon selbst Lars Windhorst und Jürgen Klinsmann für ihre neue Hertha BSC träumen können.

    Ich wünsche Ihnen einen ereignisreichen Tag. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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