Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Morning Briefing Vorquarantäne für Schüler

12.11.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

das Virus richtet sich erkennbar nicht nach dem politischen Willen, so viel wie möglich im Land offen zu lassen. Im Fußball zum Beispiel sind etliche Spieler des Erstligaklubs TSG Hoffenheim an Corona erkrankt. Nationalmannschaften kommen in B- oder C-Besetzungen der Mission nach, TV-Gelder einzuspielen.

Im Bildungswesen wiederum sind 300.000 Schüler und 30.000 Lehrer in Quarantäne, immer mehr Schulen sind geschlossen – eine „Salami-Taktik“, wie der Lehrerverband wettert? Von früheren Empfehlungen, in Hotspots unter anderem die Klassen zu halbieren, ist jedenfalls nichts zu sehen. Da wirkt auch der Vorstoß von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, die Schüler zwei Tage früher in die Weihnachtsferien zu schicken und die Zeit zum Karneval wieder hereinzuholen, als laut beklatschte Improvisationskunst. Offiziell heißt das: „Vorquarantäne“.

Quelle: AFP
Ministerpräsident Markus Söders Satz: „Ich bin für die Frauenquote“, geäußert auf einer Veranstaltung der „Zeit“, hallt nach.
(Foto: AFP)

Mal nicht mit Corona-Statements, sondern als Förderer der Frauen trumpfte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf. Sein Satz: „Ich bin für die Frauenquote“, geäußert auf einer Veranstaltung der „Zeit“, hallt nach. Er sei dafür, dass „wir bei den Gesetzen, die jetzt in Berlin gemacht werden mit Vorständen, dass wir uns da noch mal einen Ruck geben“, so der CSU-Chef.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bisher hatte just Söders Union einen entsprechenden SPD-Entwurf torpediert. Immerhin sind inzwischen in den 188 größten börsennotierten Firmen 30 Prozent der Aufsichtsräte weiblich, nur im Vorstand dominiert mit 90 Prozent das Y-Chromosom. Söders Kabinett bringt es übrigens sowohl bei den Trägern der üblichen roten Krawatten als auch bei der Frauenquote auf jeweils 33 Prozent.

    Der Epilog zum US-Wahlkrimi verlängert sich um ein weiteres Schmankerl. Dabei geht es um 6,3 Millionen Dollar, die die „General Services Administration“ (GSA) des Noch-Präsidenten Donald Trump dem Bald-Präsidenten Joe Biden überweisen müsste. Es handelt sich um „Übergangsgeld“, um sich auf das Amt besser vorzubereiten. Da die von Trump eingesetzte GSA-Chefin Emily Murphy aber eine Zahlung verweigert, spielen Bidens Anwälte eine Klage durch.

    „Rechtliche Schritte sind sicherlich möglich, aber es gibt auch andere Optionen, die wir in Betracht ziehen“, sagt ein Mitglied des Biden-Teams der Nachrichtenagentur Reuters. Bei Klage-Erfolg wäre der Demokrat vorzeitig von einem Gericht als Präsident bestätigt. Wie schön hat Platon philosophiert: „Der Zugang zur Macht muss Menschen vorbehalten bleiben, die nicht in sie verliebt sind.“

    Als BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber gestern den neuen Elektro-SUV „iX“ vorstellte, goss er beim Hype-Thema „Autonomes Fahren“ einiges Wasser in den Wein. Das war seine Reaktion auf den röhrenden Optimismus der US-Rivalen Tesla, Waymo und Mobileye, die das Lenkrad von 2025 an zur „Sonderausstattung“ erklären. Bei BMW werde die Verantwortung nicht vorschnell vollständig vom Fahrer auf den Computer übertragen, sagt Weber im Handelsblatt-Interview: „Das Lenkrad wird noch lange bleiben.“ Im Einzelnen sagt der BMW-Mann über…

    • …die Tatsache, dass der neue „iX“ entgegen aller Ankündigungen nicht vollautomatisiert fährt: „Wenn wir in der Kombination aus Sicherheit, Funktion und Verantwortungsübernahme durch das System einen echten Mehrwert sehen, werden wir die Option anbieten. Das gilt auch für den Gesetzgeber, der erst klären muss, wie er diese Technologie testet und bewertet.“
    • …seine persönlichen Orientierungsgrößen: „Wir müssen beim hochautomatischen Fahren nachweisen, dass der Computer sicherer fährt als der Mensch. Heute fahren Menschen am Stück 700 Millionen Kilometer unfallfrei. Das ist für uns die Referenzgröße.“
    • …die größere Vorsicht in Europa im Vergleich mit den USA: „Ob ein Auto 60 fährt oder 100, erfordert eine wesentlich höhere Rechenleistung. Deshalb ist der Gesetzgeber sehr vorsichtig in Europa. Unserer Sicherheitsphilosophie entspricht dieses Vorgehen sehr. Wenn Wettbewerber anders handeln und dafür gewisse Risiken in Kauf nehmen, ist das für uns kein Maßstab.“

    Wahrscheinlich wird sich BMW-Manager Weber bei den ersten Schadensersatzprozessen in den USA gegen Tesla & Co. bestätigt fühlen.

    Der neue Klimaschutz wirkt sich im kommenden Jahr in der Geldbörse aus – auch wenn der Preis pro Tonne CO2 am Anfang bei sehr bescheidenen 25 Euro liegt.

    Der neue Klimaschutz wirkt sich im kommenden Jahr auf die Geldbörse aus – auch wenn der Preis pro Tonne CO2 am Anfang bei sehr bescheidenen 25 Euro liegt. Eine Musterrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft für das Handelsblatt zeigt die konkreten Folgen. So muss eine Familie, die im Eigenheim wohnt und jährlich 20.000 Kilometer mit dem Diesel-Pkw fährt, gut 250 Euro Mehrkosten einkalkulieren – bis 2025 steigt dieser Wert auf 539 Euro. Familie Saubermann dagegen, mit hohem energetischen Wohnungsstandard und E-Auto, hat 2025 nur einen Euro Belastung. Die Regierung erhofft sich von solchen Zahlen einen sanften Lenkungseffekt.

    Der angeschlagene Autozulieferer Continental sieht sich als Rekonvaleszent, auch wenn 2020 der Umsatz um 15 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro sinkt und Verluste anfallen. Die Hoffnung auf Erlöse und Erlösung liegt auf dem bisherigen Automotive-Vorstand Nikolai Setzer. Er soll heute vom Aufsichtsrat als Nachfolger für den glücklosen CEO Elmar Degenhart bestellt werden. „Wir haben eine langfristige Nachfolgeplanung“, kommentierte Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle bereits, „es wird keinen Strömungsabriss geben“. Setzer sei tief drin in den Themen. Der 49-jährige Wirtschaftsingenieur soll mit einer neuen Strategie und Umorganisationen den Konzern aus dem Tal der Tränen führen.

    Pflichtstück für Musikfreunde ist jenes Live-Doppelalbum von einem Auftritt, den Keith Jarrett selbst für den besten seiner Tournee 2016 hielt: „Budapest Concert“. Ein „Lockdown-Light“ ermöglicht Ruhe und Muße, den Improvisationen und musikalischen Läufen des 75-jährigen Pianisten aus Allentown, Pennsylvania, zu folgen. Zunächst mit atonaler Wucht werbend, entfaltet das kürzlich veröffentlichte Werk über zehn Teile hinweg zusehends lyrische Kraft. Der Lesen-Hören-Sehen-Tipp des Tages gilt einem Solisten, der in der ungarischen Heimat seiner Großeltern die Magie des Moments fand. Und der jüngst offenbarte, nach Schlaganfällen wohl nie mehr Klavier spielen zu können. „Budapest Concert“ ist sein Vermächtnis, der Schlusstitel „Answer me“ (dem deutschen „Mütterlein“-Lied entlehnt) eine Offenbarung.

    Quelle: AFP
    Ex-Google-Chef Eric Schmidt beantragt die zyprische Staatsbürgerschaft – kurz bevor die Regierung in Nikosia das umstrittene Bürgergewinnungsprogramm stoppt.
    (Foto: AFP)

    Und dann ist da noch Ex-Google-Chef Eric Schmidt, Veteran des Silicon Valley, der auf dem besten Weg ist, EU-Bürger zu werden. Das bringt Steuervorteile und erleichtert die Einreise nach Europa. Der 65-jährige Multimilliardär beantragt die zyprische Staatsbürgerschaft – kurz bevor die Regierung in Nikosia das umstrittene Bürgergewinnungsprogramm stoppt. Zypern hat in der Vergangenheit eher zwielichtige Superreiche angezogen, gerne aus Russland, China, der Ukraine oder von der arabischen Halbinsel. Wer mindestens zwei Millionen Euro investiert, davon 500.000 in eine Wohnimmobilie, war bisher reif für die Insel. Pass-Käufer Eric Schmidt aber ist willkommen, er hat seinen Antrag schon vor Monaten gestellt.

    Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag.

    Es grüßt Sie herzlich

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

    Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

    Morning Briefing: Alexa
    Startseite
    0 Kommentare zu "Morning Briefing : Vorquarantäne für Schüler"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%