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Morning Briefing Wirecards desaströses Ende

28.08.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser,

der ehemalige Dax-Konzern Wirecard steht nicht nur im Verdacht, für den größten Betrugsskandal der deutschen Börsengeschichte verantwortlich zu sein. Die Schlussbilanz des insolventen Unternehmens ist obendrein desaströs: Den Verbindlichkeiten von 3,2 Milliarden Euro stehen gerade einmal 26 Millionen Euro an frei verfügbaren Mitteln gegenüber. Die Zahlungsunfähigkeit von Wirecard manifestiert sich in einer Liquiditätslücke von 99 Prozent. So steht es im Insolvenzbericht von Insolvenzverwalter Michael Jaffé, der dem Handelsblatt vorliegt. Am Ende war Wirecard kaum mehr als ein Scheinriese mit krimineller Energie.

Für die Gläubiger bedeutet Wirecards Horrorbilanz nichts Gutes. Inklusive der Vermögenswerte von gut 400 Millionen Euro bleibt ein bilanzielles Minus von 2,8 Milliarden Euro. Insolvenzverwalter Jaffé kommt in seinem Bericht deshalb zu einem klaren Ergebnis: Die überschuldete Wirecard AG hat keine Chance, in irgendeiner Form weitergeführt zu werden. Das Schlusskapitel des einstigen Börsenstars Wirecard gehört zu den unrühmlichsten der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Quelle: dpa
Gründer von Delivery Hero, Niklas Östberg, verkündete bei der Präsentation der Halbjahreszahlen einen Verlust von 460 Millionen Euro.

Wirecard-Nachfolger Delivery Hero beansprucht wenige Tage nach dem Dax-Aufstieg ebenfalls die Nerven der Anleger. Bisher hat das Unternehmen noch kein Geld verdient – und gestern musste Firmengründer Niklas Östberg bei der Präsentation der Halbjahreszahlen einen Verlust von 460 Millionen Euro erklären – doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Ebenfalls gestern beendete die Delivery Hero-Aktie den Handel als Tagesverlierer mit einem Minus von mehr als vier Prozent. Die Geschichte vom bedingungslosen Wachstum überzeugt nicht alle Investoren. Gewinne sind kein Wert an sich, aber auf Dauer unverzichtbar.

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    Angesichts der unverändert hohen Zahlen an täglichen Corona-Neuinfektionen wächst in den politischen Chefetagen der Bundesrepublik die Sorge vor einer zweiten Welle. Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer haben deshalb gestern die Maßnahmen im Kampf gegen die Epidemie verschärft.

    • Unter anderem soll bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Mindestbußgeld von 50 Euro erhoben werden.
    • Auf Reisen in ausgewiesene Risikogebiete soll verzichtet werden.
    • Bei Verstößen gegen die Einhaltung der Quarantänepflichten soll ein empfindliches Bußgeld drohen.
    • Zudem sollen Großveranstaltungen bis zum Jahresende verboten werden.

    Merkel sagte zur Verteidigung der zusätzlichen Maßnahmen, dass sie den jüngsten Anstieg der Infektionszahlen „sehr ernst“ nehme. „Wir müssen wachsam sein“, mahnte die Kanzlerin. Bund und Länder seien sich einig, dass „weitere Öffnungsschritte vorerst nicht zu rechtfertigen“ seien. Bis zur Rückkehr zur Normalität bleibt es ganz erkennbar ein steiniger und schmerzhafter Weg. Für die wirtschaftliche Gesundung des Landes sind das keine guten Nachrichten.

    Quelle: dpa
    CureVac will bis „Mitte nächsten Jahres“ einen wirksamer Corona-Impfstoff anbieten können.

    Für einen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Covid-19 sorgte gestern Abend der Finanzchef des deutschen Biotech-Unternehmens Curevac. Pierre Kemula sagte auf der erstmals virtuell veranstalteten Konferenz „Investment Live“ von Handelsblatt und Deutsche Bank, dass Curevac bereits „Mitte nächsten Jahres“ einen wirksamen Corona-Impfstoff anbieten könne. Hoffentlich stimmt die Prognose!

    „Make America great again“ lautete das zentrale Versprechen von Donald Trump im Wahlkampf vor vier Jahren. Nach einer umfangreichen Deregulierung der Wirtschaft und einer historischen Steuersenkung sah es sogar danach aus, als ob der US-Präsident sein Versprechen einlösen könnte. Doch die Folgen des unerbittlich geführten Handelskriegs mit China und das Missmanagement der Coronakrise haben den Plan konterkariert. Aktuell kämpft die Supermacht mit wachsenden Schulden, einer hohen Arbeitslosigkeit und einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft. Die Handelsblatt-Titelgeschichte beschäftigt sich vor diesem Hintergrund mit der Frage „Droht Amerika der Abstieg?“.

    Martin Richenhagen ist einer der wenigen Deutschen, die einen US-Konzern leiten. Der scheidende Chef des amerikanischen Agrarkonzerns Agco zieht im Interview mit dem Handelsblatt nach vier Jahren Trump eine entäuschte Bilanz. Sein Gesamturteil in Schulnoten ausgedrückt: „Mangelhaft“. Die außenpolitischen Auseinandersetzungen mit fast allen wichtigen Wirtschaftspartnern hält Richenhagen für einen schweren Fehler. Innenpolitisch sei Trump ein Scharfmacher, ein Rassist.

    Quelle: dpa
    Amazon-Chef Bezos ist mit Abstand der reichste Mensch der Welt.

    Und dann ist da noch Jeff Bezos. Der Amazon-Gründer ist mit einem Vermögen von mehr als 200 Milliarden Dollar der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Der Börsenwert des Online-Händlers ist in diesem Jahr um fast 90 Prozent auf 1,7 Billionen Dollar gestiegen, was mehr als die Wirtschaftsleistung ganzer Staaten ist. Wer bisher Zweifel hatte, ob die Marktmacht von Amazon ein ungesundes Ausmaß angenommen hat, sollte spätestens jetzt nachdenklich werden.

    Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

    Herzliche Grüße,
    Ihr

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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