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Morning Briefing Zipse neuer Chef: BMW will keine Experimente

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

BMW hat einen neuen Vorstandschef: Produktionsvorstand Oliver Zipse soll schon am 16. August den glücklosen BMW-Chef Harald Krüger ablösen. Die Entscheidung traf der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung in Spartanburg, im US-Bundesstaat South Carolina. Die Großaktionäre der Familie Quandt vertrauen – wie so oft – auf eine interne Lösung. Es gilt das Motto von Ex-Bundeskanzler Konrad Adenauer: „Keine Experimente!“

Der Handelsstreit zwischen den USA und China und der drohende Brexit schwächen die Weltwirtschaft immer stärker – und die Exportnation Deutschland gleich mit. Seit einem Jahr leidet die Industrie unter Auftragsschwund und sinkender Produktion. Und je länger die Schwächephase der Industrie anhält, desto tiefer werden die konjunkturellen Schleifspuren für die gesamte Wirtschaft.

Mit Blick auf die deutsche Konjunktur gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Die Wirtschaft wächst, zwar schwach, aber die Gefahr einer Rezession ist gering. Die schlechte Nachricht ist: Es gibt wenig Hoffnung auf Besserung. In dem Entwurf ihrer Abschlusserklärung halten die Finanzminister der G7-Staaten skeptisch fest: „Die Risiken sind weiter abwärtsgerichtet.“

Quelle: dpa
Bundesbankpräsident Jens Weidmann kann die Skepsis gegenüber Facebooks Kryptowährung Libra nicht nachvollziehen.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann kann die Skepsis seiner Amtskollegen gegen Digitalwährungen wie Libra von Facebook nicht verstehen. „Wenn sie halten, was sie versprechen, können sie für Endverbraucher durchaus attraktiv sein“, sagte Weidmann auf dem G7-Treffen. Er warnte davor, unachtsam innovative Konzepte zu unterdrücken, bevor alle Detailfragen geklärt sein. Für Weidmann gilt der Satz von Konfuzius: „Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.“

Die EU-Kommission hat die Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch Vodafone genehmigt. Für 18,4 Milliarden Euro übernehmen die Briten das Kölner Unternehmen. Mit der Fusion kann Vodafone in jedem deutschen Bundesland Mobilfunk und Festnetz zusammen anbieten. Die Zahl der Internetkunden wächst auf einen Schlag von 6,5 auf zehn Millionen. Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter schwärmte über die neuen Möglichkeiten: „Jetzt kommt unser Gigabit-Netz nach ganz Deutschland.“

Die Deutsche Telekom reagierte kritisch auf die Entscheidung der EU-Kommission und behält sich rechtliche Schritte vor. Tatsächlich kommt es in Deutschland zu einer deutlichen Machtverschiebung auf dem Telekommunikationsmarkt. Im Kabelnetz hat die EU-Kommission auf strenge Auflagen verzichtet und Vodafone quasi zum Monopolisten gemacht. Ein Bärendienst für den Wettbewerb.

Quelle: dpa
N26-Gründer Valentin Stalf: Sein Unternehmen ist eines der wertvollsten Startups Deutschlands.

Im aktuellen Handelsblatt Podcast Disrupt geht es um Innovationen und Geld. Mein Kollege Sebastian Matthes hat mit N26-Mitgründer Valentin Stalf diskutiert. Seit dieser Woche ist die Smartphone Bank eines der wertvollsten Start-ups Deutschlands. In 28 Ländern ist das junge Unternehmen bereits aktiv, jeden Tag gewinnt es rund 10.000 neue Kunden. Stalf ist nicht nur ein erfolgreicher Gründer, sondern auch ein optimistischer: „Wir glauben, dass wir die Chance haben, ein Unternehmen aufzubauen, das irgendwann einmal 50 vielleicht sogar 100 Millionen Kunden hat.“

Leider gibt es viel zu wenige Gründer wie Valentin Stalf. Die Zahl der Gründungen geht in Deutschland kontinuierlich zurück. Seit 2000 hat sich der Anteil der Gründer in der Erwerbsbevölkerung mehr als halbiert. Selbst bei den europäischen Nachbarn, in den Niederlanden, in der Schweiz, Großbritannien und Frankreich, ist die Gründerquote mittlerweile höher.

Die aktuelle Titelgeschichte „Unternehmer gesucht geht den Ursachen für den Gründerschwund in Deutschland auf den Grund. Das Ergebnis ist ein wenig ernüchternd: Firmengründungen werden vor allem durch Mutlosigkeit, Bürokratie und Kapitalmangel erschwert. Es gibt viele gute Ideen, aber keine Geschäftsmodelle.

Quelle: AP
Steve Jobs: „Der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, bedeutet mir nichts.“
(Foto: AP)

Der Befund sollte ein Weckruf an die Politik sein, die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen zu verbessern. Deutschland braucht mehr Menschen, die so denken wie einst Apple-Gründer Steve Jobs: „Der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein, bedeutet mir nichts. Ich möchte mich abends ins Bett legen mit dem Wissen, etwas Wunderbares geschaffen zu haben.“

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende mit vielen Ideen. Es grüßt Sie herzlich

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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