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Weekend-Briefing Energiezukunft, Rohstoffpreise, Morgenroutinen: Der Wochenrückblick der stellvertretenden Chefredakteurin

Die Wirtschaft glaubt an Wasserstoff, aber sie macht sich Sorgen. Gleichzeitig wird die Gangart in Sachen Klimaschutz härter. Was uns zudem bewegt hat.
29.05.2021 - 11:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Klimaschutz war das Thema in dieser Woche im Handelsblatt. Es ging los mit der Forderung der Industrie nach Klimahilfe. Deutschland soll bereits 2045 klimaneutral sein. Das bringt vor allem energieintensive Unternehmen aus Branchen wie Chemie oder Stahl an ihre Grenzen. Sie verlangen eine konkrete Strategie und finanzielle Zusagen von der Politik. Hinter dem Ruf nach „Umsetzung“ steckt ein klarer Appell: anpacken, jetzt!

Danach drehte sich alles um ein Molekül, das in aller Munde ist: Wasserstoff. Grüner Wasserstoff, also solcher, der durch erneuerbare Energien gewonnen wird, soll die Industrie klimaneutral machen. Aber kann das chemische Element tatsächlich die Wirtschaft revolutionieren?

„Ja, aber…“, lautete die Antwort, die wir in dieser Woche am öftesten gehört haben. Insbesondere am Mittwoch und Donnerstag, als der erste Handelsblatt Wasserstoff-Gipfel stattfand, den ich mit moderiert habe und den wir live gesendet haben aus dem Foyer unserer Redaktion in Düsseldorf. Die Wirtschaft glaubt an Wasserstoff, aber sie macht sich Sorgen.

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    Denn Deutschland, so der Tenor, droht ausgerechnet bei der Schlüsseltechnologie für die klimaneutrale Industrie den Anschluss zu verlieren. „Es ist fünf vor zwölf“, mahnte Martin Brudermüller, Chef des weltgrößten Chemiekonzerns BASF. „Die Welt wartet nicht auf uns“, warnte BDI-Chef Siegfried Russwurm. Sie wollen Tempo sehen: allen voran beim Ausbau von Erneuerbaren Energien und dem Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur im Land.

    Die Wirtschaft ist auch deshalb so fordernd bei dem Thema Klimaschutz, weil die Gangart härter wird.

    BDI-Präsident Siegfried Russwurm im Gespräch mit der stellvertretenden Handelsblatt-Chefredakteurin Kirsten Ludowig.

    Das zeigt der Doppelschlag gegen Big Oil , der uns Ende der Woche beschäftigt hat. Shell muss seinen CO2-Ausstoß erheblich stärker senken, als bislang beabsichtigt, wie ein Gericht in Den Haag entschieden hat. Das Urteil sendete Schockwellen in die Branche. Und bei Exxon Mobil haben Investoren in einer dramatischen Abstimmung auf der Hauptversammlung zwei Kandidaten im Aufsichtsrat durchgesetzt, gegen den Willen des CEO. Das Ziel: den Konzern zu mehr Nachhaltigkeit drängen. Noch nie standen die Ölmultis so sehr unter Druck.

    Quelle: dpa
    Die Öl-Branche steht vor einem harten Wandel.

    Was uns diese Woche sonst noch beschäftigt hat:

    1. Zwei von drei Betrieben sehen ihr Geschäft in Gefahr wegen steigender Preise. Das zeigt eine Sonderauswertung der Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die uns in dieser Woche exklusiv vorlag. Man kann förmlich dabei zusehen, wie die Preise steigen. Die Grafik zeigt es: Die Preise für Holz, Roheisen und Stahl haben innerhalb eines Jahres um mehr als ein Viertel angezogen. Metalle sind um gut 17 Prozent teurer geworden.

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    2. Eine Großfusion unter zwei Dax-Konzernen kommt nicht alle Tage vor. Am Montag war es soweit: Mit dem Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen entsteht Europas größter Immobilienkonzern. Börsenwert: 45 Milliarden Euro. Wohnungen: mehr als 500.000. Das sollte private Wohnungsvermieter, von denen es in Deutschland eine Menge gibt, beunruhigen, meint mein Kollege Carsten Herz.

    Er glaubt, dass die beiden Giganten ihre Kräfte bündeln, um sich für eine stärkere Regulierung der Mietpreise zu wappnen. Gemeinsam könnten sie auch die milliardenschwere Belastung durch die nochmals verschärften Klimaziele besser stemmen, die in den nächsten Jahren auf beide zukommen könnte. Kleinvermieter, die teilweise noch recht generös mit ihren Bestandsmietern umgehen, können das nicht – aber sie können sich dafür entnervt aus dem Markt zurückziehen.

    3. Der Name steht fest und soll markenrechtlich gesichert werden, wie Notenbankkreise dem Handelsblatt diese Woche bestätigten: Digital Euro. So heißt eines der ehrgeizigsten Projekte von Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Es geht um nichts weniger als eine Antwort der Notenbank auf Kryptowährungen wie den Bitcoin, die trotz massiver Schwankungen hoch im Kurs stehen. Im Juni soll das Projekt starten, allerdings müssen wir uns gedulden: Bis zur Einführung könnte es noch fünf Jahre dauern.

    4. Seit Jahren haben die EU und die Schweiz über ein neues Rahmenabkommen verhandelt, das ihre Beziehungen auf neue Beine stellen soll. Am Donnerstag dann der Paukenschlag: Die Schweiz brach die Verhandlungen ab. Das Scheitern der Gespräche dürfte weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen haben. „Eine Entfremdung der Schweiz von der EU wäre wirtschaftlich schädlich“, warnt Gabriel Felbermayr, Präsident des Institutes für Weltwirtschaft.

    Auch aus deutscher Sicht ist der Handel mit der Schweiz wichtiger als die Größe des Landes vermuten lässt. Die Grafik zeigt die Dimensionen des Außenhandels. Die Schweiz gehört zu den zehn wichtigsten Handelspartnern Deutschlands.

    5. Der Staat gibt sich freigiebig in der Coronakrise: Mehr als 100 Milliarden Euro an Wirtschaftshilfen und Krediten sind im Zuge der Pandemie inzwischen geflossen. Ökonomen, Wirtschaftsverbände und Politiker befürchten, dass Deutschland schleichend in eine Art Staatswirtschaft abrutscht. Die Anzeichen und Gefahren dafür mehrten sich, heißt es, ob bei Kurzarbeit, dem Rettungsschirm WSF oder dem Überbrückungsgeld III.

    6. Vor der Bundestagswahl blickt das Handelsblatt für Sie in die Wahlprogramme. Wir analysieren in einer Serie, was die Parteien mit Blick auf die wesentlichen Themen unserer Zeit vorhaben – von Steuern über Miete bis zu Klima. In dieser Woche haben wir uns die Rentenpläne der Parteien angeschaut, wie sie verhindern wollen, dass die Rentenversicherung künftig unter den Babyboomern in die Knie geht. Kommende Woche geht es um die Positionen zu Krypto(-währungen).

    7. Den Rekordkursen im Dax folgen im ersten Quartal Rekordgewinne – und Analysten trauen einigen Konzernen noch mehr zu. Die vielversprechendsten Papiere haben wir diese Woche im Handelsblatt-Check unter die Lupe genommen. Wir haben nach Unternehmen gesucht, die ihre Gewinne am Stärksten steigern und das größte Zuwachspotenzial versprechen. Sieben der 30 Dax-Konzerne bieten diese Qualitäten, wie die Grafik zeigt.

    8. Kaum eine Frage beschäftigt die Wirtschaft in diesen Tagen mehr als die, ob jetzt die Inflation zurückkehrt. „Die Inflation ist nicht tot, sie schläft, und niemand weiß, wann sie wieder erwacht“, schreibt Bert Rürup , Präsident des Handelsblatt Research Institute in seiner Kolumne „Der Chefökonom“. Vor allem in Deutschland seien die Inflationsängste tief verwurzelt. Krisenpropheten aus dem akademischen oder publizistischen Lager bedienten diese nur zu gern. „Allerdings ist Skepsis gegenüber diesen Vorhersagen angebracht“, glaubt der Handelsblatt-Chefökonom.

    Quelle: Thomas Kuhlenbeck
    Nicht allein die Uhrzeit ist beim Aufstehen entscheidend – es geht auch darum, danach das Richtige zu tun.
    (Foto: Thomas Kuhlenbeck)

    9. Wie beginnen Sie Ihren Arbeitstag? Ich bin eine Frühaufsteherin, muss aber zugeben, dass Kasper Rorsted noch früher dran ist. Wenn sich der Adidas-Chef gegen 5:30 Uhr auf sein Rennrad schwingt, um durch den fränkischen Morgennebel zu strampeln, klingelt bei mir der Wecker. Das Handelsblatt hat mit fünf Führungskräften über ihre morgendlichen Routinen gesprochen. Unser Wochenendtitel zeigt, welche Motivationshäppchen erfolgreiche Menschen nutzen, um ihrem Morgen Struktur zu geben – und was sich daraus lernen lässt.

    Ich wünsche Ihnen ein schönes sonniges Wochenende,

    Herzlichst
    Ihre

    Kirsten Ludowig

    Stellvertretende Chefredakteurin Handelsblatt

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