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Alternative in der Kompaktklasse Golf auf Spanisch – das kann der neue Seat Leon

VW hat den Golf neu aufgelegt – und nun zieht auch Seat nach: Die vierte Leon-Generation darf sich nach Herzenslust am Konzern-Technikregal bedienen.
  • Michael Gebhardt
29.01.2020 - 10:50 Uhr Kommentieren
  • Spotpress
Vom Tarraco hat der Kompakte den markanten, sechseckigen Kühlergrill, die nochmals schärferen LED-Scheinwerfer und ein paar markante Linien an der Front übernommen Quelle: Seat
Optische Verwandtschaft

Vom Tarraco hat der Kompakte den markanten, sechseckigen Kühlergrill, die nochmals schärferen LED-Scheinwerfer und ein paar markante Linien an der Front übernommen.

Barcelona Ende Oktober 2019 präsentierte VW den Golf 8, nur wenige Wochen später hat Skoda mit dem neuen Octavia nachgezogen. Fehlen im Reigen der Volkswagen-Kompakten also noch der nächste Audi A3, und natürlich die vierte Ausgabe des Seat Leon: Während der Ingolstädter sich erst in Kürze der Öffentlichkeit zeigen wird, hat der Spanier jetzt schon im spanischem Stammwerk Martorell seine Hüllen fallen gelassen.

Die neue Generation des Kompakten unterscheidet sich deutlich von ihrem Vorgänger, doch war das Design durchaus vorhersehbar. Der neue Leon orientiert sich ganz klar an Seats großem SUV Tarraco und an der Studie Cupra Formentor, die die Spanier im Frühjahr 2019 auf dem Genfer Auto Salon gezeigt hatten. Von beiden übernimmt der Kompakte den markanten, sechseckigen Kühlergrill, die nochmals schärferen LED-Scheinwerfer und ein paar markante Linien an der Front.

Hinten fällt vor allem das durchgezogene Hecklicht auf, mit dem Seat voll im Trend liegt – allerdings ist es nur in den teureren Ausstattungsversionen wirklich ein Leuchtenband, in der Basis verbindet ein einfacher Reflektor die beiden Rücklichter. Neu ist auch der Leon-Schriftzug unterhalb des Marken-Logos, der nun mit einer geschwungenen Schreibschrift gestaltet ist.

Technische Basis für den Leon ist, wie bei seinen Geschwistern, der weiterentwickelte Modulare Querbaukasten („MQB evo“), der den Ingenieuren allerdings ein paar Freiheiten lässt. Die haben die Spanier genutzt, und den Kompakten auf 4,37 Meter (plus neun Zentimeter) gestreckt; der gleichzeitig neu aufgelegte Kombi ST ist sogar noch ein bisschen mehr auf 4,64 Meter gewachsen.

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    Vor allem aber hat Seat – wie auch Skoda – den Radstand auf 2,69 Meter verlängert. Damit liegt der Leon fünf Zentimeter über Golf-Niveau, was für spürbar mehr Platz sorgt. Mit 380 Litern Kofferraumvolumen ist der Leon bei voller Bestuhlung zwar gleichauf mit dem Wolfsburger, umgeklappt gehen mit 1.300 Liter aber über 60 Liter mehr rein. Und: Auch im Fond sitzt man im Seat deutlich gemütlicher.

     Mit 380 Litern Kofferraumvolumen ist der Leon bei voller Bestuhlung zwar gleichauf mit dem Wolfsburger, umgeklappt gehen mit 1.300 Liter aber über 60 Liter mehr rein Quelle: Seat
    Größer als der Golf

    Mit 380 Litern Kofferraumvolumen ist der Leon bei voller Bestuhlung zwar gleichauf mit dem Wolfsburger, umgeklappt gehen mit 1.300 Liter aber über 60 Liter mehr rein.

    Hinten fällt vor allem das durchgezogene Hecklicht auf, mit dem Seat voll im Trend liegt – allerdings ist es nur in den teureren Ausstattungsversionen wirklich ein Leuchtenband, in der Basis verbindet ein einfacher Reflektor die beiden Rücklichter. Quelle: Seat
    Trendiges Heck

    Hinten fällt vor allem das durchgezogene Hecklicht auf, mit dem Seat voll im Trend liegt – allerdings ist es nur in den teureren Ausstattungsversionen wirklich ein Leuchtenband, in der Basis verbindet ein einfacher Reflektor die beiden Rücklichter.

    Das Cockpit dagegen ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach vom Niedersächsischen Original zu unterscheiden: Kein Wunder, schließlich bedienen sich beide wieder am gleichen Technik-Regal. Auch für den Seat liegt dort ein (optionales) digitales Kombiinstrument bereit, und der am Armaturenbrett aufgesetzte, bis zu zehn Zoll große Infotainment-Touchscreen kommt ebenfalls mit Slider-Flächen daher, mit denen per Fingerwisch Temperatur und Lautstärke reguliert werden können.

    Während VW den Kunden allerdings noch ein paar Direktwahltasten für Navigation oder Assistenzsysteme gelassen hat, wurden beim Leon fast alle Schalter wegrationalisiert, dementsprechend aufgeräumt wirkt die Mittelkonsole. Erst recht, wenn man sich für eine Automatik-Version entscheidet und statt des Schalthebels auch bei den Spaniern nur noch einen kleinen Gangwahl-Stummel bekommt.

    Was es für den Seat nicht gibt, ist ein Head-up-Display, der neue Sprachassistent wiederum hält auch im Leon Einzug. Aktiviert wird der smarte Helfer mit dem Stichwort „Hola hola!“. Smart ist übrigens auch die Integration diverser Fahrassistenten in das Lichtkonzept: Totwinkel-Sensor oder der Ausstiegs-Assistent, der Alarm schlägt, wenn sich von hinten ein Fahrrad oder Auto nähert, signalisieren ihre Warnung über das in den Türen umlaufende Ambiente-Licht.

    Das Cockpit des neuen Leon ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach vom Golf-Cockpit zu unterscheiden Quelle: Seat
    Deutsche Anleihen

    Das Cockpit des neuen Leon ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach vom Golf-Cockpit zu unterscheiden.

    Beim neuen Leon wurden fast alle Schalter wegrationalisiert, dementsprechend aufgeräumt wirkt die Mittelkonsole. Quelle: Seat
    Puristischer Innenraum

    Beim neuen Leon wurden fast alle Schalter wegrationalisiert, dementsprechend aufgeräumt wirkt die Mittelkonsole.

    Ziemlich breit aufgestellt ist Seat in Sachen Motoren, die natürlich ebenfalls weitgehend aus dem Golf bekannt sind. Die Drei- und Vierzylinder-Benziner reichen von 66 kW/90 PS bis zum 2.0 TSI mit 140 kW/190 PS – die stärkere Version gibt es bei VW aktuell nicht. Die Ausbaustufen mit 81 kW/110 PS und 110 kW/150 PS fahren in Kombination mit Automatik als 48-Volt-Mildhybrid vor.

    Dazu kommen ein 150 KW/204 PS starker Plug-in-Hybrid mit 60 Kilometern Elektro-Reichweite, zwei Diesel mit 85 kW/115 PS und 110 kW/150 PS (den stärkeren gibt es im Kombi auch mit Allrad) sowie eine Erdgas-Variante. Und natürlich der Cupra Leon, der ein paar Monate nach dem Markstart im April 2020 kommen soll und wahrscheinlich wieder um die 221 kW/300 PS leisten wird.

    Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis: Den hält Seat aktuell noch unter Verschluss, doch dürfte der Spanier weiterhin ein bisschen günstiger sein als der Golf. Die Basis-Version wird also auch bei unter 20.000 Euro starten.

    Mehr: Die deutschen Autofahrer sind konservativ und setzen auf bewährte Modelle. VW dominiert die Statistik. Nur bei Elektroautos siegt ein Importeur.

    Parallel zur Kompaktversion des Leon hat Seat außerdem den Sportstourer genannten Kombi enthüllt Quelle: Seat
    Auch als Kombi

    Parallel zur Kompaktversion des Leon hat Seat außerdem den Sportstourer genannten Kombi enthüllt.

    Auch beim Kombi gibt es ein durchgehendes Rücklicht Quelle: Seat
    Konsistentes Design

    Auch beim Kombi gibt es ein durchgehendes Rücklicht.

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