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Autolicht Krisen-Joint-Venture: Osram und Conti gehen getrennte Wege

Osram und Continental lösen ihr Gemeinschaftsunternehmen wieder auf. Gemeinsam wollten sie eigentlich das Autolicht der Zukunft entwickeln.
23.09.2020 - 10:02 Uhr Kommentieren
Continental und Osram gehen getrennte Wege Quelle: Osram/Continental
Autolicht der Zukunft

Die beiden Autozulieferer haben gemeinsam ein digitales HD-Scheinwerfersystem entwickelt.

(Foto: Osram/Continental)

München Nach zwei Jahren voller Enttäuschungen und Verlusten gehen Osram und Continental bei der Entwicklung des Autolichts der Zukunft wieder getrennte Wege. Das gemeinsame Joint Venture solle aufgelöst werden, teilten die beiden Unternehmen mit. Angesichts von Konjunkturkrise und Corona-Pandemie ließen sich die „Erwartungen an das profitable Wachstum des Gemeinschaftsunternehmens nicht mehr realisieren“.

Beide Unternehmen führen derzeit Gespräche darüber, wie die Trennung vonstattengehen soll. Bis Ende des Jahres sollen die Verhandlungen abgeschlossen werden. Laut Industriekreisen dürfte die Auflösung etwa in einem Jahr vollzogen werden. Finanzielle Details seien noch unklar.

Einfach wird die Trennung nicht: Die eingebrachten Bereiche mit insgesamt 1500 Mitarbeitern an 14 Standorten sollen wieder herausgelöst und in die beiden Unternehmen zurückgeführt werden. Aufträge und Verpflichtungen sollen erfüllt werden. Man werde aber „in einer Partnerschaft verbunden bleiben“, hieß es in einer Mitteilung.

Die industriellen Aspekte, die zur Gründung der gemeinsamen Firma geführt hätten, seien weiterhin gültig, hieß es bei Osram. „Neue Lichtlösungen werden auch in der Zukunft das enge Zusammenwirken von Elektronik, Softwarefunktionalität und modernen LED-Lichtquellen benötigen.“ Dies hätten auch die Aufträge gezeigt, die in den vergangenen Jahren gewonnen wurden.

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    Osram Continental war mit rund 1500 Mitarbeitern gestartet. Die Partner halten je 50 Prozent, das Geschäft wird aber bei Osram konsolidiert. Ziel war es, LED- und laserbasierte Lichtmodule zu entwickeln – wie zum Beispiel sogenanntes Matrixlicht. Bei diesen Scheinwerfern lässt sich das Licht sehr präzise ansteuern und kann, vernetzt mit Sensoren und Kamerasystemen, an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden.

    Wertberichtigungen in Millionenhöhe

    Die Ambitionen waren groß. Man habe die Weichen gestellt, um „ein neues Unternehmen zu schaffen, das die Zukunft automobilen Lichts neu denkt“, sagte Dirk Linzmeier, Chef der neuen Osram Continental GmbH, als das Joint Venture im Juli 2018 startete.

    Doch die Realität war enttäuschend. Beide Partner haben die Beteiligung im vergangenen Jahren abgeschrieben. Das Gemeinschaftsunternehmen macht Verluste. Osram berichtete von einem starken Anstieg der Entwicklungskosten.

    Laut Branchenschätzungen dürfte die operative Umsatzrendite zuletzt zweistellig negativ gewesen sein. Laut Conti-Geschäftsbericht musste der Dax-Konzern allein im vergangenen Jahr auf das Joint Venture eine Wertberichtigung des Buchwerts in Höhe von 158 Millionen Euro vornehmen.

    Beide Unternehmen können Zusatzbelastungen derzeit nicht gebrauchen. Die Autozulieferer-Branche in Deutschland steht seit Corona unter einem massiven Spardruck. Conti will im Zuge eines verschärften Sparprogramms weltweit 30.000 Arbeitsplätze abbauen, knapp die Hälfte davon in Deutschland.

    Am Mittwoch protestierten Beschäftigte in Karben gegen die Schließung des Werks. In Frankfurt werden Conti-Mitarbeiter am Mittwochvormittag vor der Frankfurter Hauptwache und der Börse gegen die rigiden Sparpläne des Conti-Vorstands protestieren.

    Bei Osram lief es zuletzt zwar wieder etwas besser. Doch ist der neue Eigentümer AMS an raschen Verbesserungen interessiert, der Schuldenberg des neuen Konzerns ist nach der Vier-Milliarden-Euro-Übernahme hoch.

    Mehr: Wie AMS künftig bei Osram durchregieren will.

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