Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

BMW 3200 CS Der andere Bertone

Nein, unser Bertone ist ausnahmsweise kein Alfa Romeo, sondern ein BMW 3200 CS. Ausnahmsweise, weil von den Coupés aus Mailand tausende gebaut wurden und von dem schlichten V8-Zweitürer aus München kaum 600 Stück.
  • Patrick Broich
11.06.2017 - 08:11 Uhr
  • Spotpress
BMW 3200 CS - Der andere Bertone Quelle: SP-X/Patrick Broich
BMW 3200 CS

Dieser "etwas andere" Bertone stammt aus München, wurde in Mailand nur veredelt. Unter der Haube des unaufdringlich-eleganten Sportcoupés wohnt ein zahmer V8.

Die Sechziger waren eine wilde Auto-Zeit, in der noch viel selbst geschraubt wurde und Tuning bedeutete, dass man an Vergasern herumspielte und die Maße der Brennräume veränderte durch Aufbohren statt mit Chips die Motorsteuerung zu optimieren. Damals waren die richtigen Hingucker unter anderem knatternde Fiat-Ableger aus der Abarth-Schmiede, und Alfa Romeo konnte BMW noch die Stirn bieten als echter Rivale.

Anfang der Sechziger war der Himmel aus BMW-Perspektive eher schwarz. Der Münchener Autobauer konnte zwar damals mit Achtzylindern auftrumpfen, und das zu einer Zeit, als Mercedes seinen ersten Nachkriegs-Achtender noch nicht einmal auf der IAA präsentiert hatte – aber finanziell sah es übel aus.

Herbert Quandt musste mit Barmitteln aushelfen, um die Überlebensfähigkeit des Konzerns zu sichern – und die just im gleichen Jahr wie der 3200 CS eingeführte Neue Klasse tat ihr Übriges dazu. Und wenn man genau auf BMW’s Luxus-Segment von einst schaute, wurde klar, dass damit keine Blumentöpfe zu gewinnen waren – heute sind die schon damals als Neuwagen altmodischen und technisch überholten Luxuskarossen aus München wieder reizvoll – ob nun 501/502 (Barockengel), das 503-Coupé oder eben der 3200 CS.

Letzterer war ein ziemlich glückloser Kandidat – denn die geringen Stückzahlen waren das Resultat einer fatalen Mischung aus womöglich unfreiwillig hoch aufgehängter Exklusivität und gleichzeitig antiquierter Technik, die zu mangelnder Kauflust führte. Denn mit fast 30.000 Mark im Jahr 1962 war der Oberklässler sündhaft kostspielig und nicht weit vom luftgefederten Mercedes 300 SE Coupé mit Automatikgetriebe entfernt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    Ausnahmsweise deshalb, weil von den Coupés aus Mailand tausende gebaut wurden und von dem schlichten V8-Zweitürer aus München kaum 600 Stück. Quelle: SP-X/Patrick Broich
    BMW 3200 CS Bertone

    Von dem schlichten V8-Zweitürer aus München wurden 600 Stück gefertigt, die Preise für schöne Exemplare sind entsprechend hoch

    Und es ist fast ein bisschen ironisch, dass der eher undynamische Gleiter ausgerechnet den gleichen Spitznamen trägt wie die rassigen, scharfen Bertone-Coupés des damaligen Rivalen Alfa Romeo – aber er hat mit Giugiaro eben den gleichen Designer. Doch die Autos spielen schließlich in einer komplett anderen Liga.

    Mit 3,2 Liter-Alu-V8 ausgerüstet gibt das wunderschön schlicht gestaltete Coupé einen attraktiven Einstand. Dass es noch auf einer Rahmen-Konstruktion basiert und nicht mit Servolenkung auszurüsten war, störte damals vielleicht, heute gehört dieses Verzichtprogramm ja zu den schrulligen Eigenheiten. Und als modernes Kontrastprogramm gibt es immerhin elektrische Fensterheber, vor rund 55 Jahren schier unglaublicher Luxus.

    Das BMW-Logo schmückt die C-Säule Quelle: SP-X/Patrick Broich
    Das BMW-Logo schmückt die C-Säule

    Lassen wir die wohldosierte Portion Luxus also auf uns wirken, wozu nicht nur die Scheibenheber gehören. Ein breiter Streifen an Holzfurnier auf dem Armaturenbrett weist dezent auf die Fahrzeugkategorie hin – solche Art der Deko war schließlich nicht jedem Segment vergönnt. Dann das große Lenkrad, das aber auch aus praktischen Erwägungen sein muss: Spätestens, wenn man den ausladenden BMW in Bewegung setzt, weiß man, dass eine Servolenkung vielleicht doch sinnvoll gewesen wäre.

    Vor allem beim Rangieren muss man mit roher Muskelgewalt an dem schmalen Kranz zerren. Einmal in Bewegung, geht das Steuern allerdings ganz gut von der Hand –abgesehen von dem Spiel in der Mittellage und der Präzision, die auch einem Schifftanker zur Ehre gereicht hätte.

    Diese „Chromjuwelen“ erzielten 2016 die höchsten Preise
    Teuerste Oldtimer 2016 - Historisches Blech im Zeichen des Dollars
    1 von 11

    In den vergangenen rund anderthalb Jahren hat sich der Markt für hochwertige Oldtimer beruhigt. Aber nicht aber für absolute Spitzenfahrzeuge, wie die Auktionsergebnisse des Jahres 2016 zeigen. Die zehn teuersten Klassiker kamen für 172 Millionen Dollar (160 Mio. Euro) unter den Hammer, damit investierten Sammler noch einmal zehn Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr.

    Für ihre Jahres-Top-Ten haben die Marktbeobachter von Classic-Analytics aus Bochum 90 internationale Auktionen mit knapp 6.000 Fahrzeugen ausgewertet. Grundlage des Rankings sind die Auktionsergebnisse 2016, keine Privat- oder Händlerverkäufe. Denn nur Auktionen geben ein unverfälschtes Bild: Wenn bei einer bestimmten Summe der Hammer fällt, muss diese Summe auch bezahlt werden.

    (Foto: )
    Platz 1: Ferrari 335 Sport von 1957, 35,9 Millionen Dollar (inkl. Aufgeld, umgerechnet 33,4 Mio. Euro)
    2 von 11

    Mit einem Preis von beeindruckenden 35,9 Millionen Dollar (inkl. Aufgeld, umgerechnet 33,4 Mio. Euro) ist der vom Auktionshaus Artcurial in Paris versteigerte Ferrari 335 Sport von 1957 teuerster Oldtimer des Jahres. Der offene Rennwagen wurde bei verschiedenen großen Rennen eingesetzt, unter anderem fuhr er 1957 als erster eine Le-Mans-Runde mit einem Schnitt von mehr als 200 km/h. Der Italiener ist erst das zweite Auto überhaupt, das die 30-Millionen-Dollar-Marke durchbrochen hat.

    (Foto: )
    Platz 2: Jaguar D-Type von 1955, 21,8 Millionen Dollar
    3 von 11

    Die Rennversion des E-Type Vorgängers war einem Sammler bei RM Sotheby’s in Monterey umgerechnet 20,2 Mio. Euro wert. Er ist damit nicht nur der teuerste jemals verkaufte Jaguar, sondern auch das teuerste britische Auto.

    (Foto: )
    Platz 3: 1939er Alfa-Romeo 8C 2900B Lungo Spider, 19,8 Mio. Dollar
    4 von 11

    Und schon wieder ein offener Zweisitzer: Mit umgerechnet 18,4 Mio. Euro ist er gleichzeitig der teuerste Alfa ist, der bislang je unter den Hammer kam.

    (Foto: Sotheby´s)
    Platz 4: Ferrari 250GT LWB California Spider Competizione (1959, 18,15 Mio. Dollar)
    5 von 11

    „Die Erfolgsformel ‚schnell, offen, schön, selten’ bleibt auch in diesem Jahr gültig“, lautet die Einschätzung von Classic-Analytics-Geschäftsführer Frank Wilke: Neun der zehn teuersten Autos sind offen.

    (Foto: Bloomberg)
    Platz 5: Ferrari 250GT SWB California Spider (1961, 17,2 Mio. Dollar)
    6 von 11

    Auch klassische Ferrari (vier von zehn) stehen weiterhin hoch im Kurs.

    (Foto: Sotheby´s)
    Platz 6: Shelby Cobra 260 (1962, 13,75 Mio. Dollar)
    7 von 11

    Diese von der US-Rennfahrer- und Konstrukteurs-Legende Carroll Shelby erste jemals gebaute Cobra erzielte außerdem 2016 den bisherigen Rekordpreis für amerikanische Fahrzeuge.

    (Foto: )
    Feiner Cruiser, wattig gefedert
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: BMW 3200 CS - Der andere Bertone
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%