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DDR-Spuren auf Kuba Ein Paradies für alte Motorräder

In Deutschland findet man sie kaum noch, im Karibikstaat Kuba sind ostdeutsche Zweiräder nach wie vor beliebt. In Großstädten sind Tausende sogar als öffentliche Verkehrsmittel im Einsatz.
28.12.2014 - 10:03 Uhr Kommentieren
Ein MZ-Motorrad vor einem Che Guevara-Bild in Havanna. Quelle: dpa

Ein MZ-Motorrad vor einem Che Guevara-Bild in Havanna.

(Foto: dpa)

Havanna Seine alte Simson hat Roberto Quintero kürzlich wieder aus der Garage rausgefahren. Über 30 Jahre ist es her, dass der kubanische Ingenieur für Verkehrswesen das DDR-Moped von deutschen Freunden geschenkt bekam. Das Kleinkraftrad ist noch in gutem Zustand. Am 11. November fuhr Quintero wieder damit zu einem Treffen mit alten Bekannten im Stadtzentrum Havannas. Sie alle haben einst in der ehemaligen DDR studiert.

Rund Tausend Kubaner gingen bis Ende der 1980er Jahre zum Studium in die DDR. Auch Zehntausende kubanische Arbeiter waren in der Zeit im sozialistischen Bruderstaat in der Ausbildung. Genaue Zahlen lassen sich schwer ermitteln, wie Diplomingenieur Manuel Torres sagt.

Torres, der vor rund 50 Jahren in Dresden studierte, geht von mehr als 20.000 Menschen aus. 2010 veröffentlichte Torres zusammen mit dem deutschen Autor Falk Heinrich einen Aufsatz, in dem sie auf den Spuren der DDR in dem Karibikstaat wandelten.

Fast ein Vierteljahrhundert nach seiner Auflösung wirkt der ostdeutsche Staat heute noch merkwürdig lebendig auf Kuba. Es gibt sogar eine kleine Insel, die nach Ernst Thälmann benannt ist, dem deutschen KPD-Vorsitzenden, der 1944 im Konzentrationslager der Nazis starb. Am deutlichsten ist die Präsenz der DDR aber wahrscheinlich am Straßenbild Havannas und anderer Städte zu erkennen.

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    Dort fahren heute noch Zehntausende alte DDR-Fahrzeuge. Das langjährige US-Wirtschaftsembargo und andere Einfuhrrestriktionen haben aus Kubas Straßen eine Art lebendiges Museum für hochbetagte Motoren gemacht. Neben US-amerikanischen „Oldtimern“ findet man Wagen russischer oder polnischer Hersteller - und manchmal sogar Wartburgs oder Trabants aus DDR-Fabrikhallen.

    Der Renner sind aber die MZ-Motorräder. Die Zweiräder aus dem sächsischen Zschopau kamen bis in die 1990er Jahre hinein auf verschiedene Art und Weise nach Kuba. Viele von ihnen leisten heute ihren Dienst sogar als öffentliche Verkehrsmittel.

    Santiago de Cuba gilt als MZ-Hochburg
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