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Der Borgward-Konzern Schlafende Schönheiten und billige Leukoplastbomber

Er steht für die schönsten deutschen Autos der frühen Nachkriegsjahre und ein unschönes Ende. Carl F.W. Borgward machte sich mit Modellen wie der Isabella unsterblich. Jetzt soll die Marke wiederbelebt werden.
  • Wolfram Nickel
04.03.2015 - 11:37 Uhr Kommentieren
  • Spotpress
Elegant und sportlich: Die Isabella war eines der schönsten deutschen Coupés der Nachkriegsjahre. Und kam von Borgward aus Bremen. Quelle: Wikipedia / OTRS
Borgward Isabella Coupé

Elegant und sportlich: Die Isabella war eines der schönsten deutschen Coupés der Nachkriegsjahre. Und kam von Borgward aus Bremen.

Es ist eine Geschichte großer Träume und noch größerer Tragik, ein Epos, wie es ein Hollywood-Drehbuch nicht besser hätte schreiben können: Kühner Konstrukteur schmiedet in Rekordzeit einen global erfolgreichen Automobilgiganten, der es sogar mit den Detroiter „Big Three“ General Motors, Ford und Chrysler aufnehmen kann, was die Modellvielfalt betrifft.

Ein Konzern, der auf den Automobilsalons der 1950er Jahre die aufregendsten Showcars in den Schatten stellt durch eine formvollendete und dennoch relativ bezahlbare Vorzeigebaureihe mit dem verführerischen Namen Isabella.

Ein Unternehmen, das Bremen in den Jahren 1949 bis 1961 zu Deutschlands nördlichster Autometropole macht und damit zu einem Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit wird – und dennoch auf tragische Weise an widrigen Umständen untergeht.

Carl F.W. Borgward heißt der geniale Ingenieur und gescheiterte Visionär, der den Konkurs seines Mehrmarken-Imperiums aus Borgward, Goliath, Hansa und Lloyd nicht überlebt.

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    Für Fans in aller Welt bleibt Borgward aber bis heute unvergessen – als Marke, die sogar Mercedes Paroli bot. Kein Wunder deshalb, dass sich immer wieder Prinzen fanden, die die schöne Bremerin aus ihrem Dornröschenschlaf holen wollten. Den vielleicht ernsthaftesten Versuch unternimmt jetzt Christian Borgward, der Marke und Modellen seines Großvaters neues Leben einhauchen will.

    „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“
    Borgward
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    Für Auto-Fans in aller Welt ist Borgward bis heute unvergessen – als Marke, die sogar Mercedes Paroli bot. Kein Wunder deshalb, dass sich immer wieder Prinzen fanden, die die schöne Bremerin aus ihrem Dornröschenschlaf holen wollten. Den vielleicht ernsthaftesten Versuch unternimmt jetzt Christian Borgward, der Marke und Modellen seines Großvaters neues Leben einhauchen will ...

    (Foto: PR)
    Goliath-Transporter F400 aus dem Jahr 1935
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    Carl F. W. Borgward, der 1890 geborene Sohn eines Kohlehändlers lancierte 1924 sein erstes Lastendreirad den „Blitzkarren“. Frühe Absatzerfolge seiner Dreiräder ermöglichten den Erwerb gleich mehrerer anderer Marken samt Werksanlagen sowie im Jahr 1931 die Gründung der Hansa-Lloyd- und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg oHG. Es folgte einen raketengleicher Aufstieg zum größten Einzelkaufmann unter den deutschen Autobauern ...

    (Foto: )
    Lloyd aus dem Jahr 1951
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    Der Entrepreneur eröffnete 1938 das neu errichtete Werk Sebaldsbrück, das endlich die ersten Limousinen mit Borgward-Logo produzierte. Kurz nach Kriegsende startete in seinen bombenzerstörten Werken die Lkw-Fertigung, denn die Amerikaner bedachten ihn bereits 1945 mit einem Auftrag.

    Direkt nach der Währungsreform beginnt 1948 in Bremen das bundesdeutsche automobile Wirtschaftswunder. Carl Borgward startet unter den drei Marken Lloyd, Goliath und Borgward die Automobilproduktion.

    (Foto: PR)
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    War lange Zeit erfolgreichster Kleinwagen in Deutschland: der Borgward Lloyd Alexander

    (Foto: dpa)
    Werk Sebaldsbrück
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    „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“, spottete der Volksmund über die kleinen Lloyd, die anfangs mit Sperrholzkarosserie ausgeliefert wurden. Machte nichts, denn die sogenannten Leuko-Plastbomber waren billiger als der VW Käfer und besser als die aufkommenden Rollermobile und konnten deshalb bis 1961 in über 350.000 Einheiten ausgeliefert werden.

    (Foto: )
    Borgward Isabella
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    Dank Lloyd lag die Borgward-Gruppe Anfang der 1950er Jahre nach VW und Opel auf dem dritten Platz der deutschen Zulassungscharts und auch zum Ende des Jahrzehnts war der norddeutsche Riese noch absatzstärker als Mercedes. Borgward war Bremens Stolz und einer der bedeutendsten Arbeitgeber Nordeuropas. Vor allem als der Konzernchef 1954 mit der Isabella zum ganz großen Schlag gegen Mercedes ausholte ...

    (Foto: PR)
    Borgward Isabella Coupé
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    Als sportliche Mittelklasselimousine gehobenen Anspruchs fand die feminin geformte Familie aus zweitürigem Stufenheck, lifestyligem Combi (unter den Lasteneseln damals eine Sensation), Cabriolet und Coupé eine freie Marktnische, die sogar von Mercedes und BMW vernachlässigt worden war.

    (Foto: PR)

    Ein Comeback, das in diesem Jahr auf dem Genfer Automobilsalon gefeiert wird. Christian Borgward und sein Partner Karlheinz Knöss, früher Manager bei Mercedes und Saab, gehen ähnlich leidenschaftlich vor wie der einstige Patriarch Carl F.W. Borgward, der in seinen drei Bremer Fahrzeugfabriken Borgward, Goliath & Hansa sowie Lloyd weit über eine Million Fahrzeuge produzierte. Dies damals übrigens fast ganz ohne Fremdkapital.

    Nur in den Anfangsjahren 1925 bis 1937 nutzte Unternehmens-Gründer Carl F. W. Borgward, der 1924 sein erstes Lastendreirad „Blitzkarren“ lanciert hatte, eine Partnerschaft mit dem Kaufmann Wilhelm Tecklenborg.

    Dieser Kompagnon - und die Absatzerfolge seiner Dreiräder - ermöglichten ihm den Erwerb gleich mehrerer anderer Marken samt Werksanlagen sowie im Jahr 1931 die Gründung der Hansa-Lloyd- und Goliath-Werke Borgward & Tecklenborg oHG.

    Einen raketengleichen Aufstieg zum größten Einzelkaufmann unter den deutschen Autobauern erlebte der von Kreativität, Erfindungsgeist und Innovationsfreude getriebene Borgward aber erst nach Tecklenborgs Ausscheiden 1937.

    Diese Modelle werden 2015 Oldtimer
    Kultsportler, Cabriolets und Katalysatoren - Die H-Kennzeichen-Klassiker des Jahres 2015
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    Das magische „H“ wollen auch 2015 alle frisch gebackenen 30-jährigen Jubilare auf dem Kennzeichen tragen – egal ob knatternder Trabant, chromglänzende W126er S-Klasse oder Testosteron-Beschleuniger wie der damals noch neue Testarossa von Ferrari. Erst ein „H“ wie historisch zeichnet alte Autos offiziell als erhaltenswertes kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut aus.

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    Schlagzeilen machten im IAA-Jahr 1985 weniger die vernunftbetonten Autos, sondern vielmehr die vielen V-Max-Racer einer völlig neuen Vierventil-Fraktion mit Leistungskurven, die scheinbar Luzifers Lockruf folgten ...

    (Foto: PR)
    Lamborghini_Countach_1985_001
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    Allen voran der dieserart aufgerüstete Altstar Lamborghini Countach S Quattrovalvole, der mit 455 PS exakt fünf PS mehr aufbot als der Vierventiler im neu vorgestellten Porsche 959.

    (Foto: PR)
    ...der Vierventiler im neu vorgestellten Porsche 959
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    Der neu vorgestellte Porsche 959 war ein wahrer Über-Porsche, und erstmals war zudem ein Zuffenhausener schnellster im Lande, dem nicht mal ein frischer Zwölfender von Ferrari (412 von 1985 und Testarossa aus dem Spätjahr 1984) etwas entgegensetzen konnten.

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    Auch sonst war Maranello nicht mehr das Maß der Dinge, wenn es  um Tempo ging. Katapultierte der neue Vierventil-Sechszylinder im BMW M5 den Viertürer doch in der neuen Supersportwagenzeit von 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

    (Foto: Screenshot)
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    Kaum langsamer war das 16-V-Kraftwerk in der IAA-Weltpremiere BMW M3.

    (Foto: PR)
    Ziviler und deutlich erschwinglicher: Golf GTI 16V
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    Ziviler und deutlich erschwinglicher dagegen die neuen Wolfsburger Opel-Manta-Jäger (den Capri gab es ab sofort nur noch für England) Golf GTI 16V und Scirocco GTI 16V.

    Noch preiswerter waren nur die Aufkleber mit 16-V-Logo, die es damals an jeder Tankstellen für kleines Geld gab und mit denen sich sogar rostige Käfer aufrüsten ließen.

    (Foto: vw)

    Der frisch gebackene Allein-Entrepreneur eröffnete 1938 das neu errichtete Werk Sebaldsbrück, das endlich die ersten Limousinen mit Borgward-Logo produzierte. Kurz nach Kriegsende startete in seinen bombenzerstörten Werken die Lkw-Fertigung, denn die Amerikaner bedachten ihn bereits 1945 mit einem Auftrag.

    Direkt nach der Währungsreform beginnt 1948 in Bremen das bundesdeutsche automobile Wirtschaftswunder. Carl Borgward startet unter den drei Marken Lloyd, Goliath und Borgward die Automobilproduktion.

    „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“, spottete der Volksmund über die kleinen Lloyd, die anfangs mit Sperrholzkarosserie ausgeliefert wurden. Machte nichts, denn die sogenannten Leuko-Plastbomber waren billiger als der VW Käfer und besser als die aufkommenden Rollermobile und konnten deshalb bis 1961 in über 350.000 Einheiten ausgeliefert werden.

    Bremens Stolz und bedeutendster Arbeitgeber
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