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Ford 12M im Oldtimer-Test Rauer Charme zum fairen Preis

Dass Oldtimer-Spaß kein finanzielles Loch in die Wand reißen muss, beweist der langlebige Ford 12M. Mit über 50 Jahren auf dem Buckel sowie einer Portion Volksnähe wird die kleine Limousine zum sympathischen Hingucker.
  • Patrick Broich
19.09.2014 - 10:30 Uhr Kommentieren
  • Spotpress
Dass Oldtimer-Spaß kein finanzielles Loch in die Wand reißen muss, beweist der langlebige Ford 12M.  Quelle: SP-X/Patrick Broich

Dass Oldtimer-Spaß kein finanzielles Loch in die Wand reißen muss, beweist der langlebige Ford 12M.

Das Thema „Oldtimer“ hat oft etwas Elitäres. Wenn Fahrzeuge wie Mercedes 540 K oder Bugatti Type 57 sich zu den renommierten Klassikertagen verabreden, ist der Normalverdiener allenfalls Zaungast. Selbst einen Oldie fahren, der den Namen verdient hat? Viel zu teuer.

Stimmt doch gar nicht, das Angebot an bezahlbaren Oldtimern, die sogar deutlich älter sind als für das steuerbegünstigte H-Kennzeichen nötig, ist groß. Ein Beispiel ist der Ford 12M, den Joël Goecke gerade für rund 4.000 Euro an den Mann bringen möchte. Ein ehrliches Auto mit sympathischer Patina. Kein auf Hochglanz restauriertes Objekt – muss es aber auch nicht sein.

Der Kölner, der ursprünglich einmal als Ford Cardinal in den Vereinigten Staaten hätte verkauft werden sollen, kam 1962 zu uns und brachte es mit rund 600.000 Einheiten zu einem ansehnlichen Erfolg.

Mit einer Länge von 4,25 Meter gehörte der Wagen damals zu den properen Erscheinungen; heute wirkt er gefühlt noch sogar noch etwas zierlicher, als er eigentlich ist, und der Modellschriftzug „12M“ suggeriert irgendwie Kompaktklasse oder sogar Kleinwagen, weil im Hinterkopf immer noch „20M“ schwirrt, was mehr nach dem mittleren Segment klingt – dabei ist der 12M strenggenommen der legitime Taunus-, Sierra und eben auch Mondeo-Vorgänger.

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    Von der Beschaffenheit des Mobiliars redet man besser nicht Quelle: SP-X/Patrick Broich

    Von der Beschaffenheit des Mobiliars redet man besser nicht

    So schlicht und bodenständig der P4 (so heißt die Baureihe) da steht, so ausgefallen geht es zumindest aus heutiger Sicht unter dem Blech zu. Statt eines profanen Reihenvierzylinders musste ein V-Motor mit hängenden Ventilen sowie Ausgleichswelle herhalten. Entsprechend knurrig werkelt der Benziner, was man ihm nach über einem halben Jahrzehnt längst nicht mehr übelnimmt.

    Ein geschulter Blick unter die Motorhaube verrät dem Kenner die Leistungsstufe: Sind die beiden Ventildeckel grün angestrichen, muss der Fahrer mit 29 kW/40 PS auskommen – damit handelt es sich um die Basisausgabe. Und weil der Fronttriebler – übrigens ein für die Zeit reichlich exotisches Merkmal – deutlich unter einer Tonne wiegt, geht es nicht ganz so asthmatisch zu, wie man vielleicht denken könnte. Schließlich war ein Volkswagen Polo Anfang der Achtziger auch nicht stärker, wenngleich er etwas weniger Gewicht schleppen musste.

    Das Spitzenmodell mit 1,5-Liter dagegen leistete 65 Pferdchen und war gut für 140 km/h Spitzentempo. Ein Blick in das Datenblatt der 40 PS-Ausgabe lässt jedoch für einen Moment aufschrecken: Bis Landstraßentempo genehmigt sich der Ford 30 Sekunden laut Werk, das kann ja heiter werden.

    Also rein in die gute Stube und das kleine Kraftwerk anlassen. Dabei fällt auf, dass man recht geräumig unterkommt – von der Beschaffenheit des Mobiliars redet man besser nicht: Für Vorgaben wie Seitenhalt war damals kein Platz im Lastenheft. Diese früher üblichen Sitzbänke ohne jegliche Kontur versprühen heute ganz besonderen Charme.

    Straff und agil
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