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Fotosafari im Tundra Buggy Zehn-Tonner für die Eisbär-Pirsch

Gigantisch, geländegängig, gebaut zur Beobachtung von Eisbären an der Hudson Bay – der Tundra Buggy ist ein im Wortsinne bäriges Fahrzeug. Konsequenterweise entsteht er auch in der Welthauptstadt der Polarbären.
04.11.2011 - 13:09 Uhr Kommentieren
Wie ein Bungalow auf Rädern: Im Vergleich mit dem riesigen Tundra Buggy wirken ein US-Linienbus und ein Dodge Ram geradezu zierlich. Quelle: mid

Wie ein Bungalow auf Rädern: Im Vergleich mit dem riesigen Tundra Buggy wirken ein US-Linienbus und ein Dodge Ram geradezu zierlich.

(Foto: mid)

Churchill/Kanada Nach Churchill im kanadischen Manitoba führt keine Straße, dennoch werden hier Fahrzeuge gebaut. Wegen seiner exponierten Lage unmittelbar an der Hudson Bay wird das vergessene Nest auch als "Welthauptstadt der Eisbären" bezeichnet. Hier warten alljährlich im Spätherbst rund 1.000 Eisbären darauf, dass die Bucht zufriert und so der Weg frei wird zu ihrem Robben-Jagdrevier. Diese Ansammlung prächtiger Pelz tragender Robbenjäger lockt Forscher ebenso wie Touristen.

Um beiden Gruppen die Möglichkeit gefahrloser Eisbären-Beobachtung zu bieten, erfand der Abenteurer Len Smith im Jahr 1979 den Tundra Buggy, ein hochbeiniges allradgetriebenes Sonderfahrzeug, das damals 16 Passagieren Platz bot und aktuell auch für 40 Gäste gebaut wird.

Was aus einer Bierlaune heraus entstand, ist heute ein florierender Betrieb, das dem Touristik-Unternehmen "Frontiers North" gehört, einst größter Kunde von Tundra Buggy. Derzeit baut das Team um Werkstatt- und Fuhrparkchef George Crombie hauptsächlich Buggies fürs eigene Unternehmen, einzelne Fahrzeuge gehen aber auch an Forschungsteams wie zum Beispiel "Polar Bears International".

Die Kabine des Tundra Buggy ist ähnlich aufgebaut wie die eines modernen Wohnmobils, sie besteht aus einem Aluminiumgerippe. Quelle: mid

Die Kabine des Tundra Buggy ist ähnlich aufgebaut wie die eines modernen Wohnmobils, sie besteht aus einem Aluminiumgerippe.

(Foto: mid)

Die Bezeichnung Buggy lässt an ein kleines leichtes Fahrzeug denken, doch das Gegenteil ist der Fall. Der Tundra Buggy sieht aus wie ein weißer Bungalow, der auf ein hochbeiniges Gelände-Lkw-Fahrgestell verpflanzt wurde. Dieser Bungalow verfügt über einen Balkon im Heck des Fahrzeugs, von wo aus die Passagiere Eisbären beobachten und fotografieren können.

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    Mit 15 km/h bei minus 50 Grad unterwegs

    Tatsächlich ist die Kabine ähnlich aufgebaut wie die eines modernen Wohnmobils. Sie besteht aus einem Aluminiumgerippe, das mit Isolierplatten aus dem Hausbau ausgefacht und von einer weiß lackierten Aluminiumhaut überzogen ist. Schiebefenster geben den Passagieren Ausblick auf die Tundra-Landschaft und ihre Bewohner, ein Gasofen sorgt innen für wohlige Wärme.

    Große Reifen und niedriger Luftdruck sichern das Fortkommen auf unbefestigtem Boden. Quelle: AFP

    Große Reifen und niedriger Luftdruck sichern das Fortkommen auf unbefestigtem Boden.

    (Foto: AFP)

    Schließlich operieren Tundra Buggies bei Temperaturen bis zu 50 Grad unter Null. Da bedarf es auch einer robusten und zuverlässigen Mechanik. Hier verlässt sich George Crombie zum großen Teil auf bewährtes Material aus dem amerikanischen Nutzfahrzeugbau. Als Antrieb dient ein 7,6-Liter-6-Zylinder-Diesel des LKW-Herstellers International. "Wir kaufen gebrauchte aufgearbeitete Aggregate, die wir auf unsere Bedürfnisse umbauen", erläutert der Werkstattchef.

    Mit deutscher Heiztechnik

    So wird im Hinblick auf die Zuverlässigkeit und Reparaturfreundlichkeit der Ladeluftkühler entfernt und die Zahl der Zahn- und Keilriemen von sieben auf einen reduziert. Auch auf den in polaren Regionen üblichen "Blockheater" verzichten die Kanadier. Statt der elektrischen Motorblockheizung kommt deutsche Technik zum Einsatz. "Wir bauen Kraftstoffheizungen von Webasto ein, die das Kühlwasser aufheizen und so den Motorblock auch im Stand auf Betriebstemperatur halten", sagt Crombie, der von der Zuverlässigkeit des deutschen Produkts schwärmt.

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