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Geklaute Pkw mit GPS orten Gut, wenn das Auto weiß, wo es steht

Jeden Tag werden in Europa 2.700 Autos gestohlen. Über GPS-Systeme kann bei Diebstahl Alarm ausgelöst werden. Doch Kunden wollen die Systeme bislang kaum.
12.07.2011 - 09:47 Uhr 3 Kommentare
  • dpa

Berlin Gähnende Leere in der Parklücke - dabei stand das Auto doch gestern noch dort. Der Halter reibt sich die Augen und denkt nach. Dann die Gewissheit: Sein Wagen ist gestohlen worden. Gerade Fahrzeuge deutscher Premium-Marken sind bei Dieben beliebt. Jeden Tag werden in Europa 2.700 Autos gestohlen, heißt es bei Porsche unter Berufung auf die Statistikbehörde Eurostat. Ist der Wagen geknackt, sind die Chancen auf Wiederbeschaffung oft gering. Vor allem dann, wenn er gleich außer Landes geschafft wird. GPS-Ortungssysteme können dabei helfen, Verbrechern das Handwerk zu legen. Doch den Durchbruch hat die Technik bislang nicht geschafft.

Vehicle Tracking System - so nennt Porsche sein GPS-Ortungssystem, das bei Diebstahl helfen soll. Für das Extra sind 1.400 Euro sowie jährliche Servicekosten fällig. Quelle: dpa

Vehicle Tracking System - so nennt Porsche sein GPS-Ortungssystem, das bei Diebstahl helfen soll. Für das Extra sind 1.400 Euro sowie jährliche Servicekosten fällig.

(Foto: dpa)

Die GPS-Technik könne Kfz-Diebstähle zwar nicht verhindern, erklärt Daniel Groß von Cobra Telematics, einem Schweizer Anbieter für sogenannte Telematikdienste. Die Ortungssysteme des Unternehmens alarmieren aber sofort ein Kundencenter, wenn etwa unbefugt die Autotür geöffnet oder der Wagen außerhalb eines vom Halter bestimmten Bereichs bewegt wird. «Per GPS wird das Auto dann geortet, und es wird die Polizei benachrichtigt, die die Rückholung einleitet. Manchmal sitzt der Dieb noch am Steuer, wenn die Polizei eintrifft», sagt Groß. 2010 hat Cobra nach eigenen Angaben das Wiederauffinden von 700 Autos ermöglicht - Gesamtwert: 35 Millionen Euro.

Mit dem Cobra-System lassen sich Fahrzeuge vieler Marken nachrüsten. Porsche bietet es seit 2005 ab Werk als Extra für alle Neuwagen an. Die Einbauvorrichtung kostet je nach Modell bis zu 300 Euro. Hinzu kommen ein Steuergerät für knapp 1200 Euro sowie laufende Kosten, die der Servicepartner Cobra erhebt und die von Markt zu Markt variieren, erläutert Porsche-Sprecher Hermann-Josef Stappen.

Welche Autos am häufigsten gestohlen werden
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Avant 2.5 TDI Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit 13 Prozent mehr Fahrzeuge entwendet als im Jahr davor. Insgesamt 18.215 Fahrzeuge mussten die Kaskoversicherer ersetzen. Das ermittelte der Branchenverband GDV. Der Schadenaufwand lag bei 219 Millionen Euro. Für Diebstähle springen Teilkasko- und Vollkasko-Policen ein. Wer für sein Auto nur Haftpflichtschutz vereinbart hat geht leer aus. Bei den Fahrzeugen sind Diebe wählerisch. Auf Platz 15 der am meisten gestohlenen Fahrzeuge liegt der Audi A 6. Von 1000 versicherten Fahrzeugen werden 5,5 gestohlen. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 10.006 Euro. Foto: PR

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BMW M3 Regional gibt es große Unterschiede. Vor allem im Osten Deutschlands stiegen 2009 die Diebstähle gegenüber dem Vorjahr. In Thüringen um 39 Prozent, Berlin 36 Prozent und Sachsen 31 Prozent. Bei den alten Bundesländern liegen Hamburg (Plus 16 Prozent) und Schleswig-Holstein (Plus 13 Prozent) vorne. In der Fahrzeugstatistik belegt der BMW M3 den 14. Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden 5,8 entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 26.515 Euro. Foto: PR

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BMW 730D Insgesamt wurden 2081 Fahrzeuge mehr entwendet als im Vorjahr. Das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit 3543 gestohlenen Autos nach absoluten Zahlen auf Platz 1. Es gibt aber positive Nachrichten: In NRW gingen die Diebstahlzahlen gegenüber Vorjahr um drei Prozent zurück. Ebenso in Bremen (Minus 4,6 Prozent) und im Saarland (Minus 7,8 Prozent). Der BMW 730 D belegt in der Fahrzeugstatistik den geteilten 12. Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden sechs entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 32.886 Euro. Das Modell ist begehrt: Ein anderer 7er, der 735I V8 belegt in der Kasko-Fahrzeugstatistik gar den 10. Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden sieben entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 30.875 Euro. Foto: PR

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VW Golf IV 2.8 VR6 Syncro Ein Golf IV muss nicht dem Papst gehört haben, damit er Begehrlichkeiten weckt. Der VW belegt in der Fahrzeugstatistik mit dem BMW 730 D den 12. Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden sechs entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 11.337 Euro. Auch diese Modellreihe findet sich zweifach in der Statistik. Der Golf IV 1.9 TDI belegt in der Fahrzeugstatistik sogar den sechsten Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden 8,3 entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 9.864 Euro. Das Risiko eines Diebstahls ist in Berlin besonders hoch. Von 1000 Autos werden 3,5 gestohlen. Auf den Plätzen: Hamburg (1,6), Brandenburg (1,4) und Sachsen (1). Foto: AP

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Audi S3 1.8T Quattro Besonders sicher sind Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Von 1000 Fahrzeugen werden nur 0,2 gestohlen. Der Audi belegt in der Fahrzeugstatistik den 11. Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden 6,5 entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 12.460 Euro. Foto: PR

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BMW 535D Diebe haben offenbar eine Schwäche für Diesel-Fahrzeuge. Neun der 15 am meisten entwendeten Autos fahren mit diesem Antrieb. Auch dieser BMW, der in der Fahrzeugstatistik den neunten Platz belegt. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden 7,1 entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 32.572 Euro. Foto: PR

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Toyota Landcruiser 3.0 D-4D Als einziger ausländischer Hersteller landet Toyota unter den am meisten gestohlenen Marken. Der Landcruiser belegt in der Fahrzeugstatistik den 8. Platz. Von 1000 versicherten Fahrzeugen wurden 7,5 entwendet. Der durchschnittliche Schadenaufwand liegt bei 30.925 Euro. Foto: PR

Der Diebstahlschutz heißt bei dem Zuffenhausener Sportwagenbauer Vehicle Tracking System. Das Fernortungssystem löst Alarm aus, sobald Antenne oder Batterie abgeklemmt werden oder wenn das Fahrzeug ohne eingeschaltete Zündung einen 400-Meter-Radius verlässt. Technische Voraussetzungen sind ein Mobilfunk- und ein GPS-Modul im Auto.

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    Möglich ist es auch, aus der Ferne die Auto-Alarmanlage zu aktivieren oder ein erneutes Starten des Motors zu unterbinden. Jeder Manipulationsversuch wird an das Service-Center übertragen, das mit dem Kunden Kontakt aufnimmt und nachfragt, ob der Wagen wirklich verschwunden ist. Laut Porsche funktioniert das System in Europa und Südafrika. Eine permanente Überwachung seines Standorts muss kein Porsche-Fahrer fürchten: Die Autos werden werden nur im Ernstfall aufgespürt, verspricht der Autohersteller.

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    3 Kommentare zu "Geklaute Pkw mit GPS orten: Gut, wenn das Auto weiß, wo es steht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Von wegen "Spazierfahrt", GPS Tracker GT 280 hat zudem GPRS Ortung mit ein gebaut, funktioniert auch im geschlossenem LKW!

    • Die Technik wird nur den Aufwand für die Diebe erhöhen, nicht aber den Diebstahl wirksam verhindern.
      Auto mit Seilwinde in faradayschen Käfig (LKW-Aufbau) ziehen, Tür zu und ab dafür. Drinnen wird dem GPS-Quälgeist der Saft abgedreht und schon steht einer Spazierfahrt zum neuen "Besitzer" nichts mehr im Wege.

    • Bereits für 50 Euro gibt es eine billigere Lösung: den Simvalley MOBILE GPS-GSM-Tracker GT-170, alternativ GT-280, zu beziehen über Fa. Pearl, oder ähnliche Produkte anderer Hersteller. Natürlich nicht ganz so ausgeklügelt, aber dafür leichter zu verstecken, da nicht serienmäßig eingebaut.

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