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Gerichtsurteil Gigaliner dürfen weiter auf deutschen Straßen fahren

Auf einigen Straßen dürfen nach einem Urteil weiterhin extralange Lastwagen fahren. Der Verein Allianz pro Schiene scheiterte mit seiner Klage.
18.04.2018 Update: 18.04.2018 - 16:36 Uhr 1 Kommentar
Ein Lastwagen „Gigaliner“ wird in Hamburg während einer Pressekonferenz vorgestellt. Eine Klage gegen die Zulassung solcher Fahrzeuge wurde zurückgewiesen. Quelle: dpa
Gigaliner

Ein Lastwagen „Gigaliner“ wird in Hamburg während einer Pressekonferenz vorgestellt. Eine Klage gegen die Zulassung solcher Fahrzeuge wurde zurückgewiesen.

(Foto: dpa)

Berlin Überlange Lastwagen dürfen einem Gerichtsurteil zufolge auch künftig auf bestimmten bundesdeutschen Straßen fahren. Die Zulassung der sogenannten Gigaliner verstoße nicht gegen EU-Recht, teilte das Verwaltungsgericht Berlin am Mittwoch mit. Der Verein Allianz pro Schiene scheiterte mit einer Klage gegen die dauerhafte Zulassung bestimmter Lkw mit Überlänge auf einem bis zu 11.600 Kilometer langen Straßennetz.

Das Gericht entschied am Mittwoch, dass die entsprechende nationale Verordnung nicht gegen die zugrundeliegende EU-Richtlinie verstoße. Nach einem mehrjährigen Feldversuch dürfen seit Jahresbeginn mehrere Typen von Lkw mit einer Länge von bis zu 25,25 Metern regulär fahren.

Geklagt hatte vor einem Jahr ein Bündnis aus Umwelt- und Bahn-Verbänden, neben der Allianz pro Schiene die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Automobil-Club Verkehr (ACV). Sie machten geltend, dass die Zulassung von Gigalinern gegen EU-Recht verstoße. Der Betrieb der Lang-Laster sei klimafeindlich und verkehrsgefährdend. Politisch stört den Verband, dass die Lang-Lkw den Straßentransport weiter verbilligten, was der Güterbahn schade.

Der Geschäftsführer der Allianz, Dirk Flege, äußerte sich enttäuscht darüber, dass man in der Sache nicht Recht bekommen habe. Er sprach dennoch von einem Teilerfolg. Erstmals habe ein Gericht einem deutschen Umweltverband zugestanden, gegen eine nationale Verordnung auf der Grundlage von EU-Recht zu klagen.

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    Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ließ das Gericht sowohl die Berufung als auch eine Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht zu. Die Allianz pro Schiene will prüfen, ob sie in die nächste Instanz geht.

    Anfang 2017 war ein mehrjähriger Testlauf mit Gigalinern in einen Regelbetrieb gemündet. Zum Jahresende weitete das Bundesverkehrsministerium das Netz auf 15 Bundesländer aus. Der fünfjährige Feldversuch habe ergeben, dass zwei Fahrten mit Lang-Lkw drei Fahrten mit herkömmlichen Lastwagen ersetzten. Kraftstoffeinsparungen und Effizienzgewinne belaufen sich nach Behördenangaben auf 15 bis 25 Prozent.

    Die Umwelt- und Bahnverbände hatten gewarnt, dass es durch die Riesen-Lkw rund 7000 zusätzliche Fahrten im Jahr gebe. Der Kostenvorteil für die Spediteure liege bei gut 25 Prozent gegenüber den herkömmlichen Fahrzeugen mit knapp 19 Meter Länge.

    Das Bundesverkehrsministerium begrüßte das Urteil. „Das ist eine gute Nachricht für den Logistikstandort Deutschland. Denn der Lang-Lkw trägt dazu bei, den zunehmenden Verkehr effizient, spritsparend und sicher zu bewältigen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger. „Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass zwei Lang-Lkw drei reguläre Lkw ersetzen können.“

    • rtr
    • dpa
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    1 Kommentar zu "Gerichtsurteil: Gigaliner dürfen weiter auf deutschen Straßen fahren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • -Erst deklariert man etwas zur "Ausnahme" für einen "Feldversuch"

      -Dann verlängert man die "Ausnahme" bis in alle Ewigkeit.

      -Dann - wenn sich die BEvölkerung an die "Ausnahme" gewöhnt hat, weitet man sie aus.

      -Irgendwann wird die "Ausnahme" zur Regel.

      - Dann wird die Regel zur Vorschrift


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