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Peugeot 208 GTI im Handelsblatt-Test Ziemlich beste Freunde

30 Jahre nach dem legendären 205 versucht es Peugeot wieder mit einem echten GTI. Der sportliche 208 soll den Löwen wieder brüllen lassen. Und das französische Kraftpaket überzeugt – weil es nicht nur Vollgas kann.
25.07.2013 - 09:59 Uhr Kommentieren
Peugeot 208 GTI und Testwagenfahrer Alexander Möthe. Quelle: Sebastian Schaal

Peugeot 208 GTI und Testwagenfahrer Alexander Möthe.

(Foto: Sebastian Schaal)

Düsseldorf GTI. Drei Buchstaben, die bei Autofans für Verzückung sorgen. Dahinter verbirgt sich seit 1976 der Begriff „Gran Turismo Injection“ und verspricht sportliche Direkteinspritzer. Volkswagen begründete mit der entsprechenden Baureihe des Golf eine regelrechte Legende. Besonders bei jungen Fahrern mit schmalem Budget erfreut sich die sportlichere GTI-Variante seit jeher einiger Beliebtheit. Der französische Autobauer Peugeot legte 1983 mit dem 205 GTI nach – und begründete seinerseits einen wahren Kult.

Bis 1992 rollte der kernige 205er in verschiedenen Ausführungen vom Band, bei den Nachfolgemodelle 206 und 207 verschwand der GTI (mit Ausnahme von Frankreich und Großbritannien, wo der 207 S16 unter der berühmten Bezeichnung firmierte). 30 Jahre später gibt es nun wieder einen weltweit einheitlichen GTI, auch auf dem deutschen Markt. Er brüllt wieder, der Löwe. Und spielt mit der Leidenschaft.

Peugeot macht es dem Kunden mit dem sportlichen 208 einfach. Der GTI hat nur eine Motorvariante (1.6 Liter, 200 PS), die Aufpreisliste und damit die Extras sind überschaubar. Navigationssystem, Soundanlage, Lackfarben, kleine Spielereien beim Exterieur, Felgen – das war es schon.

Und der erste Blick auf den sportliche Franzosen beweist: Da ist alles dran, was dran sein muss. Direkt ins Auge stechen die roten Akzente, die Peugeot rund um den ansonsten eher bieder silbern schimmernden Wagen verteilt hat. GTI-Logos zieren den breiten Hintern und die Flanken des Löwen. Aus dem Radkasten leuchten die rotlackierten Bremssättel – ein vorfreudiges Versprechen an den Fahrer.

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    Damit von keinem Blickwinkel der Verdacht aufkommt, es könne sich um einen serienmäßigen 208 handeln, hat Peugeot seinem GTi seitlich und von hinten die entsprechenden Embleme spendiert. Unten rechts im Bild: Der dezent blökende Doppelauspuff, der sich würdevoll in das kernige Gesamtpaket einfügt. Quelle: Sebastian Schaal

    Damit von keinem Blickwinkel der Verdacht aufkommt, es könne sich um einen serienmäßigen 208 handeln, hat Peugeot seinem GTi seitlich und von hinten die entsprechenden Embleme spendiert. Unten rechts im Bild: Der dezent blökende Doppelauspuff, der sich würdevoll in das kernige Gesamtpaket einfügt.

    (Foto: Sebastian Schaal)

    Vorne haben die Franzosen dem 208 schon von Haus mit einem bissigen Gesichtsausdruck versehen. Im Detail neu ist beim GTI ein Farbakzent (beim Testwagen rot, aber auch als Trikolore erhältlich) direkt unterhalb des schmalen Kühlergrills. An der eigenwilligen, dezent gebrochenen Linienführung wurde auf Design-Eben nichts mehr verändert. Ein guter Entschluss, beweist der 208 damit doch Charakter, ohne um jeden Preis anders sein wollen.

    Das Heck wirkt mächtiger im Vergleich zum Serienmodell. Die Rückleuchten wanderten ein Stück mehr Richtung hinterem Kotflügel. Ein kleiner Spoiler und ein nicht allzu aufdringlicher Doppelauspuff runden den durchaus sportlichen Eindruck ab. Löblich: Der GTI ist kaum tiefer als der 208-Stubentiger. Schon vor dem ersten Einstieg weckt der kleine Kraftklotz große Erwartungen.

    Der Innenraum braucht sich vor dem augenschmeichlerischen Äußeren nicht verstecken. Es wird allmählich klar, wo die immerhin 22.900 Euro für die einfachste Version hingeflossen sind. Der 208 versucht nicht zu protzen, was sehr angenehm ist, aber die Verarbeitung ist für einen Kleinwagen außergewöhnlich gut.

    Peugeot ist sich sehr wohl bewusst, dass die Erwartungen an den Nachfolger eines Klassikers hoch sind und ging die Aufgabe mit der entsprechenden Sorgfalt an. Zwar ist auch eine Menge Plastik im Spiel, das ist jedoch offen, ehrlich und gut verbaut. Ins Auge fallen auch hier direkt die roten Akzentpunkte, die im Interieur wohldosiert für Abwechslung sorgen.

    Tiefer liegen statt Tieferlegen
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