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Range Rover im Handelsblatt-Test My car is my castle

Bereits lange bevor SUVs groß in Mode kamen, chauffierte der Range Rover seine Besitzer tagsüber durchs Gelände und abends vor die Oper. Der neue Range bleibt seinen Wurzeln treu – und setzt noch einiges drauf.
18.04.2013 - 12:37 Uhr
Wer fünf Meter lang und 2,27 Meter breit ist, muss schon einiges an Kraft und Technik aufwenden, um im Gelände eine gute Figur abzugeben. Genau das kann der neue Range Rover. Dazu kommt jede Menge Luxus. Quelle: Sebastian Schaal

Wer fünf Meter lang und 2,27 Meter breit ist, muss schon einiges an Kraft und Technik aufwenden, um im Gelände eine gute Figur abzugeben. Genau das kann der neue Range Rover. Dazu kommt jede Menge Luxus.

(Foto: Sebastian Schaal)

Düsseldorf Der Range Rover ist eine gewichtige Ikone. Er chauffierte britische Lords und Earls schon vor 42 Jahren standesgemäß quer über ihre Latifundien. Er ist der Urvater aller Luxus-Geländewagen, später auf Marketing-„denglisch“ auch SUV genannt. Und als Land Rover vor einiger Zeit mit Kunden über einen möglichen neuen Range sprach, waren deren Wünsche einfach: „Don‘t change it, just make it better.“ 

So kam man auf die Idee mit der Diät. Und der neue Range hat deutlich abgespeckt. Nicht, dass Testwagen nun rank und schlank vor uns steht. Aber er hat doch unglaubliche 420 Kilo verloren. Klar, dass er einen neuen Anzug brauchte. Alu und Kunststoff statt Stahl ist nun erste Wahl.

Wirklich ansehen kann man dem Range Rover die Diät aber leider nicht. Etwas füllig um die Hüften wirkt er mit einem Maß von 2,27 Metern von Außenspiegel zu Außenspiegel. Mit einer Höhe von 1,84 Metern überragt der Brite auch alles, was bisher in unserer Tiefgarage (1,90 m!) stand. Und seine immer noch strammen 2,4 Tonnen kann er auch dank knapp fünf Meter Länge nicht verbergen. Der von uns im Test gefahrene V8-Dieselmotor mit bulligen 339 PS ist aber auch die schwerste Variante des Range. Mit 2,1 und 2,3 Tonnen sind der V6-Diesel (258 PS) und der V8-Benziner (510 PS) leichter als die Diesel-Wuchtbrumme.

Lediglich an zwei Stellen wird der neue Leichtbau so richtig sichtbar. Die Türen sind aus so dünnem Material, dass sie sich mühelos mit dem Daumen eindrücken lassen – keine Sorgen, die „Dellen“ bleiben natürlich nicht drin. 

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    Und im Innenraum ist die Armlehne an der Mittelkonsole, die gleichzeitig als Deckel für das Ablagefach fungiert, etwas zu leicht geraten. Er ist zwar mit feinem Leder überzogen. Der Kunststoff darunter ist aber so klapprig, dass der Deckel jedes Mal gefühllos mit einem hohlen „Klonk“ zufällt. Unnötiger Leichtbau, denn das klingt eher nach preiswerten Kleinwagen als nach 107.000-Euro-SUV. Und es passt auch gar nicht zu den sonstigen Ablagefächern im Range, deren Abdeckungen stets lautlos und mit einem satten Widerstand öffnen und schließen.

    Britische Feinkost

    Viel wichtiger aber dürfte den meisten Range-Rover-Interessenten sein, dass das geringere Gewicht beim Fahren spürbare Vorteile bringt, vor allem in den Kurven. Das Fahrwerk ist teilweise erstaunlich straff, dennoch bügelt die serienmäßige Luftfederung die meisten Schlaglöcher und Schachtdeckel sauber aus. Doch natürlich ist der Range nicht plötzlich zu einem athletischen Spitzensportler geworden. Sagen wir eher von einem Sumo- zu einem Freistil-Ringer: Beweglicher und flinker, aber immer noch mit erhabener Gewichtigkeit. 

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