Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Head-Up-Displays vor dem Durchbruch Kopf hoch, HUD kommt

Muss zum Ablesen von Informationen im Auto bisher nach unten auf Tacho & Co. geschaut werden, liefern moderne Head-Up-Displays die Auskünfte direkt ins Blickfeld des Fahrers. Bald könnten diese Systeme Standard sein
  • Heiko Haupt
20.08.2014 - 09:43 Uhr Kommentieren
  • Spotpress
Kopf hoch am Lenkrad - Head-Up-Displays vor dem Durchbruch Quelle: Bosch

Head-Up-Displays sind besonders sicher und kommen in immer mehr Neuwagen zum Einsatz.

Selbst wer nur das aktuelle Tempo erfahren möchte, benötigt für den Blick auf den Tacho eine Sekunde. Was wiederum bei Tempo 100 bedeutet, dass er 30 Meter zurücklegt, ohne auf die Straße zu schauen. Genau diesem Problem wirken sogenannte Head-Up-Displays entgegen: Sie projizieren ausgesuchte Informationen in das Blickfeld des Fahrers, er kann sie also ablesen, ohne das Verkehrsgeschehen aus dem Blick zu verlieren.

Noch vor kurzem blieb diese Technologie Oberklasse-Fahrzeugen vorbehalten, doch jetzt hält sie auch in günstigeren und kompakteren Modellen Einzug. „In Zukunft“, sagt Enno Pigge von Continental voraus, „werden Autos ohne Head-Up-Displays die Ausnahme sein.“ Verbauen Autohersteller nach Schätzungen des Unternehmens derzeit jährlich 1,5 Millionen Head-Up-Systeme, soll sich diese Zahl schon bis zum Jahr 2018 verdreifachen und sich damit zu einem Milliardenmarkt entwickeln.

Noch allerdings kommt vielen Autofahrer das Head-Up-Display recht exotisch und futuristisch vor – dabei ist es im Grunde ein alter Hut. So alt, dass die eigentliche Überraschung darin besteht, dass man sich erst seit rund zehn Jahren verstärkt um den Einsatz im Auto bemüht.

Piloten von Kampfflugzeugen vertrauen schon seit den 1940er Jahren auf solche Anzeigen. Einfach weil sie sich so nicht ständig auf die Uhren im Cockpit konzentrieren müssen, sondern das Umfeld ununterbrochen beobachten können. Sie behalten also den Kopf oben, nichts anderes bedeutet schließlich der Begriff Head Up.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die seit 2001 nun auch in Autos verbauten farbigen Displays waren zunächst recht komplexe Anlagen: Im Mittelpunk stand dabei ein aufwendiges optisches System, das ein Bild mit der gewünschten Information auf eine Fläche projizierte, die zum einen spiegelnd und zum anderen auch lichtdurchlässig sein musste.

    Was natürlich vor allem auf die Frontscheibe zutrifft. Die Technik sorgt dafür, dass die Informationen beziehungsweise Bilder so wahrgenommen werden, als würden sie rund zwei Meter vor der Scheibe in der Luft schweben. Zuvor allerdings mussten Entwickler manches Problem überwinden: Bei Verbundglasscheiben liegt zwischen zwei Glasschichten eine Kunststofffolie, die das Bild verzerren kann – sie musste also in bestimmten Bereichen der Scheibe dünner ausgelegt sein. Außerdem benötigt das ganze System vergleichsweise viel Platz.

    Noch vor kurzem blieb diese Technologie Oberklasse-Fahrzeugen vorbehalten Quelle: Daimler

    Noch vor kurzem blieb die HUD-Technologie Oberklasse-Fahrzeugen vorbehalten.

    Kompakter und günstiger sind sogenannte Combiner-Systeme, wie sie etwa Bosch für den aktuellen Mini vorgestellt hat. Beim Combiner-Display dient nicht die Frontscheibe als Projektionsfläche, sondern eine kleine durchsichtige Kunststoffscheibe, die zwischen Fahrer und Frontscheibe oben auf der Armaturentafel angebracht ist. Diese Scheibe ist ein- und ausfahrbar, außerdem ist sie so aufgebaut, dass der Fahrer die Kanten nicht wahrnimmt. Ebenso wie bei den klassischen Systemen nimmt der Fahrer die eingeblendeten Informationen so wahr, als würden sie zwei Meter vor der Frontscheibe schweben.

    Das hat Vorteile für den Autohersteller und auch den Kunden. Für letzteren wird das Head-Up-Display erschwinglicher. In der aktuellen Mini-Preisliste werden für das Extra 500 Euro gefordert, allerdings in Kombination mit weiteren aufpreispflichtigen Ausstattungsoptionen.

    Der große Vorteil für den Autobauer wiederum besteht im Platzbedarf. Gerade im Bereich der Armaturen eines Autos ist jeder Kubikzentimeter schwer umkämpft, Multimedia will ebenso seinen Platz finden wie etwa die Klimaleitungen. Herkömmliche Head-Up-Systeme liegen aktuell bei einem Platzbedarf von knapp vier Litern, bei den Combine-Systemen sind es dagegen nur zwei Liter. Barbara Zelenay von Bosch geht davon aus, dass Combine-Systeme künftig in weiteren Kompakt-Modellen zu finden sein werden, unter anderem in der 1er-Serie von BMW.

    Abgesehen vom Platzbedarf, gibt es ohnehin kaum einen vernünftigen Grund, die Kopf-oben-Anzeigen zu ignorieren. Auch Verkehrssicherheitsexperten entdecken in der Technik eigentlich nur Gutes. Schließlich sorgt die dafür, dass der Fahrer dorthin schaut, wo es gewünscht ist – auf die Straße nämlich.

    „Man muss den Blick nicht mehr vom Verkehrsgeschehen abwenden. Diese Anzeigen bieten dem Fahrer eine Mehrwert, werden außerdem als wohltuend und komfortabel empfunden“, meint Rainer Hillgärtner, Sprecher des Auto Club Europa (ACE).

    Was die aktuelle Generation der Head-Up-Displays bietet, das ist allerdings erst der Anfang. Für die Zukunft denken die Entwickler an ganz andere und deutlich weiter reichende Informationen im Blickfeld des Fahrers. Die Technik wird zwar erst in einigen Jahren auf die Straßen kommen, einen Namen hat sie aber schon jetzt: Augmented Reality – also im Grunde eine erweiterte Realität.

    Zeigt ein herkömmliches Navigationssystem eine Route auf einem Bildschirm, bettet Augmented Reality die Informationen in das Verkehrsgeschehen ein Quelle: Continental

    Zeigt ein herkömmliches Navigationssystem eine Route auf einem Bildschirm, bettet Augmented Reality die Informationen in das Verkehrsgeschehen ein

    Gemeint ist damit, dass die Technologie die Realität für den Fahrer so erweitert, dass Informationen in einer Form angezeigt werden, als wären sie in der echten Welt vorhanden. „Ein Primärziel dabei ist sicher der Einsatz im Zusammenhang mit der Navigation“, so Barbara Zelenay von Bosch. Zeigt ein herkömmliches Navigationssystem eine Route auf einem Bildschirm, bettet Augmented Reality die Informationen in das Verkehrsgeschehen ein: Dem Autofahrer erscheinen etwa farbige Richtungspfeile so, dass das Auge sie wahrnimmt, als wären sie direkt auf den Asphalt gemalt.

    Er folgt also der Navigation, indem er einfach weiter nach vorn aus dem Auto schaut. Continental rechnet mit der Serienreife bis zum Jahr 2017. Bis dahin muss allerdings in den Autos noch reichlich aufgeräumt werden. Statt vier oder zwei Liter Platzbedarf wie bei den aktullen Head-Up-Ausführungen benötigen Systeme mit Augmented Reality immerhin elf Liter Bauraum.

    Was die wichtigsten Assistenzsysteme leisten
    Wenn die Elektronik zur Pause ruft: Fahrercheck per Assistenzsystem
    1 von 18

    Müdigkeitswarner

    Sekundenschlaf am Steuer kann tödlich enden. Um den Autofahrer davor zu bewahren, entwickelte Mercedes-Benz den „Attention Assist“, der teilweise bereits zur Serienausstattung gehört. Das System erstellt zu Fahrtbeginn durch das Erkennen des Lenkverhaltens in verschiedenen Situationen ein Fahrerprofil, das im Fahrtverlauf ständig als Vergleichsmuster dient. Gemessen wird mit einem Sensor, der permanent die Lenkbewegungen und die Lenkgeschwindigkeit beobachtet. Gewarnt wird der Fahrer gleichzeitig durch ein akustisches Warnsignal und eine Displayanzeige.

    Im Bild das System bei einer Testfahrt.

    (Foto: gms)
    SpurhalteassistentTRG
    2 von 18

    Spurhalteassistent

    Der Spurhalteassistent erfasst durch eine Kamera, falls der Fahrer ohne zu blinken seine Spur zu verlassen droht und seine Lenkbewegung nicht auf einen Spurwechsel hindeutet. Durch einen Piepston oder das Vibrieren von Sitz oder Lenkrad wird der Fahrer darauf hingewiesen, dass er kurz davor ist, die Fahrbahnmarkierung zu überfahren. Ein solches System bietet unter anderem Volkswagen mit seinem „Lane Assist“ an, der im Falle des Passat CC gegebenenfalls sogar weich gegenlenkt.

    Der ADAC weist allerdings darauf hin, dass solche Systeme nur verlässlich funktionieren können. wenn die Straßen ordentlich liniert sind. Auf Kreis- und Landstraßen ist das in vielen Gemeinden aber leider nicht der Fall.

    (Foto: PR)
    Totwinkelwarner allg
    3 von 18

    Totwinkelwarner

    Sobald der Fahrer mittels Blinker beabsichtigt die Spur zu wechseln, schaltet sich der Totwinkel-Assistent ein, der den Fahrer durch Vibration vor sich nähernden Fahrzeugen auf der benachbarten Spur warnt. Ermittelt werden die Daten entweder durch Radarsensoren, Kameras oder Laserscanner. Eingeführt wurde das System von Volvo, mittlerweile bietet unter anderem Mercedes die Warnfunktion an. Hier wird ein rotes Warndreieck im betreffenden Außenspiegel angezeigt und zusätzlich nach Bedarf ein akustisches Warnzeichen eingesetzt.  

    (Foto: PR)
    Verkehrszeichenerkennung VW Sign Assist
    4 von 18

    Verkehrszeichenerkennung

    Ähnlich wie der Spurhalteassistent funktioniert die Erkennung von Verkehrszeichen. Auch hier wird eine Kamera genutzt, die mittels Bilderkennung Verkehrszeichen identifiziert und diese auf dem Bildschirm oder dem Head-up-Display (hier werden die Informationen im Sichtfeld des Fahrers projiziert) anzeigt. Teilweise ist die Verkehrszeichenerkennung mit der Geschwindigkeitskontrolle verknüpft. Neben Geschwindigkeitsbeschränkungshinweisen erkennen die neueren Systeme wie „Connected Drive“ von BMW auch Überholverbote oder nur in bestimmten Fällen gültige Tempobeschränkungen.

    (Foto: PR)
    huGO-BildID: 6949414 Einparkassistenz-Systeme von Bosch: Fernziel vollautomatisches Parken, Fahrerassistenz, Fahrerassistenzsystem
    5 von 18

    Einparkautomatik

    Wer sich beim Einparken auch mit herkömmlichen Piepswarnern nicht wohlfühlt, dem hilft die Einparkautomatik weiter. Wird sie eingeschaltet und der Blinker in die entsprechende Richtung gesetzt, wird bei einer Geschwindigkeit von maximal 40 km/h durch eine Kamera eine ausreichend große Lücke gesucht. Ist diese erst gefunden, wird der Fahrer mittels Display angewiesen, wobei dieser meist nur noch Gas geben muss, während das System automatisch lenkt. So ist es auch bei dem „Park Assist“ von Volkswagen der Fall. Der Lenkassistent funktioniert sowohl bei Längs, als auch bei Querparklücken.

    (Foto: Bosch)
    „Pre-Safe“-System
    6 von 18

    Unfallfolgen-Milderung

    Das „Pre-Safe“-System warnt den Fahrer vor einem drohenden Unfall. Reagiert der Fahrer nicht auf optische und akustische Signale, nimmt das System außerdem eine Teilbremsung bis hin zur Vollbremsung vor, um die Schwere des Aufpralls wenigstens zu reduzieren. Hierbei arbeitet „Pre Safe“ mit dem Bremsassistenten zusammen. Die Unfallgefahr erkennt das System durch spezielle Radarsensoren. Nachfolgende Autos werden durch schnelles Blinken gewarnt.

    (Foto: PR)
    Head-up-Display BMW
    7 von 18

    Head-up-Display

    Das „Head-up-Display“ wie unter anderem BMW es anbietet, projiziert die für den Fahrer wichtigen Daten mittels LED-Lichtquelle auf die Windschutzscheibe. So muss der Fahrzeugführer nicht den Blick von der Fahrbahn abwenden um Informationen wie seine eigene Geschwindigkeit abzurufen.

    (Foto: PR)
    Startseite
    Mehr zu: Head-Up-Displays vor dem Durchbruch - Kopf hoch, HUD kommt
    0 Kommentare zu "Head-Up-Displays vor dem Durchbruch: Kopf hoch, HUD kommt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%