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Nissan X-Trail im Test Der praktischere Qashqai

Der Nissan X-Trail ist ein praktisches Auto: geräumig, variabel und komfortabel im Fahrverhalten. An einer Stelle patzt das Mittelklasse-SUV jedoch.
  • Holger Holzer
20.09.2015 - 11:23 Uhr Kommentieren
  • Spotpress
Test: Nissan X-Trail - Der praktischere Qashqai Quelle: Nissan
Nissan X-Trail

Ab 27.200 Euro gibt es den X-Trail mit Dieselmotor. Das sind 300 Euro weniger als für den identisch motorisierten Qashqai aufgerufen werden. Allerdings ist der größere der beiden Nissan-Brüder schlechter ausgestattet.

SUV sind häufig entweder gutaussehend oder praktisch. Der Nissan X-Trail ist beides. Wer den technisch eng verwandten Qashqai für zu eng hält, findet in ihm den vielfältigeren Begleiter für Alltag und Freizeit. Gespannfahrer könnten trotzdem enttäuscht werden.

Den ersten möglichen Vorbehalt räumt der X-Trail schon beim Einsteigen aus: Obwohl die Karosserie gegenüber dem kantigen Vorgänger mit ihren verschwenderischen Schwüngen und Bögen fast schon aufgequollen wirkt, ist der Innenraum gewohnt großzügig.

Das Cockpit ist luftig und aufgeräumt Quelle: Nissan
Blick in den Innenraum

Das Cockpit ist luftig und aufgeräumt

Nicht alle Mittelklasse-SUV lösen den Zielkonflikt zwischen dynamischem Äußeren und geräumigem Inneren so überzeugend. Auf dem kommandostandartigen Fahrersitz ist das Raumgefühl großzügig und der Fernblick weit.

Über dem Verkehr thronend fühlt man sich geborgen, wie es in einem SUV sein muss. Auch in Reihe zwei geht es dank der längs verschiebbaren Sitzbank auf Wunsch luftig zu, selbst auf den beiden Notsitzen in Reihe drei lässt es sich für Erwachsene kurzzeitig aushalten. In der Regel wird man aber wohl die Sessel umgeklappt im Wagenboden lassen und stattdessen den großzügigen Gepäckraum nutzen.

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    Das Abteil hinter der großen Klappe ist der große Vorzug des X-Trail. Während es dort beim fast 30 Zentimeter kürzeren Qashqai für Kinderwagen oder Großeinkauf schon etwas eng wird, hat sein größerer Ableger so viel Platz, dass man verschwenderisch damit umgehen kann.

    Exaktes Packen ist so zwar nicht notwendig, aber möglich. Auch dank der praktischen, mit auswischbarem Kunststoff ausgeschlagenen Unterbodenfächer. Die stammen genetisch noch von der Vorgängergeneration, einem kastenförmigen Arbeits-SUV ohne Schnickschnack aber mit praktischen Details.

    Das Heck ist ein wenige kantiger als beim kleinen Bruder Quelle: Nissan
    Das Heck ist ein wenig kantiger als beim kleinen Bruder.

    Der 130 PS starke Diesel passt gut ins Paket. Von der Papierform etwas schwachbrüstig, stellt er sich in der Praxis doch mit etwas Anlauf als ausreichend durchzugsstark heraus.

    Wie der kernigere Vorgänger ist auch der neue X-Trail jenseits befestigter Asphalt-Straßen ein kompetenter Begleiter, solange man den optionalen Allradantrieb ordert und es nicht ernsthaft in schweres Gelände geht. Wie in dieser Klasse üblich werden beim X-Trail nicht permanent alle vier Räder angetrieben. Die Hinterachse schaltet sich lediglich dazu, wenn vorne der Grip fehlt. Darüber hinaus lässt sich der Allradantrieb auf Knopfdruck auch dauerhaft erzwingen – etwa beim Anfahren mit Hänger auf nasser Wiese.

    Apropos Hänger: Bis zu 2.000 Kilogramm darf der X-Trail an den Haken nehmen. Und er wäre auch ein nahezu perfektes Zugfahrzeug, wenn Nissan nicht einfach die in dieser Hinsicht interessanteste Antriebsvariante aus dem Programm gestrichen hätte.

    In Reihe drei lässt es sich noch aushalten Quelle: Nissan
    Keine billigen Plätze

    Sogar in Reihe drei lässt es sich noch aushalten.

    Denn in Deutschland lassen sich – anders als etwa in der Schweiz - Allradantrieb und Automatik nicht kombinieren. So kann man als Gespann-Fahrer nur wählen, ob man lieber für gute Traktion einen möglicherweise erhöhten Kupplungsverschleiß in Kauf nimmt oder ob man komfortabel mit Automatik fährt und dafür rutschiges Geläuf meidet.

    Laufruhig und genügsam
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