Premiere: BMW zeigt den i4 – Mit 530 PS auf Tesla-Jagd
Mit dem i4 will BMW-Chef Oliver Zipse den Anteil von Elektroautos am Absatz weiter steigern.
Foto: HandelsblattMünchen. Nach der Absage des Genfer Autosalons hat BMW die Weltpremiere seines vollelektrischen Concept i4 ohne Publikum in München gefeiert und im Internet übertragen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Dienstag, das viertürige Gran Coupé habe dank neuer Batterietechnik bis zu 600 Kilometer Reichweite. Das entspräche der Reichweite des bisherigen Spitzenreiters Tesla Model S.
Bei den Leistungsdaten setzt BMW auf Sportlichkeit. Der i4 soll bis zu 530 PS auf die Straße bringen und beschleunigt damit in circa vier Sekunden von null auf hundert. Die Höchstgeschwindigkeit soll nach Angaben des Herstellers bei über 200 Stundenkilometern liegen. Der dafür nötige Strom kommt aus einer 80 kWh großen Batterie.
Ein wichtiges Gestaltungsmerkmal ist die große Niere, die ihren prominenten Platz am Fahrzeug behält, obwohl sie nicht mehr zur Motorkühlung nötig wäre. Stattdessen beherbergt sie nun unter anderem die Sensorik der Fahrerassistenzsysteme. Darüber hinaus orientiert sich das E-Modell stark am konventionell motorisierten BMW 4er Gran Coupé, das im gleichen Werk gebaut werden wird und noch in diesem Jahr auf den Markt kommen dürfte.
Das Innere des i4 hat BMW futuristisch, aber auch sehr elegant gestaltet.
Foto: HandelsblattDer aufgeräumte, weiß ausgekleidete Innenraum wird von einem konkaven Curved-Display geprägt, das die analogen Instrumente ersetzt und sich bis über die Mittelkonsole zieht. Unter der Haube kommt die fünfte Generation der Münchner E-Antriebstechnik zum Einsatz, die noch in diesem Jahr im SUV-Modell iX3 Premiere feiern wird.
Der vollelektrische i4 soll nächstes Jahr in München vom Band rollen. Zugleich soll dann auch der vollelektrische BMW iNext in Dingolfing gebaut werden. Einen Preis nennt BMW bislang noch nicht.
Der BMW-Konzern werde dieses und nächstes Jahr insgesamt eine halbe Million Plug-in-Hybride und vollelektrische Fahrzeuge verkaufen und die verschärften CO2-Vorschriften erfüllen, betonte Zipse. Nächstes Jahr werde jedes vierte in Europa verkaufte Auto des Konzerns elektrifiziert sein.
Ganze 530 PS soll das Modell auf die Straße bringen.
Foto: HandelsblattNach dem kleinen i3 haben die Münchner gerade den ersten vollelektrischen Mini auf den Markt gebracht und bereiten in China den Anlauf des vollelektrischen SUV iX3 vor. Die EU droht Autoherstellern bei Verstößen gegen Klimavorgaben mit hohen Strafen.
Der Genfer Autosalon war wegen der Coronavirus-Epidemie ausgefallen. Im Münchner Forschungs- und Innovationszentrum von BMW, wo die i4-Premiere kurzfristig inszeniert wurde, war ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Zipse reichte BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk zum Abschluss der Premiere die Hand, aber der zuckte zurück und streckte dem Konzernchef dann die Faust zum coolen „Fist Bump“ entgegen.
Mehr: BMW will für das Elektroauto seine Grundsätze nicht aufgeben. Doch der Markt wird nicht mehr von Pragmatikern bestimmt.
BMW setzt mit dem i4 auf volle Vernetzung.
Foto: HandelsblattIm Gegensatz zum i3 kommt das neue Elektromodell klassischer daher.
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