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Sicherheits-Diskussion um Quads Alle Nachteile in einem Fahrzeug vereint

Schmale Spur, hoher Schwerpunkt, kurzer Radstand, gewöhnungsbedürftige Fahrdynamik, keine Knautschzone. 116.000 Quads düsen in Deutschland über Straßen und Wege. Doch wie gefährlich sind die vierrädrigen Vehikel?
08.07.2013 - 12:52 Uhr 2 Kommentare
  • dpa
Keine Kurvenlage: Schon ein kleiner Ausweichschlenker kann das Quad auf die Seite legen. Foto: Franz-Peter Tschauner Quelle: dpa

Keine Kurvenlage: Schon ein kleiner Ausweichschlenker kann das Quad auf die Seite legen.
Foto: Franz-Peter Tschauner

(Foto: dpa)

Köln Sommerzeit ist Quad-Zeit. Aber dann tauchen regelmäßig solche Schlagzeilen auf: «Neunjähriges Mädchen mit Quad schwer verletzt», «82-Jährige bei Quad-Unfall leicht verletzt», «Quad-Fahrer stirbt bei Unfall». Obwohl sie bereits seit Jahren zum Straßenbild gehören, weiß eigentlich niemand so genau, wie sicher oder unsicher der Quad-Fahrspaß ist. Das soll sich jetzt ändern.

In den Unfall-Statistiken sollen die Quads im kommenden Jahr erstmals als eigene Kategorie ausgewiesen werden, sagt ein ADAC-Sprecher. Bislang wurden die Quad-Unfälle von der Polizei mal wegen ihrer Bauart den Motorrädern, mal wegen ihrer vier Reifen den Autos zugerechnet. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Quads als «leichte vierrädrige Kfz» erfasst. ADAC-Crash-Tests sind ihnen bislang erspart geblieben.

Doch die Versicherer treibt die Frage um, welche Risiken sie da eigentlich versichern. Ihre Unfallforscher arbeiten daher zurzeit an einer großen Studie über die Risiken der Quads. «Die Datenlage ist bislang äußerst dürftig», sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann. Im Herbst wollen die Forscher ihre Ergebnisse vorstellen.

«Quads sind durch ihre schmale Spurweite relativ kippgefährdet, in Kurven kann das schon bei geringem Tempo sehr schnell gehen», sagt Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte beim TÜV Rheinland. «Sie kombinieren sämtliche Nachteile von Auto und Motorrad: Keine Knautschzone, keine elektrischen Stabilitäts-Helfer, keine Kurvenlage.» Schon ein kleiner Ausweichschlenker kann das Quad auf die Seite legen.

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    Für die Straßenzulassung müssen die Quads lediglich die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen. Zwar gibt es bei den Gefährten am Markt deutliche Qualitäts- und Preisunterschiede, aber das sei in der Regel nicht entscheidend: «Mehr als 90 Prozent der Unfälle werden durch die Fahrer verursacht, nicht durch die Fahrzeugtechnik.»

    Seit 2006 gilt für Quads die Helmpflicht. Als Schutzkleidung sollte das Motorrad-Niveau gelten. Quads sind wegen ihrer ganz eigenen Fahrweise stark gewöhnungsbedürftig. Als beste Sicherheitsmaßnahme empfehlen viele Experten ein Fahrtraining.

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    2 Kommentare zu "Sicherheits-Diskussion um Quads: Alle Nachteile in einem Fahrzeug vereint"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Vom dusseligen Kommentar zu Hartz IV-/Prekariats-Fahrzeugen, die Quads sicher nicht sind, abgesehen: Quads sind nicht einfach zu fahren, weshalb sie wie jedes Fahrzeug der Übung bedürfen. Wer ein Quad fährt und nicht vor jeder Kurve das Tempo verringert, ist selbst schuld, wenn es ihn aus dieser Kurve trägt. Insofern ähneln Quads deutlich mehr einem Auto - keine stabilisierenden Kreiselkräfte. Mein Quad fährt max. 80 km/h, das ist bei weitem schnell genug, zumindest für ein All-Terrain-Vehicle mit dick profilierten Ballonreifen. Straßenquads sind breiter, flacher, anders bereift. Hier sollte man schon unterscheiden, denn ATVs sind im normalen Straßenverkehr nicht unbedingt in ihrem vorgesehenen Einsatzgebiet. Ansonsten kann ich der Forderung nach einem Fahrtraining nur zustimmen, und Kindern sollte man so ein Fahrzeug keinesfalls anvertrauen. Im Übrigen gilt: Wer ohne Helm fährt, ist sowieso ein Idiot.

    • Was machen die Prekariat-Quads im Handelblatt?
      Sommerloch?
      Neues Publikum unter den Hartz-Empfängern sondieren?

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