20 Jahre nach Rassenunruhen Rodney King tot im Pool aufgefunden

Sein Name steht für die tödlichen Rassenunruhen vor 20 Jahren: Damals wurde Rodney King Opfer von Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. Nun fand seine Verlobte ihn leblos in seinem Swimmingpool in Kalifornien.
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Rodney King: Man fand ihn leblos in seinem Schwimmbad. Quelle: dapd

Rodney King: Man fand ihn leblos in seinem Schwimmbad.

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Los AngelesRodney King, dessen Namen für die tödlichen Rassenunruhen in Los Angeles vor 20 Jahren steht, ist tot. Nach Angaben der Polizei von Rialto unweit von Los Angeles wurde der 47-Jährige am frühen Sonntagmorgen leblos in seinem Swimmingpool entdeckt und wenig später (15.11 Uhr MESZ) für tot erklärt. Auf den ersten Blick weise nichts auf ein Verbrechen hin, sagte ein Polizeisprecher.

Der Sprecher erklärte weiter, Kings Verlobte habe ihn auf dem Grund des Swimmingpools ihres Hauses entdeckt. Die Sanitäter hätten erfolglos versucht, ihn wiederzubeleben. Eine Autopsie solle nun die genaue Todesursache klären.

Bei den schwersten Rassenunruhen in den USA seit den 60er Jahren waren im Frühjahr 1992 in der US-Westküstenstadt 53 Menschen getötet und tausende verletzt worden. Auslöser war der Freispruch von weißen Polizisten am 29. April 1992, die ein Jahr zuvor den Schwarzen King wegen zu schnellen Fahrens gestoppt und brutal zusammengeschlagen hatten.

Die vier Beamten prügelten den Schwarzen nieder, traten ihn und feuerten mit einer Schreckschusspistole auf ihn. Ein Passant filmte das Geschehen und reichte die Aufnahmen an einen Fernsehsender weiter. Die Amateuraufnahmen sorgten weltweit für helle Empörung. Eine Verurteilung der Beamten schien sicher, doch dann wurde das Verfahren in den mehrheitlich von Weißen bewohnten Vorort Simi Valley verlegt. Im April 1992 sprach eine Jury, der kein Schwarzer angehörte, drei Polizisten frei. Das Verfahren gegen den vierten platzte.

Umgehend kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, die in South Los Angeles ihren Anfang nahmen. Dort gingen rund 100.000 wütende Bürger auf die Straße. Die Polizei bekam die Krawalle nicht in den Griff, erst am vierten Tag kehrte durch das Eingreifen der Armee Ruhe ein. Innerhalb von drei Tagen kamen 55 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 wurden verletzt. Auf dem Höhepunkt der Gewalt bat King auf einer Pressekonferenz: "Können wir nicht alle miteinander auskommen?"

Drogen- und Alkoholprobleme

Die Polizei wurde damals von den Unruhen überrascht. Der Aufruhr breitete sich auf Koreatown aus, wo Ladeninhaber sich bewaffneten und Feuergefechte mit Plünderern lieferten. Mehrere schwarze Männer zogen einen weißen Lastwagenfahrer aus seinem Fahrzeug und prügelten ihn fast zu Tode. Der Polizeichef Daryl Gates geriet in die Kritik und trat zurück.

Seit den Ereignissen kämpfte King gegen Drogensucht und geriet mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Anlässlich des Jahrestags im April veröffentlichte er seine Autobiographie. Rassismus sei noch immer ein Problem, sagte er damals dem Sender CNN. "Es wird immer eine gewisse Art von Rassismus geben." Die Menschen müssten aber "zurückschauen und sehen, was wir bislang erreicht haben".

Wäre das alles in den 50er oder 60er Jahren geschehen, hätte er nicht überlebt. Seinen Peinigern habe er verziehen, denn auch ihm sei immer wieder verziehen worden, sagte King weiter: "Jeder muss eine zweite Chance bekommen - wie ich."

In den zwei Jahrzehnten, seit sein Name zum Synonym für die Unruhen wurde, wurde King mehrfach festgenommen, meist im Zusammenhang mit Alkohol. Später wurde er Manager bei einer Plattenfirma und trat in der Reality-Show "Celebrity Rehab" auf. Kürzlich sagte er der Nachrichtenagentur AP, er sei ein glücklicher Mann. "Amerika war gut zu mir, nachdem ich den Preis bezahlt und das alles überlebt hatte", erklärte er. "Dieser Teil meines Lebens ist jetzt der leichte Teil."

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