29 Personen verletzt Randale in London unter Kontrolle

Nach der Brandnacht von Tottenham ist es in London am Sonntag weitgehend ruhig geblieben. Nur noch einzelne Gruppen versuchten in der Umgebung, Unruhe zu stiften. Die Polizei hatte 55 Verdächtige festgenommen. Jetzt beginnt die Ursachenforschung.
Update: 08.08.2011 - 03:42 Uhr 15 Kommentare

Ausschreitungen in London

LondonNach einer Welle der Gewalt im Londoner Stadtteil Tottenham hat die Polizei die Situation am Sonntag in den Griff bekommen. Nur noch einzelnen Gruppen von vermummten Randalierern gelang es, Läden zu plündern oder kleinere Schäden anzurichten, berichtete die Polizei.

In der Nacht zum Montag griffen im benachbarten Stadtteil Enfield Jugendliche einen Polizeiwagen an und warfen Fenster ein, wie die Agentur PA berichtete. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Die Polizei hatte in weiten Teilen Londons ihre Patrouillen verstärkt.

In der Nacht zum Sonntag hatten Gewalttäter ein ganzes Viertel im Stadtteil Tottenham überrollt. Randalierer setzten Häuser, Geschäfte und Supermärkte in Brand, zündeten Polizeiautos und einen Doppeldecker-Bus an und plünderten Läden. Von einigen Häusern blieben nur die Grundmauern, von Fahrzeugen nur Stahlgerippe übrig.

Hintergrund war der noch nicht vollständig aufgeklärte Tod eines 29-jährigen: Ein Polizist hatte den Familienvater am Donnerstag erschossen. „Wir sahen uns einer Gewalt gegenüber, wie wir sie in diesem Ausmaß nicht erwarten konnten“, sagte Adrian Hanstock von Scotland Yard. Die Downing Street sowie Innenministerin Theresa May verurteilten die Gewalt als „völlig unakzeptabel“.

Vorausgegangen war eine Demonstration von Einheimischen, die Antworten auf Fragen nach dem Tod des 29-Jährigen vermissten. Die Familie des Getöteten und deren Umfeld glaubt nicht an die Version der Polizei, der 29-Jährige habe aus einem Taxi heraus das Feuer eröffnet. Eine polizeiinterne Untersuchung ist im Gange.

Nach Angaben von Scotland Yard wurden nach den Ausschreitungen 55 Verdächtige festgenommen. 26 Polizisten und drei Zivilisten wurden verletzt. Die Polizei habe Kräfte zusammengezogen, um eine Fortsetzung der Gewalt zu unterbinden. „Die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen“, sagte ein Polizeioffizier. Der Sachschaden geht in die Millionen.

Nach Berichten von Augenzeugen spielten sich dramatische Szenen ab. Familien mit kleinen Kindern mussten aus ihren Wohnungen in brennenden Häusern fliehen. „Es war wie im Krieg“, sagte ein Anwohner dem Sender Sky News.

Teile des Londoner Stadtteils Tottenham gelten seit Jahrzehnten als problematisch. Viele Kulturen, in ihren Heimatländern häufig verfeindet, treffen dort aufeinander. Bereits 1985 hatte es einen Aufsehen erregenden Aufstand gegeben, ein Polizist wurde erschossen. In den vergangenen Jahrzehnten war Tottenham als eines der Zentren der Londoner Bandenkriminalität bekannt.

Vorausgegangen war eine Demonstration von Einheimischen, die Antworten auf Fragen nach dem Tod des 29-Jährigen vermissten. Die Familie des Getöteten und deren Umfeld glaubt nicht an die Version der Polizei, der 29-Jährige habe aus einem Taxi heraus das Feuer eröffnet. Eine polizeiinterne Untersuchung ist im Gange. Der Polizeischütze gehörte der Sondereinheit „Trident“ von Scotland Yard zur Bekämpfung von Bandenkriminalität an

Nach Angaben von Scotland Yard wurden nach den Ausschreitungen 55 Verdächtige festgenommen. 26 Polizisten und drei Zivilisten wurden verletzt. Die Polizei habe Kräfte zusammengezogen, um eine Fortsetzung der Gewalt zu unterbinden. „Die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen“, sagte ein Polizeioffizier. Der Sachschaden geht in die Millionen.

Nach Berichten von Augenzeugen spielten sich dramatische Szenen ab. Familien mit kleinen Kindern mussten aus ihren Wohnungen in brennenden Häusern fliehen. „Es war wie im Krieg“, sagte ein Anwohner dem Sender Sky News.

Teile des Londoner Stadtteils Tottenham gelten seit Jahrzehnten als problematisch. Viele Kulturen, in ihren Heimatländern häufig verfeindet, treffen dort aufeinander. Bereits 1985 hatte es einen Aufsehen erregenden Aufstand gegeben, ein Polizist wurde erschossen. In den vergangenen Jahrzehnten war Tottenham als eines der Zentren der Londoner Bandenkriminalität bekannt.

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15 Kommentare zu "29 Personen verletzt: Randale in London unter Kontrolle"

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  • Hallo,
    liebes Handelsblatt. Schon wieder gefiltert !? Wo sind den die Berichte zu Israel ? Dort gingen 350.000 !!! Menschen auf die Straße um gegen die Ungerechtigkeit im Lande zu demonstrieren. Wo ist den der Bericht hierzu im Handelsblatt ? Traut sich wohl wieder keine etwas gegen die israelische Regierung zu sagens bzw. zu schreiben.
    Die deutschen Medien haben offensichtlich ihren Auftrag vergessen, aber das merkt ja keiner.......

  • Jeder mormale Mensch weiß, daß Tottenham voll von unbritischem Gesindel ist. Das kapiert so langsam der allerletzte BRD-Schreiberling.

  • Was für eine arrogante und belanglose Antwort. Ihnen, dem gut ausgebildeten, internationalen Menschen hat man nicht einmal das Siezen beigebracht.

  • Ja, viel Spaß in Asien, ich muß mir keine "Großkanzlei" antun. Opportunisten werden überall gebraucht, mit dem Stolz der Frau Merkel ist es hier auch bald vorbei und so viele EU-Heinies wollen ja jetzt schon wieder zurück in die BRD-Amtsstuben, es soll richtiger Andrang sein...

  • "Teile des Londoner Stadtteils Tottenham gelten seit Jahrzehnten als problematisch. Viele Kulturen, in ihren Heimatländern häufig verfeindet, treffen dort aufeinander."

    Das ist mehr Hintergrund, als Handelsblatt-online-Artikel gewöhnlich bieten. Dass das HB online nicht die Bohne wert ist, streckenweise nur Praktikanten z.B. Agenturmeldungen liederlich umschreiben, zeigt sich seit langem.
    Ich selbst falle immer wieder drauf ein, den einen oder anderen Artikel lesen zu wollen.

  • Ist aber nett, dass du dich so um meine Zukunft sorgst :-D
    Keine Sorge; der Großteil meines Vermögens ist sicher in Singapur, wo ich 7 Jahre in einer Großkanzlei gearbeitet hab, angelegt.
    Wenn hier alles den Bach runter geht, bin ich sofort wieder in Singapur in einer Großkanzlei.

    Du siehst also den Unterschied Zeitzeuge: du hast keine Wahl und uns - ich spreche von den gut augebildeten internationalen Menschen - steht die Welt offen.
    Was für ein armes Leben ;-)

  • Das ganze Gutmenschentum gefährdet die westlichen Werte und unser aller Leben, wenn nach wie vor das Thema Migranten -und hier insbesondere mit muslimischen Hintergrund- verniedlicht wird. Verpassen wir den Zeitpunkt des rechtsstaatlichen Durchgreifens, werden wir irgendwann so handeln (müssen), wie derzeit die Regierung in Syrien, Lybien, u.s.w., da ein aufgebrachter muslimischer Mob mit nichten mit rechtsstaatliche Verfahrensanweisungen beruhigt werden kann (siehe gestern in London)...!

  • Och, das war doch nur zum Eingewöhnen an solche Bilder für die BRD-Massenschafhaltung... London ist doch weit weg und ein bisschen Wasser ist auch noch dazwischen. Was Sie das schrieben, wird aber der Frau Merkel und vor allem der grünen dicken Roth und dem roten dicken Gabriel gar nicht gefallen. Viellicht treffen wir uns demnächst im "Sonderlager"... bis dieser Tage!

  • @ EU-Jurist : Gut daß Sie uns daran erinnern, daß Opportunisten und Ideologen nicht aufgeben, auch wenn ihre Zeit abläuft: Frau Merkel ist stolz auf Sie! Posten Sie mal ruhig noch ein bisschen, demnächst wird es nicht mehr viel geben, wozu Sie ihren "Senf" dazugeben können. Nehmen Sie schon mal Stunden beim entsprechenden Personal Trainer, um den "Wendehals" zu üben, das kann nicht schaden, Sozialfälle werden wir genug haben... : )))))))))

  • Dieser Stadtteil hat einen fast 100 %igen Migrantenanteil. Das wird nicht erwähnt.

    Vor einiger Zeit wurde in diesem Stadtteil ein Polizist von einer Menschenmenge mit Macheten in Stücke gehackt. Das wird nicht erwähnt.

    In Polizeikreisen und bei Anwohnern wird offen zugegeben, daß dieser Stadtteil praktisch aufgegeben wurde. Die Polizei greift dort nur noch in den schwersten Fällen ein. Dieser Stadtteil ist also eine weitgehend "befreite Zone" - befreit vom Recht. Das wir nicht erwähnt.

    Liebes Handelsblatt: Newsticker kann ich selbst lesen. Dafür brauche ich kein Handelsblatt. Dafür sind sie als Redaktion vollkommen überflüssig. Was ich nicht im Newsticker lesen kann, sind Hintergrundinfos und Analysen. Aber zumindest bei diesem Thema finde ich nichts davon bei ihnen.

    Meine Frage: Mit welchem Recht möchten sie also, daß ich ihnen €400 (oder mehr - je nach Abo) pro Jahr bezahle? Welche Gegenleistung erhalte ich dafür von ihnen? Ich kann zumindest in diesem Fall keine entdecken.

    Auf dem Medienmarkt herrscht Marktwirtschaft. Ich kaufe kein Handelsblatt, sie bekommen kein Geld, sie stehen auf der Straße. Das ist in Kurzform das, was passiert. Vielleicht überlegen sie sich das zukünftig beim Abfassen von Artikeln.

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