Abitur 2015 Schüler fordert Herausgabe der Abi-Aufgaben

Diese Anfrage beim Schulministerium in NRW macht Schlagzeilen: Ein Schüler fordert die Aufgaben fürs Abitur 2015 vorab an. Denn laut Informationsfreiheitsgesetz hat jeder das Recht, Auskunft von Behörden zu erhalten.
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Welcher Abiturient träumt nicht davon, die Abi-Aufgaben schon vor der Prüfung zu kennen? Quelle: dpa
Abitur

Welcher Abiturient träumt nicht davon, die Abi-Aufgaben schon vor der Prüfung zu kennen?

(Foto: dpa)

Münster/DüsseldorfWie einfach könnte doch das Abiturientenleben sein, wüsste man nur, welche Fragen die Prüfer stellen! Diesen Gedanken wird der Münsteraner Schüler Simon Schräder (17) nicht mehr los, während er sich auf die zentral gestellte Abiturprüfung vorbereitet. Und weil Fragen nichts kostet, fragte er den Staat. Genauer: Er richtete eine offizielle Anfrage an das nordrhein-westfälische Schulministerium über die Internetplattform „FragDenStaat“ – und erntet mit der Aktion großes Medienecho.

Diese Seite, betrieben von der Transparenzinitiative Open Knowledge Foundation, will Bürgern dabei helfen, gegenüber Behörden ihr Recht auf Information und behördliche Dokumente durchzusetzen. Diesen Anspruch regelt seit 2006 das Gesetz zur Informationsfreiheit (IFG). Jeder Bürger darf danach unter Beachtung des Daten- und Geheimnisschutzes Zugang zu amtlichen Informationen bekommen. Auch die meisten Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, haben ähnliche Gesetze.

Im vergangenen Jahr wurden über „FragDenStaat“ mehr als 2000 solcher Anträge gestellt: „Von der Anfrage zu Geheimdienstdokumenten bis hin zum Antrag auf Einsicht in das lokale Grundstückskataster“, erläutert Arne Semsrott, Projektleiter bei der Plattform. FragDenStaat hilft nur bei den Formalien – jeder Bürger kann auch auf eigene Faust Anträge stellen. Knapp drei von vier aller Anfragen auf Bundesebene werde stattgegeben, berichtet Semsrott.

Das weiß auch der findige Abiturient Simon Schräder: Er arbeitet in einer lokalen Gruppe der Open Knowledge Foundation, die daran mitwirkt, den Stadtbewohnern relevante amtliche Daten zur Verfügung zu stellen – zum Beispiel zum Haushalt der Kommune oder zur Frage, wo es Parkplätze gibt in der Stadt.

„Beim Lernen hatte ich spontan die Idee, zu versuchen, über das IFG an die Abituraufgaben zu kommen“, erklärt er. Dass er damit Erfolg haben könnte, glaubt er kaum. „Aber es wäre ja interessant zu wissen, wie das Ministerium reagiert und wie sie ihre Antwort rechtlich begründen.“ FragDenStaat jedenfalls reichte seinen Antrag am 20. März weiter an das Ministerium.

Ablauf der Prüfung wird gefährdet
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4 Kommentare zu "Abitur 2015: Schüler fordert Herausgabe der Abi-Aufgaben"

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  • Wer nicht fragt bekommt keine Antwort ;-) Ob das jetzt solch eine Welle machen muss, ja darüber lässt sich streiten, aber vllt. kommen jetzt diejenigen ins Schwitzen die dieses tolle Gesetzt verabschiedet haben...statt Föderalismusreform immer mehr unsinnige Gesetzte und Regelungen.

  • Richtig.
    Kritisch hinterfragen ist immer gut, wenn es denn auch sinnvoll ist.
    Sinnloses hinterfragen ist sinnlos :-)
    Wie sinnvoll ist diese Hinterfragung des Schülers?

  • Vllt. hat er aber genau damit bewiesen, dass es mehr gibt als alles vorgekaut zu bekommen und alles blind hinzunehmen. Kritisch hinterfragen bringt einen immer weiter, auch wenn andere dann der Meinung es besser zu wissen bzw. "besser" sind... die Flinte raus und auf andere (verbal) schießen klappt ja schonmal gut! Sry kein Verständnis für diesen Kommentar

  • Sorry, aber wie kann man nur so blöd sein? Das Abitur ist ein Reifezeugnis und der Schüler hat entweder absolut nicht verstanden um was es geht, ist ein pedantisches Erbsenzähler-Beamtenkind oder aber er will einfach nur auf eine "Lücke" in unserem System hinweisen und auf sich aufmerksam machen. Unser System hat sehr viele Lücken, die mit einem gewissen gesunden Menschenverstand lösbar und verständlich sind. Unser Staat sollte bei Abiturienten, die sich selbst gerne als geistige Elite sehen, eine gewisse Intelligenz voraussetzen dürfen, was in diesem Fall leider nicht gegeben ist. [...]
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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