Aktion gegen Anti-Lanz-Petition Nuhr eine Petition

Das Netz hetzt gegen Lanz: In einer Petition fordern Zehntausende die Entlassung des Moderators. Kabarettist Dieter Nuhr nahm dies zum Anlass für eine Gegenaktion. Doch Ironie scheint bei „Open Petition“ nicht erwünscht.
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Kabarettist Dieter Nuhr stellte sich gegen das Mobbing von Markus Lanz – vorerst erfolglos. Quelle: dpa

Kabarettist Dieter Nuhr stellte sich gegen das Mobbing von Markus Lanz – vorerst erfolglos.

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BerlinDie Kritik an Markus Lanz reißt nicht ab. Auch während und nach seiner „Wetten dass“-Sendung am Samstag lästerten etliche Nutzer auf Facebook und Twitter über seine Moderation. Die Online-Petition für die Absetzung des Showmasters sammelte auch am Wochenende weiter fleißig Stimmen, inzwischen ist die Grenze von 200.000 Unterschreibern geknackt. Anlass für die Petition war eine Sendung mit Sahra Wagenknecht gewesen. Lanz hatte die Linken-Vize in dem Gespräch mehrfach unterbrochen – zu oft nach Meinung der Netzgemeinde: In einer Petition forderten Zehntausende binnen kürzester Zeit den Rauswurf von Markus Lanz.

Der Kabarettist Dieter Nuhr reagierte auf ironische Art und Weise auf das Geschehen: Er startete am Sonntag seine eigene digitale Unterschriftensammlung. „Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn“ lautete der Titel der Petition. Der Grund für Nuhrs Aktion: Er fände die „Returntastendrückerrevolutionäre nur noch peinlich“, schrieb der Kabarettist auf Twitter.

Auf der Plattform „Open Petition“ ging kurz darauf sein Gegen-Projekt online. In der Beschreibung stand, Nuhr wolle zum „König des Internets“ erklärt werden und dann bestimmen, wer sich äußern dürfe und wer nicht. Im Netz sei der „digitalen Mobbildung und der allgemeinen Verbreitung des gesunden Volksempfindens keine Grenzen mehr gesetzt“, schrieb Nuhr auf der Plattform. Verantwortliches Zusammenleben sei aber nur möglich, „wenn jeder für sein Tun haftbar gemacht werden kann“. „Die Rückgewinnung zivilisatorischer Grundgesetze ist deshalb nur durch Einsetzung eines guten König zu erreichen“, schrieb Nuhr nicht ganz ironiefrei.

Doch der Rückschlag folgte schnell: Nach nur wenigen Stunden löschte das Portal die Petition – wegen „Missachtung der Nutzungsbedingungen“. Die Nutzungsbedingungen sehen es demnach vor, „Spaß- und Troll-Petitionen“ von der Webseite zu verbannen. In diesen Bereich zählte für „Open Petition“ auch Nuhrs Experiment.

Der Komiker fühlte sich prompt in seiner Meinungsfreiheit eingeschränkt:

Doch das Netz wäre nicht das Netz, wenn es nicht auch für dieses Problem eine Lösung bereit hielte: Ein Nutzer eröffnete prompt eine Petition für Nuhrs Petition. Die hatte am Montagmorgen bereits rund 500 Unterstützer.

Übrigens müssten laut den Nutzungsbedingungen von „Open Petition“ auch beleidigende Unterschriftensammlungen von der Plattform verschwinden. Die Online-Petition für die Absetzung von Markus Lanz zählt für das Portal scheinbar nicht dazu.

  • lih
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17 Kommentare zu "Aktion gegen Anti-Lanz-Petition: Nuhr eine Petition"

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  • Wer beschwert sich eigentlich über Wagenknechts Äußerung auf die Frage, was sie einer Mutter sagen würde, deren Kind am 20.5.`89 an der Mauer erschossen wurde? Zur Erinnerung, Frau Witschaftsgenie sagte: "Sie hätte ihren Sohn besser erziehen sollen."

  • Nichts gegen unbequeme Fragen, die sind ja (eigentlich) der Sinn solcher Labershows (vulgo Talkshow) ... Aber, wie auch in einem anderen Beitrag hier im HB vom Autor erkannt, stellt Lanz die Fragen nur, hat aber gar kein Interesse an Antworten. Wozu also stellt er die Fragen dann? Dieses uninteressierte Gelaber bei seiner Abendshow, wie auch bei "Wetten dass...?" wird wohl noch mehr Leute auf die Palme bringen und das Staatsfernsehen immer stärker in Erklärungsnöte, wieso man eigentlich Rundfunksteuer zahlen soll.
    Ein anderes Blatt beschrieb den megapeinlichen Auftritt gegen die Wagenknecht zusammen mit dem "Journalisten" Jörges übrigens unter der Überschrift: "Hinrichtung gescheitert" - das sagt wohl alles. (Wohlgemerkt - dieses andere Blatt ist stockkonservativ, nicht "kommunismusverdächtig"!!)

  • Die Sperrung zeigt doch dass Herr Nuhrs Forderung bereits in die Tat umgesetzt wird. Im Petitionstext will er sich zum König des Internets. Das kann man nicht ernst nehmen also wird es gesperrt, genau wie die Anti Nuhr Petition. Wo die Petition gegen Lanz beleidigend war, muss man mir noch erklären

  • Bravo Herr Nuhr! Ihre Petition ist genau die richtige Antwort auf diesen aufgebauschten Zirkus um Herrn Lanz. Bei all der Aufregung über Lanz Unverschämtheit muß man sich wirklich fragen, ob der deutsche Michel schon soweit politisch korrekt abgerichtet wurde, daß er einem Moderator wie Lanz nicht mal mehr erlaubt einem Gast unbequeme Fragen zu stellen.
    Im Gegenteil - ein Moderator sollte auch unbequeme Fragen stellen dürfen. Freier Journalismus darf unbequem, unverschämt und frech sein. Auch wenn das bedeutet, daß ein Gast dadurch in die Enge getrieben oder in seinen Ausführungen, die oft nur Ausflüchte sind, unterbrochen wird. Insbesondere gilt das für Politiker wie Sahra Wagenknecht, die es perfekt verstehen, sich immer wieder herauszuwinden. Natürlich ist Lanz kein Kommunist wie Frau Wagenknecht. Und es steht ihm auch frei, das offen in seiner Sendung zu zeigen. Kommunisten und Sozialisten können ja abschalten. Eigentlich schade, daß es kein "freies" DDR Fernsehen mehr gibt. Dort wurde noch respektvoller mit "Wagenknechts" umgegangen.

  • Es liegt ja wohl an Frau Dr. Wagenknecht und ihrer kommunistischen Dialektik, dass Herr Lanz so eingeschritten ist und sie immer wieder daran erinnern mussste, zum Thema zurückzukommen.
    Ich kenne diese Art der Diskussionsdialektik noch aus meiner Studentenzeit, wo wir arglos den Tiraden der Kommunisten ausgeliefert waren und nicht gewusst haben, dass sie uns nur die Zeit nehmen wollten, unsere Meinung auch mal sagen zu können. Dann war die "Sendezeit" zu Ende, alle waren müde und die Kommunisten hatten 90 % der Diskussionszeit verbraucht, ohne was zum Thema zu sagen.
    Ich hätte angesichts dieser Erfahrung Frau Wagenknecht ebenfalls recht schnell zur Raison gerufen.


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  • Ich habe mir nachdem ich viele aufgeregte Diskussionen und Beiträge gelesen habe, die Sendung in der ZDF Mediathek angesehen und... war enttäuscht. Für mich war das normal, eigentlich etwas was mir an vielen Talkshows nicht gefällt, das dazwischen Gerede.
    Dass nun die Kommunisten ganz aufgeregt sind weil Ihre Diva W. es nun ein bisschen haerter erwischt hat (Sie muss ja nicht hingehen) verwundert mich nicht. Wenn man aber geil darauf ist in jeder Talkshow seine kruden politischen Statements abzugeben, dann muss man halt damit leben, dass einem Herr ML über den Weg läuft.
    Aber wie gesagt, die Kommunisten sind schon immer so aufgeregt gewesen. Das war in der DDR - die ja besser war als die BRD (Wagenknecht-Meinung) ebenso, nur da konnte es für einem gefährlich werden, wenn die Kommu's zu hart beleidigt waren.
    Was Einige hier zu meckern haben ist nicht nachvollziehbar. Da wurde die FDP als eine Art umworbenes Nesthäkchen bezeichnet. Schon mal die ZDF Heute-Show gesehen?
    Überhaupt kann ich die Sensibelchen hier nicht verstehen. Meines Erachtens ist das alles nur pure Provokation. Diesen Müll, der hier in den Kommentaren teilweise oder eigentlich meistens veröffentlicht wird ist so unter der Gürtellinie, niemand von denen würde doch von Angesicht zu Angesicht so etwas von sich geben.
    Und Parteilichkeit?
    Herr Nuhr hat es gerade erfahren. Es geht eben auch in beide Richtungen.
    Bis die Tage

  • Ein 3x HOCH auf die "Return"-Taste!

    Es scheint sich ein Instrument herauszubilden, dass diesen Journalisten und sonstigen Publicity-Fetischisten ein Regelventil präsentiert, dass diese nicht so einfach abschalten bzw. manipulieren können.

    Mit so etwas werden alle "Springer"-Doubletten zukünftig zu leben haben!

  • Hier wird mit zweierlei Mass gemessen. Wenn Herr Nuhr Kritik übt, dann wird er verbannt, weil er nicht dem Mainstream folgt. Wenn eine Petition Beleidigungen gegen Herrn Lanz enthält, sammelt sie 200.000 plus x Unterschriften...

    Wenn Frau Wagenknecht bei Ihren Äusserungen vom Moderator unterbrochen wird, dann ist das schlechter Stil und das stimmt auch so. Wenn einer vom anderen Extrem des politischen Spektrums vom Moderator unterbrochen wird, dann ist das guter investigativer Journalismus (dabei ist es in einer Demokratie auch bei ihm/ihr schlechter Stil)... Es lebe der schwarz-weiss Mainstream... Mit Demokratie hat das allerdings nichts mehr zu tun.

  • So ist es im Leben,des einen Leid des anderen Freud.So kann Herr Nuhr die Werbetrommel für seine am 29.01 startende Deutschlandtour rühren.Deshalb das Ganze nicht so ernst nehmen.

  • „Returntastendrückerrevolutionäre“ nur noch peinlich ? Ich finde eher anbiedernde, arrogante Nullnummeropportunisten nuhr noch peinlich.
    Oder hat da ein satt durch die Rundfunkgebühr verrenteter Comedian ebenfalls Bammel mal in die berechtigte Kritik des Publikums zu geraten ?

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