Angriff in Las Vegas „Akt des absolut Bösen“

Bei einem Attentat in Las Vegas sind mindestens 58 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Angriff als „Akt des absolut Bösen“. Auch der IS meldete sich zu Wort.
Update: 02.10.2017 - 20:02 Uhr 2 Kommentare
Der US-Präsident kündigte Trauerbeflaggung und eine Reise nach Las Vegas am Mittwoch an. Quelle: AP
Donald Trump

Der US-Präsident kündigte Trauerbeflaggung und eine Reise nach Las Vegas am Mittwoch an.

(Foto: AP)

Las VegasEin Todesschütze hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 58 Menschen umgebracht und mehr als 500 verletzt. Das teilte die Polizei am Montag im Bundesstaat Nevada mit. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA kamen bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben.

Völlig unklar blieb zunächst, welches Motiv der Schütze hatte. Einen Zusammenhang mit einer internationalen Terrororganisation gebe es nach bisherigen Erkenntnissen nicht, teilte die US-Bundespolizei FBI in Las Vegas mit. Zuvor hatte die Terrormiliz IS hat die Gewalttat in Las Vegas über ihr Sprachrohr „Amak“ für sich reklamiert - doch dies erwies sich zunächst als nicht stichhaltig. Schütze war nach Polizeiangaben der 64 Jahre alte US-Bürger Stephen Paddock, der in der Nähe von Las Vegas lebte. „Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf“, sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo.

Es müssen unvorstellbare Szenen gewesen sein, die sich am Sonntagabend (Ortszeit) unweit des weltberühmten Las Vegas Strip abgespielt haben. Für ein Open-Air-Festival mit Stars der Countryszene hatten sich mehr als 20 000 Menschen an der Casino-Meile versammelt, als gegen 22.00 Uhr plötzlich Schüsse fielen. Wie die Polizei später mitteilte, feuerte der Schütze vom 32. Stockwerk eines Hotels aus auf die Konzertbesucher.

Tatort Las Vegas Strip
Attentat vor dem Mandalay Bay Hotel
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Ein Todesschütze hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 50 Menschen umgebracht und mehr als 400 verletzt. Das teilte die Polizei am Montag im Bundesstaat Nevada mit. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA kamen bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben. Nach Angaben der Polizei tötete sich der mutmaßliche Todesschütze wohl selbst.

Medizinische Versorgung vor Ort
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Es müssen unvorstellbare Szenen gewesen sein, die sich am Sonntagabend (Ortszeit) unweit des weltberühmten Las Vegas Strip abgespielt haben. Für ein Open-Air-Festival mit Stars der Countryszene hatten sich rund 30 000 Menschen an der Casino-Meile versammelt, als gegen 22.00 Uhr plötzlich Schüsse fielen. Wie die Polizei später mitteilte, feuerte der Schütze vom 32. Stockwerk eines Hotels aus auf die Konzertbesucher.

Casino-Meile abgeriegelt
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Es kam zu Panik und Chaos, als die verängstigten Menschen zu fliehen versuchten. Die Lage war länger unklar. Erst einige Zeit nach der Tragödie teilte die Polizei schließlich mit, sie habe den mutmaßlichen Täter gestellt und getötet. Es soll sich um den 64 Jahre alten Stephen Paddock aus Las Vegas handeln. „Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf“, sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo am Montagmorgen. Zu dem Tatmotiv gab es zunächst keine Angaben.

Der Ort vor dem Anschlag
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Der Tatort befand sich nahe dem Mandalay Bay Resort and Casino - es gehört wegen seiner goldschimmernden Fassade zu den markanten Gebäuden des Unterhaltungsboulevards Las Vegas Strip. Die Schüsse fielen bei dem beliebten Route 91 Country Music Harvest Festival. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen.

FBI-Beamte im Einsatz
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Nach Ansicht eines Experten der US-Bundespolizei FBI könnte der Schütze so viele Menschen töten, weil er aus einer erhöhten Position heraus schoss. Da rund 30 000 Menschen auf engem Raum zusammengestanden hätten, „musste er nur auf die Mitte zielen und den Abzug drücken“, sagte James Gagliano, FBI-Agent im Ruhestand, dem Sender CNN. Zudem habe die Position des Schützen Verwirrung verursacht. Wenn ein Schütze aus einer erhöhten Position schieße, „weiß niemand, wo die Schüsse herkommen“, sagte Gagliano. „Menschen sind nicht darauf trainiert, nach oben zu gucken.“

Sicherheit erst im Gebäude
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Viele Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir krochen über Tote.“ Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: „Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen“. Viele hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen.

In Sicherheit
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In Hotels wie dem Tropicana konnten die geflohenen Konzertgänger Zuflucht suchen. Die Unklarheit über die Situation, der Schrecken des Erlebten, sie bleiben.

Es kam zu Panik und Chaos, als die verängstigten Menschen zu fliehen versuchten. Die Lage war länger unklar. Erst einige Zeit nach der Tragödie teilte die Polizei schließlich mit, der mutmaßliche Täter habe sich vor ihrem Eintreffen selbst getötet. Im Laufe des Montags stieg die Zahl der Toten und Verletzten immer weiter - zuletzt war die Rede von fast 60 Toten. „Wir operieren mit der Zahl 58“, sagte Sheriff Lombardo. 515 Menschen seien verletzt worden. Diese Zahl werde vermutlich weiter steigen. Allein in der Uniklinik von Las Vegas waren nach Angaben einer Sprecherin zwölf Verletzte in kritischem Zustand.

Nach Ansicht eines Experten der US-Bundespolizei FBI konnte der Schütze so viele Menschen töten, weil er aus einer erhöhten Position heraus schoss. Da rund 30 000 Menschen auf engem Raum zusammengestanden hätten, „musste er nur auf die Mitte zielen und den Abzug drücken“, sagte James Gagliano, FBI-Agent im Ruhestand, dem Sender CNN. Außerdem habe die Position des Schützen Verwirrung verursacht. Wenn ein Schütze aus einer erhöhten Position schieße, wisse niemand, wo die Schüsse herkommen, sagte Gagliano. „Menschen sind nicht darauf trainiert, nach oben zu gucken.“

Viele Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir krochen über Tote.“ Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: „Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen“. Viele hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen.

Das Auswärtige Amt konnte am Montag zunächst noch keine Auskunft darüber geben, ob unter den Opfern deutsche Staatsbürger sind. „Unsere Kolleginnen und Kollegen der Botschaft Washington sind in engem Kontakt mit den US-Behörden und versuchen, Informationen zu sichern“, hieß es.

„Unsere Herzen sind gebrochen“
US-Präsident Donald Trump
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„Meine wärmste Anteilnahme und mein Mitgefühl an die Opfer der furchtbaren Schüsse in Las Vegas und ihre Angehörigen. Gott schütze Sie!“

Countrysänger Jason Aldean, der auf der Bühne stand, als der Schütze in die Menge schoss
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„Heute Nacht war mehr als schrecklich. Mir fehlen immer noch die Worte, aber ich wollte euch wissen lassen, dass ich und meine Crew in Sicherheit sind. Meine Gedanken und Gebete gelten allen, die heute betroffen waren. Es tut mir im Herzen weh, dass so etwas Menschen passiert, die nur gekommen waren, um das zu erleben, was eine Nacht Spaß hätte sein sollen.“

Nevadas republikanischer Gouverneur Brian Sandoval
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„Ein tragischer und ruchloser Akt der Gewalt hat die Nevada-Familie erschüttert. Wir beten für die Opfer und alle, die von dieser feigen Tat betroffen sind.“

Der frühere US-Präsident Barack Obama
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„Michelle und ich beten für die Opfer in Las Vegas. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und allen, die eine weitere sinnlose Tragödie aushalten müssen.“

Nickelback via Twitter
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„Wir beten für jeden, der heute in Las Vegas ist. Bitte bringt Euch in Sicherheit und helft einander. Das ist absolut furchtbar. Unsere Herzen sind gebrochen.“

Regierungssprecher Steffen Seibert
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„Fassungslos und tief erschüttert über die Morde von Las Vegas. So viele zerstörte Leben. Unser Mitgefühl und viel Kraft den Überlebenden.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
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„Mit Entsetzen verfolge ich die Nachrichten über den Anschlag auf ein Musikkonzert in Las Vegas. Fröhlich feiernde Menschen sind offenbar Opfer eines einzelnen Attentäters geworden, dessen Motive noch völlig unklar sind. Für die Verletzten hoffe ich auf eine rasche Genesung. Ich wünsche ihnen und den Menschen in den USA viel Kraft, um die Trauer und den Schmerz über dieses Attentat zu bewältigen.“

Die Polizei hatte zunächst auch nach einer Frau gesucht, die sich mit dem Todesschützen in einem Hotelzimmer aufgehalten haben sollte. Sie sei gefunden worden, teilte die Polizei kurz darauf mit. Die Frau war als Marilou Danley identifiziert worden und wohnte Medienberichten zufolge möglicherweise mit dem Verdächtigen zusammen.

US-Präsident Donald Trump sprach den Opfern der Bluttat sein Mitgefühl aus. „Meine wärmste Anteilnahme und mein Mitgefühl an die Opfer der furchtbaren Schüsse in Las Vegas und ihre Angehörigen. Gott schütze Sie!“, schrieb Trump auf Twitter. Später bezeichnete er die Todesschüsse als „Akt des absolut Bösen“. Der Präsident rief die Amerikaner in der Stunde der Trauer um mindestens 50 Todesopfer zur Einigkeit und zum Zusammenhalt auf. „Im Augenblick der Tragödie kommt Amerika als Einheit zusammen.“

Auch die Bundesregierung zeigte sich entsetzt. „Fassungslos und tief erschüttert über die Morde von Las Vegas“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. „So viele zerstörte Leben.“

  • dpa
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2 Kommentare zu "Angriff in Las Vegas: „Akt des absolut Bösen“"

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  • Man sollte endlich Waffen verteilen, so daß der Bürger sich gegen Angriffe wehren kann. Es kann nicht sein, daß man sich erschießen lassen muß, nur weil man keine Knarre bei sich hat.

  • Halbautomatische, automatische und Kriegswaffen sind in den USA frei verkäuflich.
    Jeder Psychopath oder der es werden will , kann sich diese Waffen besorgen.
    Insofern ist hier nur ein normales Gesetz von Ursache und Wirkung zu beobachten, was
    den Opfern einer solchen Politik zu Gunsten einer Waffenlobby allerdings auch nicht hilft, wenn sie ihr Leben eingebüßt haben.

    "Das absolut Böse" des Herrn Trump kann dann seine Wirkung entfalten, wenn die Bedingungen gegeben sind.


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