Ausstellung Flaschenpost aus dem Rhein

Joachim Römer hat Flaschenpost aus dem Rhein gefischt. In dieser Zeit haben sich zahlreiche Briefe angesammelt. In einer Ausstellung im rheinland-pfälzischen Bingen verrät der Künstler, was die Absender zu sagen hatten.
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Die Flaschenpost-Ausstellung ist im „Museum am Strom“ in Bingen (Rheinland-Pfalz) zu sehen. Quelle: dpa
Flaschenpost wird zum Kunstobjekt

Die Flaschenpost-Ausstellung ist im „Museum am Strom“ in Bingen (Rheinland-Pfalz) zu sehen.

(Foto: dpa)

Bingen am RheinSchnapsfläschchen, Marmeladengläser, Plastikflaschen – selbst einen hohlen Kürbis hat Joachim Römer schon aus dem Rhein gefischt. Alle Gefäße haben eines gemeinsam: in ihnen versteckt sich eine Nachricht. Meist handgeschrieben, manchmal auch gemalt. Manche sind nachdenklich verfasst, andere fröhlich. Römer hat sie alle geöffnet und gelesen. Nun stellt er sie im rheinland-pfälzischen Bingen am Rhein aus. Im Museum am Strom zeigt der Kölner Künstler 1001 Stücke seiner Flaschenpost-Sammlung.

Fein säuberlich aufgestellt und hinter Glas gesichert können sich Besucher das Treibgut mit Nachrichten ansehen. Die Botschaften in der Flasche anfassen darf aber niemand - sie bleiben in den Behältern. Briefe hat Römer abgetippt, Bilder hat er beschrieben. Zu jedem Fundstück können Besucher die passende Botschaft in einem Katalog nachlesen.

Londoner staunen Bauklötze
Cherie Knight poses for a photograph looking at the Sculpture 'Skulls' by Nathan Sawaya at the Old Truman Brewery in East London
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Die Erfolgsgeschichte von Nathan Sawaya begann mit einem Hund. Da er als zehnjähriger Junge keinen lebenden haben durfte, baute er sich kurzerhand einen aus Lego-Steinen. Sein Vierbeiner sei damals zwar lebensgroß, jedoch noch sehr bunt und eckig gewesen, sagt Sawaya heute. Längst hat der „Lego-Künstler“ seine Technik perfektioniert.

Lego-Ausstellung in London
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Zu seiner Sammlung gehören mittlerweile Interpretationen klassischer Meisterwerke der Kunstgeschichte oder ein sechs Meter langer Dinosaurier – all das gefertigt bloß aus den weltberühmten rechteckigen Steinchen. 80 seiner mitunter beeindruckenden Skulpturen stellt der 41 Jahre alte US-Amerikaner noch bis zum 4. Januar 2015 in London aus. Für seine Werkschau „The Art of the Brick“ in der Old Truman Brewery – passenderweise in der Brick Lane im pulsierenden Osten der Stadt – hat Sawaya mehr als eine Million Steine verbaut.

Cherie Knight poses for a photograph looking at the Sculpture 'Skulls' by Nathan Sawaya at the Old Truman Brewery in East London
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Über 4200 Stunden habe die Herstellung gedauert. Die „CNN“ bezeichnete die Ausstellung, die seit 2007 von mehr als einer Million Besucher in Nordamerika, Asien, Australien und Europa gesehen wurde, schon vor drei Jahren als eine der zehn sehenswertesten der Welt. In Deutschland haben die Veranstalter bislang noch keinen geeigneten Ort gefunden.

Lego-Ausstellung in London
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Die Londoner pendeln in Scharen gen Osten und bestaunen in den Kellerräumen der ehemaligen Brauerei unter anderem die Lego-Nachbildungen von Michelangelos David, der Venus von Milo oder Rodins Denker – in schlachtschiffgrau. Auch die Mona Lisa gehört zu den Ausstellungsstücken – hier allerdings im Pixel-Look.

A member of the public poses for a photograph in front of the Sculpture 'The Scream' by Nathan Sawaya at the Old Truman Brewery, East London
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Sawayas Arbeiten pendeln zwischen Kinderzimmer und Kunstgalerie. Manche seiner Werke könnten auch im Legoland stehen. Niemand käme dort auf die Idee, sie als Kunst zu bezeichnen. Mit anderen wiederum schafft er es eindrucksvoll, zum Nachdenken anzuregen. Auch der „Independent“ meint: „Die Ausstellung ist dumm und unheimlich nachdenklich stimmend zugleich“. So zeigt „Incomplete“ beispielsweise einen Mann, dem ein Teil seines Körpers fehlt. „Mask“ stellt einen Menschen dar, der sich die Fassade vom Gesicht nimmt, hinter der es sich so angenehm verstecken lässt.

Artist Nathan Sawaya poses for photographs with his Sculpture 'Yellow' at the Old Truman Brewery in East London
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Menschliche Körper sind Sawayas liebstes Objekt. Darunter fällt auch sein wohl berühmtestes Werk „Yellow“. Es zeigt einen männlichen Oberkörper mit aufgerissener Brust aus knapp 11.000 Steinen. Aus seinem Inneren fallen gelbe Steine heraus. „In meinen Kunstwerken sieht man, dass ich aus kleinen Rechtecken auch menschliche Formen mit all ihren komplizierten Kurven darstellen kann“, sagt Sawaya im Pressematerial zur Eröffnung.

A member of the public takes a photograph of the Sculpture 'Augustus of Prima Porta' by Nathan Sawaya at the Old Truman Brewery in East London
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Aus der Ferne betrachtet lösen sich die Ecken und Kanten seiner Werke tatsächlich auf. „Wie so oft im Leben ist es eine Frage der Perspektive. Aus der Nähe ist die rechteckige Form des einzelnen Steins prägend. Von weitem betrachtet werden die Linien zu Kurven“, kommentiert der Künstler.

Seine erste Flaschenpost hat Römer 1997 am Rheinufer bei Köln gefunden - rein zufällig beim Sammeln von Plastik für Kunstinstallationen. Die schwimmende Nachricht hat ihn so sehr fasziniert, dass er inzwischen gezielt nach Post aus Flaschen sucht. Dafür schreitet und sucht der Geschichten-Fischer rund 100 Kilometer des Rheinufers zwischen Königswinter südlich von Köln und Düsseldorf im Norden ab. An manchen Tagen bis zu sieben Stunden. Der Inhalt einer schwimmenden Post sei immer eine Überraschung, auch wenn immer wieder traurige dabei seien.

„In diesem Kürbis habe ich drei Walnüsse, Rosenblätter und einen mit Tinte geschriebenen Brief gefunden“, sagt Römer, während er auf eine hohle Schale eines getrockneten Kürbisses zeigt. „In dem Brief verabschieden sich wohl eine Mutter und ein Vater von ihrem totgeborenen Kind.“ Römer war sich zunächst unsicher, ob er solch persönliche Botschaften überhaupt ausstellen soll. Er entschied sich schließlich dafür. Die Namen hat Römer nicht veröffentlicht.

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