Bali Flughafen trotz Vulkan-Alarm wiedereröffnet

Auf Bali festsitzende Urlauber können nun wieder in ihre Heimatländer zurückfliegen. Das wegen des drohenden Vulkanausbruchs erteilte Flugverbot wurde wieder aufgehoben. Die Gefahr besteht jedoch weiterhin.
Update: 29.11.2017 - 13:25 Uhr Kommentieren

Höchste Alarmstufe auf Bali – Vulkanausbruch steht unmittelbar bevor

Höchste Alarmstufe auf Bali – Vulkanausbruch steht unmittelbar bevor

DenpasarAuf der Ferieninsel Bali brodelt der Vulkan Agung gefährlich vor sich hin – doch zumindest können die ersten Touristen nun wieder nach Hause. Nach zweieinhalb Tagen Flugverbot ging der internationale Flughafen der Insel-Hauptstadt Denpasar am Mittwoch wieder in Betrieb. Weil sich der Wind drehte und die Vulkanasche in eine andere Richtung trieb, konnten die ersten Maschinen wieder starten. Rund um den Berg gilt aber weiter Alarmstufe Rot.

Der Flughafenbetrieb wurde um 15:00 Uhr Ortszeit (08:00 Uhr MEZ) wieder aufgenommen, früher als erwartet. Möglich war dies, weil die Vulkanasche südostwärts trieb, weg vom Flughafen. Insgesamt fielen jedoch mehr als 400 Flüge aus, rund 60.000 Passagiere mussten sich in Geduld üben. Die meisten Touristen auf Bali, das zu Indonesien gehört, kommen aus Australien. Aktuell sollen aber auch mehr als 5000 Deutsche auf der Insel sein.

Mit der Wiedereröffnung dürfte sich die Lage am Flughafen nun entspannen. Allerdings wird es Tage dauern, bis der Rückstand aufgeholt ist. Zudem wird befürchtet, dass sich der Wind wieder dreht und der Flughafen dann erneut dicht gemacht werden muss. Die Vulkanasche könnte die Triebwerke von Passagiermaschinen beschädigen.

Inferno im Paradies
Höchste Alarmstufe
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Eine riesige Rauchsäule steigt am Montagmorgen auf der Urlaubsinsel Bali über dem Vulkan Mount Agung auf und zeugt von zunehmender Aktivität des Vulkans. Der seit Wochen rumorende Agung hat nach einer Eruption Asche Hunderte Meter hoch in die Luft geschleudert. Weil die Aktivität messbar zunimmt, haben die Behörden die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Quelle: AP

Gefahrenzone
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Die Evakuierung findet in einem Umkreis von 10 Kilometern um den Vulkan statt. Nach Angaben des indonesischen Katastrophenschutzes müssen etwa 100.000 Menschen die Gefahrenzone verlassen. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen bauen Zelte zur Übernachtung auf.

Evakuierung
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22 Dörfer sind von der Evakuierung betroffen, erklärte Behördensprecher Sutopo Purwo Nugroho bei einer Pressekonferenz in Jakarta. Von den 100.000 Betroffenen hätten bisher nur 40.000 die Gefahrenzone um den Vulkan verlassen.

Durchkämmen
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Viele Menschen fühlen sich sicher oder wollen ihr Vieh nicht zurücklassen. Einsatzkräfte durchkämmten daher das Gebiet, um Anwohner von der Notwendigkeit zu überzeugen, sich in Sicherheit zu bringen. Wenn es nötig sei, würde die Evakuierungszone auch mit Gewalt geräumt, heißt es.

Alles unter Asche
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Die Bewohner tragen Atemschutzmasken gegen die Asche, die der Agung kilometerweit in die Luft wirbelt. Im Dorf Jungutan zeigt sich eine dicke Ascheschicht, die sich auf den grünen Bättern einer Pflanze abgelagert hat.

Flugverkehr
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Nach Eruptionen am Samstag und Sonntag schoss aus dem orange glühenden Krater eine Aschesäule bis zu 4000 Meter in die Höhe. Der internationale Flughafen wurde für 24 Stunden geschlossen, Zehntausende Reisende sitzen auf der Insel fest. Die Aschewolke zog in Richtung der indonesischen Nachbarinsel Lombok, wo ebenfalls ein kleinerer Flughafen vorübergehend geschlossen werden musste.

59.000 Reisende sitzen fest
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Etwa 445 Flüge wurden gestrichen, weil die von Agung ausgespuckte Asche in den Luftraum des Flughafens Denpasar zog. 59.000 Reisende seien betroffen. Die Schließung des Flughafens ist vorerst bis Dienstagmorgen angeordnet.

Rund um den 3000 Meter hohen Gunung Agung („Wunderbarer Berg“) gilt immer noch die höchste Alarmstufe. Das Gebiet wurde im Umkreis von zehn Kilometern zur Sperrzone erklärt. Etwa 100.000 Anwohner wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Nach neuesten Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde haben aber nur etwa 40.000 in Notunterkünften Zuflucht gesucht. Viele wollen die Gegend nicht verlassen, weil sie Diebstahl und Plünderungen fürchten. Selbst Schulkinder werden in der Gegend nach wie vor unterrichtet. Zum Schutz vor dem Vulkanstaub bekamen sie Atemmasken.

Über dem Agung stand weiterhin eine gewaltige Rauchwolke von mehr als drei Kilometern Höhe. Immer wieder waren kleinere Eruptionen zu hören. Ob es tatsächlich einen gewaltigen Ausbruch geben wird, weiß bislang niemand. Ein Vulkan-Experte der indonesischen Regierung, Gede Suantika, hatte schon am Dienstag gesagt, jetzt sei die „kritische Phase“ erreicht. Die größte Sorge ist, dass der Vulkan sich beruhigt, die Menschen zurückkehren – und es dann plötzlich zu einer großen Eruption kommt.

Beim jüngsten Ausbruch des Agung waren 1963/64 mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen. Der Inselstaat Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es insgesamt etwa 130 aktive Vulkane.

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  • dpa
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