Berlin Affige Sprüche setzen Zoo-Chef unter Druck

Markiert als „Zuchtstuten“: Frauenfeindliche Äußerungen könnten für Berlins Zoo-Chef Blaszkiewitz unangenehme Folgen haben. In einer Krisensitzung will der Aufsichtsrat entscheiden, wie es weitergehen soll.
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Zoo-Direktor Blaszkiewitz: Gebaren eines Großwildjägers. Quelle: dpa

Zoo-Direktor Blaszkiewitz: Gebaren eines Großwildjägers.

(Foto: dpa)

BerlinNach der Kritik an Berlins Zoo- und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz wegen frauenfeindlicher Äußerungen wollen Aufsichtsratsmitglieder in einer Krisensitzung über mögliche Konsequenzen beraten. Die Kontrolleure wollen am Montagnachmittag die Betroffenen befragen. Auch Blaszkiewitz selbst und der Betriebsrat des Tierparks Friedrichsfelde sollten sich vor dem Präsidium des Aufsichtsrats äußern, sagte die Sprecherin des Zoologischen Gartens, Claudia Bienek, ohne Details zum Zeitpunkt und Ort des Treffens zu nennen.

Blaszkiewitz hat eingeräumt, in internen Schreiben Mitarbeiterinnen mit der Formel 0,1 gekennzeichnet zu haben. Dies bezeichnet in der Zoo-Welt „Weibchen“, bei bestimmten Tierarten auch „Zuchtstuten“. Außerdem soll er Mitarbeitern vorgeworfen haben, sie nähmen Weihnachtsgeld an, obwohl sie nicht in der Kirche seien.

„Wir müssen die Vorwürfe erst einmal prüfen“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Bruckmann der dpa. Außerdem müsse geprüft werden, ob die Äußerungen „Konsequenzen haben und wenn ja, welche“.

Berlins Frauen-Senatorin Dilek Kolat hatte Blaszkiewitz am Sonntag in seinen Funktionen als nicht mehr tragbar bezeichnet. Wer so handele, habe sich als Führungspersönlichkeit disqualifiziert. Offene Rücktrittsforderungen kamen von Abgeordneten der Grünen-Fraktion.

Äußerst scharfe Kritik äußerte auch die regionale Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Stumpenhusen von Verdi. Sie sprach von „Quatsch“ und „Blödsinn“ und hob hervor, dass Weihnachtsgeld eine tarifliche Leistung sei und unabhängig von der Einstellung zur Religion an alle gezahlt werden müsse.

Blaszkiewitz leitet den Tierpark im Ostteil Berlins seit 1991. Von 2007 an übernahm er auch den Chefposten im Zoologischen Garten nahe Bahnhof Zoo und Gedächtniskirche. Der 58-Jährige studierte Biologie an der Freien Universität Berlin und volontierte als Tierpfleger im Zoologischen Garten. Später war er auch tätig im Zoo von Frankfurt am Main und im Ruhr-Zoo Gelsenkirchen, ehe er nach Berlin zurückkehrte.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Berlin: Affige Sprüche setzen Zoo-Chef unter Druck"

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  • zunehmend irritierend auch die Involviertheit demokratischer Leitfiguren in feministische Machtübernahmescenarien...

  • Es ist wirklich unverständlich mit was sich manche Menschen beschäftigen. Sind das wirkliche die Probleme in unserem Land? Oder besser gesagt: in Berlin?? Sagt mal gehts noch?
    Dem guten Herr gehört gesagt, dass man das nicht macht, und dann ist aber auch gut. Das ist so lächerlich!

  • Der typische Berliner hört Bob Dylan und verehrt seinen Zoodirektor. Weiter so, Blaszkiewitz, wir lieben dich!

  • Diese Bigotterie in Deutschland ist nicht mehr erträglich.
    Ich halte mich für einen Durchschnittsmenschen. Meine Überlebenswahrscheinlichkeit in der heutigen Öffentlichkeit NULL !!!!!!

  • evtl ist es halt ein Mensch mit schwarzen Humor und er meint das nicht so. Evtl kannten neue Mitarbeiter sein Humor nicht und nun wird da ne Welle gemacht.

    Mit dem alter wird man halt Kauziger :-)

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