Berliner U-Bahn-Treter 26-Jähriger wird angeklagt

Der Angriff gegen eine nichts Böses ahnende Frau in einem Berliner U-Bahnhof löste Entsetzen aus. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft. Ein Prozess rückt näher, ihm drohen zehn Jahre.
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Tatort Hermannstraße: An der Berliner U-Bahn-Station hatte Ende November ein Mann eine Passantin mit einem Tritt die Treppe runtergeschubst. Gegen den mutmaßlichen Berliner U-Bahn-Treter ist Anklage erhoben worden. Quelle: dpa
Mutmaßlicher U-Bahn-Treter angeklagt

Tatort Hermannstraße: An der Berliner U-Bahn-Station hatte Ende November ein Mann eine Passantin mit einem Tritt die Treppe runtergeschubst. Gegen den mutmaßlichen Berliner U-Bahn-Treter ist Anklage erhoben worden.

(Foto: dpa)

BerlinEin halbes Jahr nach einem brutalen Fußtritt gegen eine Frau auf der Treppe eines Berliner U-Bahnhofs ist der mutmaßliche Gewalttäter angeklagt worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt am Dienstag mitteilte, wird dem 26-Jährigen gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Dafür liegt der Strafrahmen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft. Die Attacke hatte bundesweit Bestürzung hervorgerufen.

Der mutmaßliche Treppentreter soll in einer Nacht Ende Oktober 2016 unvermittelt eine ahnungslose Passantin mit einem Fußtritt in den Rücken so attackiert haben, dass sie eine Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße hinunterstürzte. Die 26-Jährige erlitt einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf.

Spektakuläre Kriminalfälle des Jahres
Freiburger Mordfall
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Es ist ein Fall, über den später ganz Deutschland sprechen sollte: Mitte Oktober wird in Freiburg die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. vergewaltigt und getötet. Anfang Dezember nehmen die Ermittler einen Mordverdächtigen fest – einen jungen Flüchtling aus Afghanistan. Die Herkunft des jungen Mannes befeuert die Debatte um Flüchtlinge.

Ähnlicher Fall in derselben Region
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Noch ein zweiter Fall bewegt die Region Freiburg: Drei Wochen nach dem Verbrechen an Maria L. wird in Endingen – etwa 30 Kilometer von Freiburg entfernt – eine 27 Jahre alte Joggerin vergewaltigt und ermordet. Der Täter ist in diesem Fall noch nicht ermittelt.

Frau mit Seil hinter Auto hergeschleift
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Auch in Hameln in Niedersachsen ist das Entsetzen groß. Ein Mann soll seine frühere Lebensgefährtin mit einem Seil um den Hals an ein Auto gebunden und 250 Meter weit über die Straße geschleift haben. Ein Streit um den gemeinsamen Sohn war wohl Auslöser der Gewalttat. Der Zweijährige saß mit im Auto, als sein Vater die Mutter hinter sich herzog. Das Opfer – die 28-jährige Kader K. – liegt tagelang lebensgefährlich verletzt im Koma.

Fall Peggy nimmt überraschende Wendung
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2001 verschwand das neunjährige Mädchen aus Lichtenberg in Bayern auf dem Heimweg von der Schule – es blieb verschwunden. Ohne dass eine Leiche gefunden wurde, wird ein geistig behinderter Mann wegen Mordes verurteilt, aber später in einem neuen Prozess freigesprochen. 2016 überschlagen sich die Ereignisse: Ein Pilzsammler findet in einem Wald in Thüringen Skelett-Reste, die Peggy zugeordnet werden können. Wenige Monate später stellt sich heraus, dass an dem Fundort DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt entdeckt wurden. Ob und inwieweit die Tatkomplexe Peggy/NSU zusammenhängen, bleibt vorerst rätselhaft.

17-Jähriger stirbt nach Prügel-Attacke
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Wenn aufsehenerregende Fälle von Mord und Totschlag in die Schlagzeilen kommen, sind häufig Frauen und Kinder die Opfer. Doch auch der Fall des 17-jährigen Prügel-Opfers Niklas aus Bonn löst große Anteilnahme aus. Der Schüler ist im Mai mit Freunden auf dem Heimweg von einem Konzert, als sie im Stadtteil Bad Godesberg auf eine andere Gruppe junger Männer treffen. Niklas wird geschlagen und auf dem Boden liegend getreten. Er stirbt im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Hauptverdächtigen und einen weiteren mutmaßlichen Täter.

Silvio S. zu lebenslanger Haft verurteilt
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Silvio S. hatte den sechsjährigen Elias aus Potsdam sowie den vierjährigen Flüchtlingsjungen Mohamed entführt und ermordet. Wochenlang war im Jahr 2015 nach den Kindern gesucht worden. Im Sommer 2016 wird Silvio S. zur Höchststrafe verurteilt: zu lebenslanger Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, was später eine Freilassung erschwert. Für das Gericht steht fest, dass der Wachmann die zwei Jungen missbrauchte, weil er zu schüchtern war, etwas mit einer Frau anzufangen, sich aber Nähe und Sex wünschte.

Mann erschießt 21-Jährigen im Supermarkt
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Lebenslang und besondere Schwere der Schuld – so lautet im Februar das Urteil des Landgerichts Hannover über einen Mann, der serienweise Supermärkte überfallen und dabei einen 21-Jährigen erschossen hatte. Der Räuber hatte monatelang Angst und Schrecken vor allem bei den Beschäftigten der Supermärkte verbreitet. Stets betrat er kurz vor Ladenschluss den Markt, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld.

Der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er war zunächst untergetaucht und wurde daraufhin mit Haftbefehl gesucht. Während viele den Mann noch in seiner bulgarischen Heimat vermuteten, wurde er kurz vor Weihnachten gefasst, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich in der Hauptstadt ankam. Die Attacke war von einer Videokamera aufgezeichnet worden. In Berlin sind alle U-Bahnen und U-Bahnhöfe sowie Straßenbahnen und die meisten Busse mit Videokameras ausgestattet.

Bei der Festnahme war den Ermittlern der Zufall zu Hilfe gekommen. Wegen einer großen Präventionskampagne gegen Taschendiebe waren viele Polizisten zufällig in der Nähe des Busbahnhofs. Zivile Fahnder baten um Unterstützung, einige uniformierte Kollegen verstärkten dann schnell die Einsatztruppe am Busbahnhof. Nach der Attacke waren erneut Forderungen nach mehr Videoüberwachung laut geworden. Der Bund deutscher Kriminalbeamter argumentierte, Überwachungskameras könnten Täter abschrecken.

Auf den Bildern waren vier junge Männer zu sehen. Nachdem die Polizei nach wochenlangen Ermittlungen die Bilder veröffentlichte, war Bewegung in den Fall gekommen. Zunächst war ein jüngerer Bruder des Verdächtigen festgenommen worden. Er kam aber wieder frei, weil ihm keine unmittelbare Tatbeteiligung nachzuweisen war. Wenig später hatten die Ermittler Klarheit über die Identität des mutmaßlichen Haupttäters. Ermittelt worden war zunächst gegen drei Brüder und einen Kumpel von ihnen.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Berliner U-Bahn-Treter: 26-Jähriger wird angeklagt"

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  • Herr Andreas Schindler21.04.2017, 15:36 Uhr
    Herr Hofmann, haben Sie als AfD Propagandist eigentlich keine Freunde, keine Arbeit und keine Hobbys oder warum kommentieren Sie alles den lieben langen Tag? Mögen Sie sich selbst lesen? Hier gibt es keine Likes...😜

    @Schindler
    Ja, ich habe viel Zeit und freue mich immer schon das ganze Wochenende, wenn Montags morgens die Kommentarfunktion endlich wieder öffnet.(Ostern war doch schrecklich) Aber das geht ja nicht nur mir so.
    Die AFD ist die einzige Alternative die wir haben,gegen die Grün-Sozialistische Merkelregierung. Danke

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