Charlie Hebdo „Je suis Charlie“ soll vor dem Kommerz geschützt werden

Es ist wohl das bekannteste Twitter-Hashtag aller Zeiten: #JeSuisCharlie. Mittlerweile missbrauchen Geschäftemacher den Slogan auch für Kaffeetassen und T-Shirts. Der Urheber des Spruchs will sich nun dagegen wehren.
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Menschen in Panama zeigen ihre Solidarität durch den Spruch „Je Suis Charlie“. Der Urheber des Slogans möchte den Spruch nun rechtlich schützen lassen. Quelle: ap

Menschen in Panama zeigen ihre Solidarität durch den Spruch „Je Suis Charlie“. Der Urheber des Slogans möchte den Spruch nun rechtlich schützen lassen.

(Foto: ap)

ParisEs waren drei kleine Worte, die nach den Anschlägen in Frankreich um die Welt gingen: „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Nun will der Grafikdesigner Joachim Roncin, der das Logo auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter prägte, seinen kleinen Satz rechtlich schützen lassen, wie er der Nachrichtenagentur AFP in Paris sagte. Dadurch will er einen kommerzielle Missbrauch des Slogans verhindern, der zum Symbol der Unterstützung für die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ wurde, die islamistische Attentäter angegriffen und dabei zwölf Menschen erschossen hatten.

Geschäftemacher weltweit versuchen, den Slogan für die Meinungs- und Pressefreiheit für ihre Zwecke zu nutzen - die weißen und grauen Buchstaben auf schwarzem Grund werden auf alles gedruckt, von T-Shirts, Kaffeetassen und Aufklebern bis Anhängern.

Der 39-jährige Roncin ist entsetzt, was mit seinem Satz passiert und wieviele Leute „daraus Geld schlagen wollen“. Vor allem werde dadurch der Sinn das Slogans völlig entwertet. „Derzeit arbeite ich mit Juristen daran, um möglichst sicherzustellen, dass Objekte mit dem Slogan nur dem Zweck der Förderung der Meinungsfreiheit dienen.“

Nach Angaben seiner Anwältin Myriam Sebban will Roncin möglichst auf sein Urheberrecht pochen. Das französische Patentamt hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es die zahlreichen Anträge, den Slogan #JeSuisCharlie als Marke einzutragen, nicht annehme.

Roncin, der vor den Anschlägen 400 Follower auf Twitter hatte, schuf einen der populärsten Hashtags aller Zeiten. Zusammen mit seinen Kollegen vom Mode-Gratis-Magazin „Stylist“ saß er in einer Redaktionskonferenz, als am Mittwoch vergangener Woche zwei Islamisten in die Redaktionskonferenz von „Charlie Hebdo“ stürmten und mit Kalaschnikows unter „Allah Akbar“-Rufen um sich schossen. Ein Kollege von Roncin sah die Meldung von dem Anschlag auf Twitter, und der Grafikdesigner entwarf „geschockt“ das Logo.

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1 Kommentar zu "Charlie Hebdo: „Je suis Charlie“ soll vor dem Kommerz geschützt werden"

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  • den Satz kann man nicht schützen - es sei denn man würde allen Menschen die Charlie heißen per Zwang einen anderen Namen verpassen.

    Das ist ein kurzlebender Trend. nicht machen ist das sinnvollste.

    und - warum sollen nicht auch andere dran verdienen?
    Der Herausgeber der Zeitschrift Charlie Hebdo verdient sich doch gerade auch ne goldene Nase mit der Auflage...
    Die f-Kosten waren bereits mit 60.000 gedeckelt. Die v-Kosten dürften nur einen Bruchteil des Verkaufpreises ausmachen.

    so what?

    ist doch vielleicht das beste Argument gegen den Terror/ gegen die Terroristen - wenn sie erleben wie die Leute auf Basis ihrer Attentate viel Geld verdienen.

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