Deiche weiter gefährdet Elb-Hochwasser auf dem Höhepunkt

In den Hochwassergebieten steigen die Pegel derzeit nicht weiter an, der Scheitelpunkt ist offenbar erreicht. Dennoch bleiben viele Deiche massiv gefährdet. Die Kanzlerin will sich vor Ort ein Bild der Lage verschaffen.
Update: 12.06.2013 - 17:11 Uhr Kommentieren
Evakuierung in Wust: Das Dorf wird wegen der Flut geräumt. Quelle: dpa

Evakuierung in Wust: Das Dorf wird wegen der Flut geräumt.

(Foto: dpa)

BerlinDas Elbe-Hochwasser hat vielerorts seinen Höhepunkt erreicht, doch die Gefahr von Deichbrüchen bleibt hoch. Unermüdlich waren tausende Helfer im Kampf gegen die Wassermassen im Einsatz. Bei ihrem Besuch in Lauenburg in Schleswig-Holstein sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Einsatzkräften und Freiwilligen am Mittwoch ihren Respekt aus. Sie bekräftigte die Hilfszusagen des Bundes. Dramatisch war die Lage weiter in Teilen Sachsen-Anhalts, dort mussten Menschen aus überspülten Orten gerettet werden. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stagnierten oder sanken die Pegelstände.

In Bayern gingen die Aufräumarbeiten und die Begutachtung der Schäden weiter, heftiger Regen ließ die Donau wieder anschwellen. Die Überschwemmungen richteten in Deutschland nach Schätzungen einen Milliardenschaden an.

Kanzlerin Merkel sagte in Lauenburg: „Wir haben vereinbart, es gibt eine Soforthilfe.“ Zugleich begrüßte sie die Unterstützung von privater Seite: „Ich freue mich über jede Spendenaktion, das ist ein ganz wichtiges Zeichen.“ Die Deutsche Bischofskonferenz rief zu Spenden für die Hochwasser-Opfer in Europa auf.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sprach sich im Bayerischen Rundfunk für einen Nachtragshaushalt zur Bewältigung der Flut-Folgekosten und gegen Steuererhöhungen aus.

Bei einem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer geht es am Donnerstag neben den Soforthilfen aus Berlin von 100 Millionen Euro auch um eine faire Lastenverteilung bei zusätzlichen Finanzspritzen.

Die Zahl der Toten in Folge des etwa zweiwöchigen Hochwassers in Deutschland stieg auf mindestens acht. Ein 61-Jähriger wollte in Aken in Sachsen-Anhalt seinen Keller auspumpen und erlitt in der Nacht zum Mittwoch einen tödlichen Stromschlag, wie die Polizei mitteilte.

Der Deichbruch in Fischbeck im Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) konnte noch nicht geschlossen werden. In Klietz, Wust und Neu-Kamern würden Evakuierungen unter anderem zwangsweise durchgesetzt, wie die örtliche Einsatzleitung mitteilte. Am Mittwoch waren in Sachsen-Anhalt 12 500 Helfer im Einsatz. Zugleich waren noch 40 000 Menschen aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen.

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