Dubais Herrscher in Nettetal Scheich picknickt in deutschem Naturschutzgebiet

Viele Reisende schwärmen vom reichen Dubai. Das es auch andersherum geht, zeigt der Herrscher von Dubai selbst. An einem See im nordrhein-westfälischen Nettetal veranstaltete Raschid al-Maktum ein Picknick.
Zu Gast im beschaulichen Nettetal: Der Herrscher Dubais. Quelle: dpa
Mohammed bin Raschid al-Maktum

Zu Gast im beschaulichen Nettetal: Der Herrscher Dubais.

(Foto: dpa)

NettetalIn einem deutschen Naturschutzgebiet hat der Herrscher des Emirats Dubais eine Mittagspause mit ausgedehntem Picknick einlegen dürfen. Mit 23 Begleitern verbrachte Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum einen Nachmittag an den Krickenbecker Seen bei Nettetal in Nordrhein-Westfalen. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Zuvor hatte die „Westdeutsche Zeitung“ über das Picknick unter Pavillons von Mitte Juli berichtet.

„Wir haben keinen Cent dafür bekommen“, sagte ein Stadtsprecher. Für entstandene Kosten, etwa bei Mäharbeiten, komme der Scheich, der auch Premier- und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist, selbst auf.

Wie wäre es mit Kroatiens Ibiza oder Tunesiens St. Tropez?
Neue Strandziele
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Überall in Deutschland sind gerade Sommerferien - und wenn in dieser Zeit von legendären Urlaubsorten oder Promi-Destinationen die Rede ist, fallen meist dieselben Namen, etwa St. Tropez, Ibiza oder Mallorca. Doch wer im Trend sein will, sucht auch neue, außergewöhnliche Ziele.

„Ibiza Kroatiens“
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Manche davon bekommen dann sogar Beinamen, die einen Bezug zu berühmteren Orten haben: So gilt Zrce als das „Ibiza Kroatiens“ oder Hammamet als das „St. Tropez Tunesiens“. Auch wegen ihrer Schönheit oder anderer Besonderheiten werden Orte zu In-Zielen. Eine Auswahl alternativer Sommerziele 2016:

Kotor
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Auch in diesem Jahr steht Kotor in internationalen Rankings wieder ganz vorn auf der Liste angesagter Mittelmeer-Destinationen - die Reisebuchmarke „Lonely Planet“ zum Beispiel kürte die montenegrinische Hafenstadt in ihrem Trend-Buch „Best in Travel 2016“ zur Stadt des Jahres. Das nach einem großen Erdbeben 1979 originalgetreu wiederaufgebaute mittelalterliche venezianische Städtchen steht auf der Unesco-Liste des Welt- und auch des Naturerbes

Die montenegrinische Hafenstadt
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Der Ort mit nur ein paar Tausend Einwohnern liegt malerisch am Ende einer tiefen Bucht, die von bis zu 1800 Meter hohen Bergen begrenzt wird. Krönung eines jeden Besuchs ist die Festung über Kotor, die einen einzigartigen Blick auf die atemberaubende Landschaft gewährt. Doch ist der Aufstieg beschwerlich. Kotor droht – wie auch das benachbarte bekanntere Dubrovnik in Kroatien – Opfer seines touristischen Erfolgs zu werden. Große Kreuzfahrtschiffe bringen das Städtchen im Hochsommer an Aufnahmefähigkeitsgrenzen.

Zrce
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Der Partystrand Zrce in der Nähe der kroatischen Stadt Novalija auf der Insel Pag ist seit Jahren ein angesagter Szenetreff - er gilt als „Ibiza Kroatiens“. Nicht unbescheiden sieht man sich in den Clubs dort oft als besserer Nachfolger spanischer Ziele wie eben Ibiza oder Lloret de Mar. Zehntausende bevölkern zurzeit die Region. Den Anfang machen traditionell Abiturienten aus Deutschland und Österreich. Das Publikum ist international. Nur nicht viel älter als 30 sollte man sein.

Der Partystrand
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Ab nachmittags um drei geht es los mit freien Wodka-Drinks. Braungebrannte und gut gebaute Go-go-Tänzerinnen und -Tänzer heizen den Gästen ein. Animateure leiern Spiele und Schaumpartys an. Bekannte DJs und Rapper treten auf und sorgen für Euphorie auf den Tanzflächen. Erst um sechs Uhr in der Früh ist Schluss. Zum Nüchternwerden und für Sonnenbrand bleiben dann noch ein paar Stunden. Während es in Zrce den ganzen Sommer hoch hergeht, gab es bereits im Juli Partyleben-Konkurrenz bei Festivals in Split („Ultra Europe“) oder am weitläufigen Strand Jaz bei der Urlauberhochburg Budva in Montenegro („Sea Dance“).

Hammamet
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Seit Tunesien von mehreren Terroranschlägen heimgesucht wurde, meiden viele Touristen das kleine nordafrikanische Land am Mittelmeer. Von Party bis Kultur und Natur hat es aber einiges zu bieten. Hammamet, das „tunesische St. Tropez“ - mit seinen Stränden und lebendigem Nachtleben - ist besonders beliebt, auch bei Tunesiern, die am Wochenende aus der Hauptstadt Tunis in den knapp eine Stunde entfernten Ort strömen. In der Küstenstadt trifft mediterranes Feeling auf arabische Kultur.

Die Stadt habe zuvor mit Naturschützern und Behörden Rücksprache gehalten. Wegen der kurzfristigen Anfrage habe keine offizielle Genehmigung vorgelegen, sagte der Sprecher. Da es aber keine Bedenken gegeben habe, habe die Stadt eine Ausnahme gemacht. Auch sei die Kommune damit den Bitten der Botschaft der VAE, des Bundeskanzleramts und der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei nachgekommen.

Umweltschützer kritisierten den möglichen „Beispielcharakter“ der Ausnahme für den Scheich. Auch in sozialen Netzwerken wie Facebook hagelte es Kritik an der Entscheidung.

  • dpa
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