Ecclestone-Prozess Entschleunigung im Gerichtssaal

In der Formel 1 geht alles schnell, sehr schnell sogar. Wer bremst, verliert. Ganz anders im Landgericht München: Am zweiten Tag im Prozess gegen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ringt die Justiz lange um viele Details.
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Ecclestones Anwälte wollen Anklage abwiegeln

MünchenDieses Wochenende ist Pause, die Formel Eins gönnt sich eine kurze Auszeit, es findet kein Rennen statt. Bernie Ecclestone freilich kommt dennoch nicht zur Ruhe. In München muss sich der Chef der Rennserie an diesem Freitag erneut vor Gericht verantworten. Es ist der zweite Tag in dem spektakulären Bestechungsprozess gegen den Briten, und wie schon zum Auftakt vorige Woche verfolgt der 83-Jährige das Geschehen hoch konzentriert und interessiert. Dabei ist die Vernehmung der ersten Zeugen eine echte Geduldsprobe für alle Beteiligten.

Die Münchener Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer Bestechung und Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall vor. Den Strafverfolgern zufolge soll Ecclestone dem bayerischen Banker Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar gezahlt haben. Der ehemalige Vorstand der Bayern LB sollte im Gegenzug dafür sorgen, dass die Formel Eins im Jahr 2006 an Ecclestones Wunschpartner CVC verkauft wird. So wollte der Engländer den Juristen zufolge seine Macht in der Rennserie erhalten.

Die Zahlung selbst ist unstrittig. Doch der Angeklagte bestreitet die Bestechungsvorwürfe, er sieht sich vielmehr als Erpressungsopfer. Das Gericht muss nun klären, für was die Millionen denn nun flossen: Als Bestechungsgeld, wegen Erpressung, oder war es am Ende sogar der Lohn für Beratungsleistungen?

An diesem Freitag schweigt der Unternehmer Ecclestone. Am Morgen berichtet stattdessen zunächst die Staatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl von einer Befragung des Angeklagten im Zuge der Ermittlungen gegen Gribkowsky. Sie schildert über eine Stunde lang, wie Ecclestone sein Gegenüber aus München als dreist und anmaßend empfand. Der Brite habe von „Blackmail“ gesprochen, also von Erpressung durch den Landesbanker. Dabei sei er aber sehr vage in seinen Ausführungen geblieben. „Wir haben versucht das herauszuarbeiten, aber es ist uns nicht genauer gelungen", erklärte die Juristin.

„Gribkowsky hätte ungemütlich werden können“
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