Enorme Schäden durch „Maria“ Gefährlicher Riss in Staudamm auf Puerto Rico

Erst sucht Hurrikan „Maria“ Puerto Rico heim, jetzt droht auf der Karibikinsel auch noch ein Dammbruch. Behörden beobachten den Riss, Anwohner aus unmittelbar gefährdeten Gebieten haben ihre Häuser bereits verlassen.
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„So eine kritische Situation habe ich noch nie erlebt“

„So eine kritische Situation habe ich noch nie erlebt“

San JuanDie Menschen auf der Karibikinsel Puerto Rico sorgen sich nach dem Durchzug von Hurrikan „Maria“ wegen eines drohenden Dammbruchs. 320 Menschen seien aus zwei gefährdeten Gemeinden am See Guajataca im Nordwesten des Landes in Sicherheit gebracht worden, zitierte die Zeitung „El Nuevo Día“ am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) Juan Vargas vom Gesundheitsamt der Stadt Isabela. Die örtlichen Behörden beobachteten demnach weiterhin einen Riss in der Staumauer, der etwa 60 Zentimeter (24 Inch) lang sei.

Gleich nach der Entdeckung des Risses am Freitag waren die unmittelbar von einer möglichen Überflutung gefährdeten Viertel in den Orten Isabela und Quebradillas evakuiert worden. Es sei nicht nötig gewesen, die beiden Gemeinden komplett zu räumen, sagte Vargas. Der Staudamm wird als Wasserkraftwerk zur Stromgewinnung genutzt.

Schneise der Verwüstung in Puerto Rico
Sturm folgt auf Sturm
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Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass Hurrikan "Irma" über die Karibik fegte und schwere Zerstörung hinterließ. Nun folgt ihm der nächste Wirbelsturm. "Maria" traf die Südküste Puerto Ricos mit Windgeschwindigkeiten von über 250 Stundenkilometern. In der Küstenstadt Guayama blieb kein Haus unversehrt.

Hochwasser
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Mit dem Wind kam der Regen: Zahlreiche Straßen in Puerto Rico stehen seit Tagen unter Wasser. Auf der gesamten Insel soll seit Donnerstag Nacht flächendeckend der Strom ausgefallen sein. Somit sind 3,4 Millionen Einwohner ohne Strom.

Zerstörte Infrastruktur
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Auf den Straßen liegen umgestürzte Bäume, überall stehen zerstörte Autos und auch einige Laternenmasten haben es nicht geschafft. "Die Infrastruktur von Puerto Rico wird hiernach nicht mehr dieselbe sein. Das hier hat historische Ausmaße“, erklärt ein Regierungssprecher.

Hochasser
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In Humacao waten die Menschen hüfthoch durch überflutete Straßen.

Notfall-Lager
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Bewohner, deren Häuser zerstört wurden, harren in Notfall-Flüchtlingslagern aus. Weil umstürzende Bäume nach wie vor eine Gefahr darstellen, rief der Direktor der Notfallbehörde die Bewohner dazu auf, sich nicht draußen aufzuhalten. Außerdem verhängte er eine Ausgangssperre von 12 Stunden, die um 6 Uhr Abends beginnt.

Hilfsbedürftige Helfer
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Auch die Helfer blieben nicht verschont. Teilweise wurden Rettungswagen durch herabstürzende Dachteile in ihren Garagen eingesperrt – und am Einsatz gehindert. Maria soll der schwerste Wirbelsturm seit 85 Jahren sein. Laut Behörden soll es auf Puerto Rico bislang keine Todesopfer gegeben haben, was angesichts der Zerstörung wie ein Wunder erscheint. Auf den Karibikinseln Dominica und Guadalupe sollen durch den Sturm mindestens neun Menschen getötet worden sein.

Personenrettung
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Mitarbeiter der Notfall-Behörde kämpfen sich im Osten der Insel durch die überfluteten Straßen von Humacao, um Menschen zu retten, die wegen des Hochwassers in ihren Häusern eingeschlossen sind.

Von den Vereinten Nationen kamen Worte, die Hoffnung machen: UN-Generalsekretär António Guterres ließ mitteilen: „Die Vereinten Nationen stehen bereit, um allen von diesem jüngsten Hurrikan betroffenen Nationen und Territorien zu helfen.“

Kurz zuvor war Hurrikan „Maria“ über das US-Außengebiet gezogen und hatte teils schwere Verwüstungen hinterlassen. Nach bisher offiziellen Angaben starben sechs Menschen. Medien berichteten, die Zahl könne auch bei 13 liegen.

„Die Zerstörungen sind enorm, es gibt Hunderttausende Personen, zu denen wir noch nicht gelangen konnten“, sagte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz, dem US-Sender CNN. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel seien weiter ohne Strom. Zudem seien zahlreiche Regionen von der Kommunikation abgeschnitten. Nur rund 25 Prozent haben derzeit Zugang zu Trinkwasser, hieß es.

Hurrikan Maria überschwemmt Dominikanische Republik

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US-Präsident Donald Trump hatte den Katstrophenzustand für Puerto Rico ausgerufen. Damit bekommt das US-Außengebiet, wo viele Menschen in Armut leben, finanzielle Hilfen zum Beispiel für Notunterkünfte und Reparaturen. Trump sagte, Puerto Rico sei „vollkommen ausradiert“ worden. Das US-Militär teilte mit, es werde mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen Hilfsmaßnahmen unterstützen.

Bisher ist Puerto Rico nur ein assoziierter Freistaat. Die von der Pleite bedrohte Insel will der 51. Bundesstaat der USA werden. Dieser Wunsch muss aber vom US-Kongress gebilligt werden. Puerto Rico ist mit rund 9000 Quadratkilometern in etwa so groß wie die Insel Zypern.

Insgesamt wurden durch „Maria“ in Puerto Rico, Dominica und Guadalupe bisher etwa 30 Menschen getötet. Der Hurrikan befand sich am frühen Samstagmorgen 545 Kilometer östlich von Nassau, der Hauptstadt der Bahamas. Er bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde in nord-nordwestlicher Richtung von der Inselgruppe weg, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Ausläufer könnten damit auch die Vereinigten Staaten treffen.

Das US-Hurrikanzentrum erwartete aber, dass sich „Maria“ in den kommenden 48 Stunden abschwächen werde. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde ist „Maria“ derzeit ein Hurrikan der Kategorie drei. Die höchste Stufe ist die Kategorie fünf.

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  • dpa
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