Fleischlose Ernährung Rund vier Prozent der Deutschen sind Vegetarier

Manchen tun die Tiere leid, andere möchten gesünder leben: Insgesamt verzichtet aber nur ein kleiner Teil der Menschen in Deutschland komplett auf Fleisch oder Wurst – Frauen noch immer weitaus häufiger als Männer.
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Nur rund vier Prozent der Deutschen ernähren sich ausschließlich vegetarisch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Robert-Koch-Instituts. Quelle: dpa
Vegetarische Ernährung

Nur rund vier Prozent der Deutschen ernähren sich ausschließlich vegetarisch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Robert-Koch-Instituts.

(Foto: dpa)

BerlinGut vier von hundert Erwachsenen in Deutschland ernähren sich gewöhnlich vegetarisch. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin vorgestellte Studie. Unter den Frauen sind demnach 6,1 Prozent Vegetarierinnen, von den Männern ernähren sich lediglich 2,5 Prozent üblicherweise fleischlos. „Die Möglichkeiten, sich ausgewogen vegetarisch zu ernähren, haben sich in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verbessert und Vegetarierinnen und Vegetarier sind heute mehr als eine idealistische Minderheit“, schreiben die Autoren.

Ein verringerter Fleischkonsum reduziere die Massentierhaltung, schone die Umwelt und sei nach Einschätzung von Experten vielfach gesünder, heißt es in der Analyse. „Diese positiven Effekte würden weiter verstärkt, wenn neben der relativ kleinen Gruppe der Menschen, die ganz auf Fleisch verzichten, eine insgesamt größere Bevölkerungsgruppe ihren Fleischkonsum reduzieren würde.“ Derzeit liege er im Durchschnitt noch erheblich über der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Diese Hersteller geben am meisten für Veggie-Werbung aus
Rang 10: Artland
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Der niedersächsische Fleischproduzent Artland Convenience ist Teil der Gruppe Lutz Fleischwaren. Neben der klassischen Produktion von Fleischerzeugnissen, setzt der Hersteller auf Fingerfood und vegetarische Produkte, welche unter dem Markennamen „Vegetaria“ vertrieben werden. Für 46.000 Euro schaltet der Konzern Werbung für fleischlose Produkte. Quelle: Ebiquity

Rang 9: Landhof
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Der österreichische Konzern Landhof produziert neben Grillwürstchen auch Schinken und fleischlose Produkte. Unter dem Markennamen „die Ohne“ wirbt der Hersteller damit, dass die Wurst nicht vom fleischhaltigen Original zu unterscheiden sei. Das Werbebudget für vegetarische Produkte liegt bei 70.000 Euro.

Rang 8: Like Meat
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Wie schon im Produktnamen erkennbar, versucht Like Meat geschmacklich mit dem Originalfleisch mitzuhalten. Das Unternehmen aus Düsseldorf beliefert unter anderem Kaiser's, Kaufland und Edeka. 81.000 Euro gehen für Veggie-Werbung drauf.

Rang 7: Tofutown
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Komplett fleischfrei produziert auch Tofutown aus Wiesbaum in der Eifel. Der Hersteller von fleischfreien Produkten betreibt drei Standorte in Deutschland und ein Verkaufsbüro in den USA. Das Unternehmen stellt 110 Produkte her und beschäftigt laut eigenen Angaben 300 Personen. Für Werbekampagnen für die fleischlose Alternative gibt der Konzern etwa 151.000 Euro aus.

Rang 6: Wiesenhof
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Wiesenhof stand in der Vergangenheit mehrfach wegen Tierquälerei in der Kritik. Hinter der Marke steckt die PHW-Gruppe und gilt mit einem Umsatz von 2,38 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2014/15 als Marktführer in der Geflügelproduktion. Die Gruppe beschäftigt rund 6.600 Mitarbeiter. Bei rund 155.000 Euro liegt der Veggie-Werbeetat.

Rang 5: Meica
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Der Hersteller von Curry King und Co. ist im ostfriesischen Ammerland beheimatet. Mit einem Umsatz von 82,5 Millionen Euro im Jahr 2014 gilt Meica als Marktführer im Segment der Wurstprodukte. Neben Curry King sind zum Beispiel „Deutschländer“, „Bratmaxe“ und „Trueman’s“ bekannte Produkte. Mehr als eine Million Euro investiert der Konzern in die Werbung für vegetarische Produkte.

Rang 4: Marlow Foods
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Das britische Unternehmen Marlow Foods vertreibt unter dem Markennamen „Quorn“ fleischalternative Produkte. Quorn ist ein Eiweiß und wird aus Pilzkulturen gewonnen. Marlow Foods exportiert in 16 Länder weltweit und wies 2014 einen Umsatz von 200 Millionen Pfund (umgerechnet rund 233 Millionen Euro) aus. Der Konzern beschäftigt rund 600 Mitarbeiter. Der Werbeetat für die fleischlose Alternative beläuft sich auf knapp drei Millionen Euro.

Am höchsten liegt der Anteil überwiegend vegetarisch lebender Menschen der Auswertung zufolge bei den 18- bis 29-Jährigen (Frauen 9,2 Prozent, Männer 5 Prozent) sowie bei Frauen von 60 bis 69 Jahren (7,3 Prozent). Zudem steige er mit zunehmendem Bildungsstand, zeigen die im „Journal of Health Monitoring“ vorgestellten Daten. „Gleiches gilt für Personen, die in Großstädten leben und für Menschen, die mehr als vier Stunden pro Woche Sport treiben.“

In die Auswertung der RKI-Forscher waren zwischen 2008 und 2011 aufgenommene Angaben von 6933 Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren eingeflossen. Verzehrhäufigkeit und -menge von 53 Lebensmittelgruppen wurden dabei jeweils über vier Wochen erfasst. Vegetarier konsumieren demnach auch weniger kalorienreduzierte Getränke, Bier und Wein sowie mehr Tee, Obst und Gemüse.

  • dpa
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