Für wohltätige Zwecke Saudischer Prinz Walid will gesamtes Vermögen spenden

Bislang war der saudische Prinz Walid für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt. Doch nun macht der Milliardär eine Kehrtwende. Nach eigenen Angaben will Walid 32 Milliarden Dollar spenden – sein gesamtes Vermögen.
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Der Enkel des Staatsgründers will sein gesamtes Vermögen spenden. Quelle: Imago
Prinz Walid

Der Enkel des Staatsgründers will sein gesamtes Vermögen spenden.

(Foto: Imago)

RiadBislang war der saudische Milliardär Prinz Walid bin Talal für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt, jetzt präsentiert er sich als großzügiger Wohltäter: Der 60-Jährige will nach eigenen Angaben 32 Milliarden US-Dollar (29 Milliarden Euro) für wohltägige Zwecke spenden. Sollte er sein Vorhaben in die Tat umsetzen, dann würde er damit sein gesamtes Vermögen abgeben.

Das Geld werde er in den nächsten Jahren seiner Organisation „Alwaleed Philantrophies“ zukommen lassen, erklärte der Prinz am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der saudischen Hauptstadt Riad. Einen genaueren Zeitrahmen gab er nicht an. Die Hilfsorganisation unterstützt laut ihre Internetseite unter anderem weltweit Projekte gegen Armut. Auch für Frauenrechte setzt sie sich demnach ein.

Prinz Walid, ein Enkel des Staatsgründers Ibn Saudi, ist dem Magazin „Forbes“ zufolge der reichste Mann Saudi-Arabiens. Seine Milliarden hat er mit einem Immobilienimperium gemacht. Ihm gehören über seine Kingdom Holding unter anderem zahlreiche Luxushotels wie das George V in Paris oder das Savoy in London. Auch an dem Kurznachrichtendienst Twitter ist er beteiligt. Im Nahen Osten gilt der 60-Jährige als einer der einflussreichsten Geschäftsleute.

Daneben fiel Prinz Walid in der Vergangenheit durch seine Extravaganzen auf. Aus seinem Reichtum macht er keinen Hehl. Vielmehr schwelgt er im Luxus. So berichtete „Forbes“ auch, der Milliardär fliege mit seiner eigenen Boeing 747 zu Geschäftsterminen. Sogar einen Thron soll die Maschine haben. Vor ein paar Jahren sorgte er für Aufsehen, als er sich den Superjumbo Airbus A 380 als Privatflugzeug bestellte.

Das sind die mächtigsten Politiker der Welt
Die Hannover Messe 2015 brachte die Leader zusammen
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Hier sind gleich zwei der Politiker versammelt, die das US-amerikanische Time Magazine 2015 zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt zählt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der indische Ministerpräsident Narenda Modi bei der Eröffnung der Technologiemesse in Hannover. Während Modis Land in den vergangenen Jahren wirtschaftlich leichte Rückschläge gegenüber den vorherigen Boomjahren erlebt hat, führt Merkel eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt an. Doch persönlich sind sich die beiden Politiker, die Time mit 29 anderen Persönlichkeiten in der Kategorie „Leader“ für ihre Verdienste ehrt, doch recht ähnlich. Während Modi sich aus einfachen Verhältnissen vom Teehändler zum Ministerpräsidenten hochgearbeitet hat, war auch Merkels Weg an die Macht alles andere als einfach. Sie hat zwei Systeme kennengelernt und den Sprung an die Schaltstellen der Gegenwart geschafft. Über Modi schreibt US-Präsident Barack Obama für Time: „Wie Indien selbst verkörpert er das Traditionelle und die Moderne gleichermaßen“. Ein Spagat, den auch Merkel in der Unionsfraktion immer wieder leisten muss.

Zum siebten Mal auf der Liste der 100 einflussreichsten Personen:
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Angela Merkel wird vom Time Magazine in diesem Jahr insbesondere für ihre Vermittlung im Ukrainekonflikt geehrt. Die CDU-Politikerin ist eine von weniger Europäern und die einzige Deutsche in der Liste. Die Laudatio auf Merkel schrieb der ukrainische Präsident, der sie für ihr Engagement lobte. Sie beherrsche es, „die Hebel der wirtschaftlichen Macht Deutschlands in diplomatische Macht umzuwandeln, um Sicherheitspolitik zugunsten der ganzen Welt voranzutreiben“.

Der Tag der Wahlen in Nigeria
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Doch die Liste, die jedes Jahr von Redakteuren und Korrespondenten des Magazins zusammengestellt wird, enthält nicht nur etablierte Toppolitiker. Stattdessen werden auch Personen berücksichtigt, von denen künftig weltbewegendes Handeln erwartet wird. Dies dürfte der Grund für die Listung von Muhammad Buhari sein, dem frisch gewählten nigerianischen Präsidenten. Dem ehemaligen autoritären Führer und konservativen Politiker wird zugetraut, die Korruption in seinem Land einzudämmen und erfolgreich gegen den Terrorismus durch die Gruppe Boko Haram vorzugehen.

Die Macht des Bösen
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Buharis Gegenspieler ist Abubaker Shekau und auch er steht auf der Liste der wichtigsten politischen Führer im Jahr 2015: Der Anführer der Terrormiliz Boko Haram, hier bei einer Videobotschaft zu sehen, in der er im Vorfeld der Wahlen in dem afrikanischen Land allen Nigerianern droht, die nicht an Allah glauben. Es ist ein Charakteristikum der Times Liste, dass es nicht unbedingt eine Würdigung für positive Taten ist, aufgenommen zu werden. Stattdessen soll abgebildet werden, wer die Welt verändert. Und dazu zählt die Redaktion offenbar auch die Terrorgruppe um Shekau.

Der neue Kopf des ewigen Regimes
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In diese Kategorie der wenig bewunderten, aber dennoch viel beachteten Personen auf der Time-Liste dürfte auch Kim Jong Un fallen. Der nordkoreanische Diktator hatte zu Beginn seiner Amtszeit vor etwa drei Jahren viele Hoffnungen auf Wandel in dem jahrzehntelang isolierten und autoritär geführten System geweckt. „Diese Hoffnungen sind unerfüllt verflogen“, schreibt Kang Cheol Hwan, ein nordkoreanischer Dissident und Direktor des südkoreanischen North Korea Strategy Centers. Die Öffnung, die einige erwartet haben, hat bisher nicht stattgefunden. Ob das an der eigentlichen Machtlosigkeit Kim Jong Uns liegt – einige vermuten, dass im Hintergrund andere die Strippen ziehen – oder ob der Jungdiktator selbst nicht von der provokativen Linie mit Militärmanövern und Raketentests abweichen will, ist unklar.

Aggressor und Verhandlungspartner
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Auch er hat die Weltgemeinschaft in den vergangenen 16 Monaten seit Ausbruch der Ukrainekrise mehrfach zittern lassen: Wladimir Putin, russischer Präsident und Machtpolitiker suchte die Konfrontation mit dem Westen, indem er vor knapp einem Jahr die zuvor ukrainische Krim annektierte. Szenen wie hier 2013, als er Angela Merkel bei einem G20-Gipfeltreffen einen Mantel umlegte, gehören vorerst der Vergangenheit an. Das Verhältnis ist abgekühlt. Doch klar ist auch: Ohne die Supermacht Russland geht in der Weltdiplomatie nichts, ob mit Blick auf die Ukrainekrise oder auch mit Blick auf Streitthemen wie den Syrienkrieg oder das iranische Atomprogramm. Deshalb zählt Putin nach Ansicht des Time Magazine trotz aller Schwächung seines Landes in Zeiten der Sanktionen zu den wichtigsten politischen Führern 2015.

Alexis Tsipras
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Er mischt die europäische Politik seit Anfang des Jahres enorm auf, hat den deutschen Finanzminister zu kaum gekannten Zornesausbrüchen getrieben und alle Blicke auf sein Land gelenkt: Zweifelsohne ist der griechische Regierungschef Alexis Tsipras eine der Personen in Europa, die das erste Quartal 2015 am stärksten geprägt haben. Ob er im Rahmen der griechischen Schuldenkrise eine tragische oder eine heldenhafte Rolle in der Geschichte einnehmen wird, muss sich erst noch weisen. In jedem Fall stellte er jahrelange Parolen europäischer Politiker von „alternativlosen“ Maßnahmen erstmals auf die Probe und begeisterte so auch viele Menschen.

Viel liegt dem Prinzen daran, dass die Welt von seinem Reichtum weiß. Vor zwei Jahren beschwerte er sich darüber, dass er auf der „Forbes“-Liste der Superreichen nur auf Platz 26 aufgetaucht war. Sein Vermögen sei zu niedrig bewertet worden, klagte er damals. Das Magazin antwortete, der Prinz übertreibe seinen Reichtum.

Hält der 60-Jährige sich an sein Versprechen und spendet die zugesagten 32 Milliarden Euro, würde er damit Microsoft-Gründer Bill Gates übertreffen. Der ließ laut „Forbes“ 28 Milliarden US-Dollar karitativen Zwecken zukommen. Der schwerreiche US-Investor Warren Buffet kommt mit 23 Milliarden Dollar derzeit noch auf Platz zwei der Wohltäter.

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  • dpa
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