Gedenkfeier für Absturz-Opfer in Köln Wenn Trauer auf Tourismus trifft

In Köln gedenken Angehörige bei einem Gottesdienst der Todesopfer des Germanwings-Absturzes. Vor dem Dom teilt sich die Stimmung in Sensationswahn und Sicherheitsbedenken. Nur in einigen Momenten wird die Trauer spürbar.
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Trauerfeier für Germanwings-Opfer im Kölner Dom

KölnAls die symbolischen Holzengel während des Gottesdienstes an die Angehörigen übergeben werden, verstummen die Gespräche schlagartig. Auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz, auf dem die Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Fluges 4U9525 auf einer Leinwand übertragen wird, ist es plötzlich still, es macht sich Betroffenheit breit, eine Frau mit dunklen Haaren wischt sich Tränen aus den Augen. Es ist einer der wenigen Momente, in denen sich die Trauer im Dom auf die Zuschauer draußen überträgt.

Dreieinhalb Wochen nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine über den französischen Alpen sind 500 Gäste in den Kölner Dom zur offiziellen Trauerfeier gekommen – Angehörige, Freunde und Bekannte der Passagiere, Arbeitskollegen der Crewmitglieder, die ersten Helfer vor Ort. Auch hochrangige Politiker sind nach Köln gereist, um ihre Anteilnahme zu zeigen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck verfolgen mit ernsten Mienen den Gottesdienst, spanische und französische Regierungsmitglieder lassen sich die Trauerfeier via Knopf im Ohr übersetzen.

Während die Menschen im Dom der Opfer des Unglücks gedenken, trifft draußen an der Kölner Domplatte eine absurde Mischung aufeinander – aus Trauer und Tourismus, aus Sensationswahn und Sicherheitszone.

Noch vor Beginn der Trauerfeier stehen schon Dutzende Kameras vor dem Kölner Wahrzeichen, Stativ an Stativ, und filmen die Menschen, die sich der Kirche nähern. Während die geladenen Gäste durch das von den Augen der Öffentlichkeit geschützte Domgäßchen halbwegs abgeschirmt zu ihren Plätzen gelangen, müssen Zuschauer, die spontan vorbeigekommen sind, am Medienrummel vorbei, an den Schaulustigen und Touristen. „Schon krass“, sagt eine junge Frau im Vorbeigehen.

Zwei in schwarz gekleidete Frauen mit gelben Rosen in ihren Händen fragen einen Polizisten, ob es noch möglich wäre, die Trauerfeier zu besuchen. Er bejaht, die Damen gehen hinter die Absperrung und warten auf Einlass, auch andere entscheiden sich spontan für den Besuch der Zeremonie. Einige Fernsehteams fangen sie ab und fragen nach dem Grund. „Müssen da denn so viele Kamerateams aus aller Welt anreisen?“, fragt ein älterer Mann kopfschüttelnd.

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