Gefälschte Lebensmittel Billig-Fisch, Wasser-Wein und Plastik-Reis

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„Den Tätern winken satte Gewinne“

„Zum Teil handeln hier Kriminelle in mafiösen Strukturen“, klagt der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Schwarzen Schafen müsse das Handwerk gelegt werden.

Der Staat müsse die Lebensmittelkontrolle aber besser vernetzen und finanzieren. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) spricht sich seit einiger Zeit für ein europäisches „Referenzzentrum für Echtheit von Lebensmitteln“ aus.

Denn die Kontrollen werfen bislang nur Schlaglichter auf das Ausmaß der Fälschungen, das Dunkelfeld ist groß und auch durch Schätzungen nur schwer zu erfassen. US-Forscher nannten vor einigen Jahren eine jährliche Schadensumme von 10 bis 15 Milliarden Dollar für die amerikanische Lebensmittelindustrie.

Europol-Ermittler stellten im vergangenen Winter in 57 Ländern mehr als 10 000 Tonnen und eine Million Liter gefälschte Lebensmittel sicher, darunter gefärbte Oliven in Italien, Zucker mit Kunstdünger im Sudan und gepanschter Alkohol in Griechenland und Großbritannien.

„Den Tätern winken satte Gewinne“, sagte der Chef des Bundesamtes für Verbraucherschutz, Helmut Tschiersky, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Um gegenzusteuern, müssten in Deutschland anonyme Hinweisgeber besser geschützt werden - etwa vor dem Rauswurf, wenn sie Betrug in ihrer Firma aufdecken.

Für Käufer gibt es indes kaum Anhaltspunkte, den Betrug zu bemerken. Tschiersky rät zu Aufmerksamkeit: „Wenn eine Flasche hochwertiges Olivenöl etwa nur drei Euro kosten soll, stimmt wahrscheinlich etwas nicht.“

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  • dpa
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