Germanwings-Absturz Wucht des Aufpralls könnte Flugschreiber zerstört haben

Nach einer Pause in der Nacht geht die Arbeit der Bergungskräfte am Unglücksort des Airbus-Absturzes weiter. Neue Erkenntnisse könnte der zweite Flugschreiber bringen – doch mit dem gibt es ein Problem.
Update: 30.03.2015 - 07:44 Uhr 14 Kommentare
Ein Rettungshubschrauber am Samstag nahe dem Unglücksort. Quelle: dpa
Helfer bergen die Opfer

Ein Rettungshubschrauber am Samstag nahe dem Unglücksort.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSechs Tage nach dem Absturz eines Germanwings-Flugzeugs in Frankreich rätseln Hinterbliebene und Öffentlichkeit weiter über die Hintergründe. Die Ermittler machten den Co-Piloten für die Katastrophe mit 150 Toten verantwortlich.

Doch weder über mögliche Motive des 27-Jährigen noch über die Art seiner akuten Erkrankung wollten sich die Behörden bis zum Sonntag äußern. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hatte am Freitag lediglich erklärt, man habe in der Wohnung des Mannes „zerrissene, aktuelle und auch den Tattag umfassende Krankschreibungen“ gefunden. Der Stand der Dinge:

Probleme: Das Auffinden des zweiten Flugschreibers ist außerordentlich schwierig. „Es könnte sein, dass die Belastung hier zu groß war und er keine Signale sendet“, sagte Lufthansa-Manager Kay Kratky am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“. Die Maschine sei mit Tempo 800 und damit mit unvorstellbarer Wucht an dem Bergmassiv nordöstlich von Marseille zerschellt, sie sei pulverisiert worden. Der zweite Flugschreiber werde aber gebraucht, um sich ein genaues Bild vom Hergang zu machen.

Erkenntnisse: Nach bisherigen Ermittlungen soll der Co-Pilot den Airbus A320 am Dienstag auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf mutwillig in einen Sinkflug versetzt haben, als der Kapitän das Cockpit kurz verließ. Die französische Staatsanwaltschaft schloss aus den Aufzeichnungen des rasch gefundenen Sprachrekorders, dass der 27-Jährige den Piloten aus dem Cockpit aussperrte.

Minuten später zerschellte die Maschine an einem Bergmassiv nordöstlich von Marseille. Genauere Erkenntnisse über das Geschehen im Flugzeug vor dem Absturz erhoffen sich die Experten vor allem vom zweiten Flugschreiber, der immer noch am Absturzort gesucht wird.

Technischer Defekt? Französische Ermittler untersuchen auch die Möglichkeit eines technischen Defekts der Germanwings-Maschine. „Derzeit kann die Hypothese eines technischen Fehlers nicht ausgeschlossen werden“, sagte der Chef der in Düsseldorf eingesetzten französischen Ermittler, Jean-Pierre Michel, am Samstag dem Sender BFMTV. Die Ermittlungen gingen voran, es fehlten aber noch „technische Details“.

Opfer: In dem schwer zugänglichen Gebiet sichern Bergungskräfte die sterblichen Überreste der 150 Opfer des Absturzes. Mediziner arbeiten an der Identifizierung derer, die schon ins Tal gebracht wurden. Nach einer nächtlichen Unterbrechung soll die Suche nach Opfern und dem Flugdatenschreiber am Morgen fortgesetzt werden. Gleichzeitig wird ein Weg ins Absturzgebiet in der Nähe des Örtchens Seyne-les-Alpes geschaffen. Der Zugang könnte Montagabend fertig sein und soll vor allem ermöglichen, schwereres Bergungsgerät in die Region zu bringen. Bisher werden Ermittler und Bergungskräfte tagsüber mit Hubschraubern in das unwegige Gebiet gebracht. Die Bergung der Toten hat absoluten Vorrang, sagte Staatsanwalt Brice Robin der Deutschen Presse-Agentur.

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14 Kommentare zu "Germanwings-Absturz: Wucht des Aufpralls könnte Flugschreiber zerstört haben"

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  • Befremdend: Nach meiner Kenntnis wird nicht berichtet, ob und was der vom Luftwaffenstützpunkt in Orange mit einer Mirage aufgestiegene französische Militärpilot im Airbus-Cockpit gesehen hat. Nicht ein einiges Wort, wie seine Mission überhaupt ablief. Warum nicht? Das ist doch merkwürdig. Zeugen vor Ort wollen zur mutmaßlichen Zeit des Absturzes von 4U 9525 sogar drei französische Mirage- und Rafale-Kampfjets beobachtet haben, welche zur selben Zeit die Region überflogen. In http://alles-schallundrauch.blogspot.de wird der Bürgermeister der nahen Gemeinde Meolans Revel, Thierry Brown zitiert. Er soll zur AFP-Reporterin Isabelle Malsang gesagt haben: „Das einzige, das uns auffiel, war der Überflug von drei Mirage-Kampfjets, die zum mutmaßlichen Zeitpunkt des Absturzes mindestens dreimal vorbei flogen." Der Bürgermeister habe dann ergänzt: "Wir sind es gewohnt, täglich einen zu sehen, aber nie so viele gleichzeitig".
    Gibt es da etwas oder gar viel zu verheimlichen? Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um dem einen oder andern Akteur einiges zuzutrauen und Alles in Allem einen Skandal zu vermuten. Vorläufig glaube ich kein Wort! Vor allem dann nicht, wenn sich in Frankreich die Verantwortlichen weigern sollten, die Aufnahmen des Voice-Recorders ungekürzt zu veröffentlichen und den Flugschreiber weiterhin als „nicht auffindbar“ melden.

  • @Vittorio
    Wenn man sich den ältesten Clip der Aufnahme des angeblichen Voicerecorders auf YouTube raussucht, so wird man sehen, daß der Einsteller gar nicht behauptet, daß es eine authentische Aufnahme sei, sondern er fragt das Publikum... Diese Aufnahme hat dann als Faktum die Runde gemacht. Stille Post...
    Ist aber nett gemacht.
    Ein Fachmann wie Haisenko wird dazu ja hoffentlich noch Stellung nehmen.
    Man sieht, man darf nicht alles glauben, was via Netz lanciert wird. Besser Fragen stellen und nichts glauben, keine Gier nach Sensationen und strikt der Logik vertrauen.

  • >> Luftfahrtexperte Ralf Benkö >>

    n-TV hat sich einen Reiseexperten von RTL, Ralf Benkö, zurechtgelegt als " Luftfahrtexperten" und verarscht weiterhin die Menschheit mit Märchen.

    Dieser Experte verbreitet den Unsinn, dass eine Blackbox nur " Unter Wasser" funken würde und bei einer Geschwindigkeit des Flugzeuges ab 500 Km/h zerbrechen würde.

    n-TV ist mittlerweile der Nachplapper-Sender der BILD-Zeitung !

    Der Name n-TV sollte bei diesem Sender zu Lüge-TV umbenannt werden !

  • Die zunehmend skeptischen Kommentare zu dem „vorprogrammiert“ wirkenden Wust von Meinungen und Behauptungen eines Teils der Mainstream-Presse greifen auf, was unzählige kritische Bürger seit Tagen umtreibt. In der Tat sollten die so „verdächtig eindeutigen und einseitigen“ Schuldzuweisungen in Richtung Co-Pilot zu einem doch sehr frühen Zeitpunkt mehr als misstraurig machen.
    Ich halte es für unangemessen, bereits jetzt und vorbehaltlos als einzig mögliche Ursache für das schreckliche Geschehen den Selbstmord des Co-Piloten als gegeben vorauszusetzen. Da sind auch - hier und heute vollkommen unbewiesene - Aussagen angeblicher oder tatsächlicher "Bekannter" gegenüber der Presse unbehelflich. Sportfreunde des Co-Piloten beschreiben ihn und sein Verhalten z. B. ganz anders als seine mutmaßliche Ex-Freundin. Zur Zurückhaltung mahnen auch Hinweise von kürzlich im Bayerischen Rundfunk zu Wort gekommenen französischen Flug-Experten. Die gaben ganz allgemein zu bedenken, dass Airlines und Flugzeughersteller naheliegend ein immenses Interesse daran haben, dass ein Flugzeugunglück menschlichem Versagen, also einem der Piloten zugewiesen werden kann. Dagegen mutet die schnelle Bewertung des französischen Staatsanwaltes und seine aufgebrachte Reaktion auf die Frage nach der Religion des Co-Piloten schon eigenartig an. Also, ein jeder sollte sich noch gedulden. Noch gilt, wie es in Teilen Bayerns heißt: "Nichts genaues weiß man nicht".
    Allerdings sind auch in meinen Augen mögliche Abläufe, wie sie in der Presse und Foren (von interessierter Seite lanciert…?) als krude Verschwörungstheorien verunglimpft werden, keineswegs ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil! Manchen Akteuren darf durchaus eine Menge Unappetitliches zugetraut werden und das nicht erst seit dem 24. März 2015. Ich erinnere nur an den Umgang von Airbus mit dem Unfall in Mulhouse 1988, bei dem angeblich ein Vertuschungsversuch erst vor Gericht enttarnt wurde.

  • Wen die Sache mit Nervengas in der Kabinenluft interessiert:
    BR: Gift im Flugzeug? Piloten schlagen Alarm
    www.youtube.com/watch?v=zVQ1o3wqZjE

    Monitor: Ahnungslose Flugpassagiere: Nervengift in der Kabinenluft?
    www.youtube.com/watch?v=YYmZKvG_6ds

    ARD: Schwerer Zwischenfall bei Germanwings-Flug
    www.youtube.com/watch?v=gSTxbnZ4AY8

  • @ Herr Peter Aue

    >> Interessant, was Sie da schreiben. >>

    Anbei noch paar Links mehr, falls Interesse besteht :

    Über die NATO-Manöver-Tewchnologie

    http://www.airforce-technology.com/projects/high-energy-liquid-laser-programme/

    Über im Netz kursierten Audio-Datei ( einfach auf Play-Zeichen klicken beim Video )

    http://cont.ws/post/80096/

    Aufnahmen der Region mit Fluglandeplatz :

    https://www.youtube.com/watch?v=4ybzxdyA9Pg

    Zweifelhafte Äusserungen :

    http://de.euronews.com/2015/03/24/ratselhafte-auaeerung-von-lufthansa-vizeprasidentin-zu-unglucksflug-4u9525/

    Haisenko über den Absturz

    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=_PNFsDPKSz0

    Viel Spass beim Lesen.

  • Es wird behauptet, die A320 wäre "ein aussergewöhnlich sicheres Flugzeug", aber tatsächlich hat die Familie der A319/320 schon 60 Abstürze erlebt. Wann war der letzte Absturz? Nicht lange her, schon vergessen? Am 28. Dezember 2014 ist der Airbus A320 der AirAisia Flug 8501 von Juanda in Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java zum Flughafen Singapur unterwegs, als dieser plötzlich aus ungeklärten Gründen in der Karimata-Strasse ins Meer stürzte. 162 Menschen kamen ums Leben.

    Die Maschine erreichte auch die Reiseflughöhe von ca. 11'000 Meter, wie die Germanwings, um dann plötzlich im Steilflug nach unten abzustürzen, wie die Germanwings. Niemand weiss warum. Ach so, auch in diesem Fall war wohl ein Kamikaze-Pilot unterwegs in den Tod, oder was? In letzter Zeit kommt bei jeden Absturz, wenn diesen nicht erklärt werden kann, der Selbstmord der Piloten ins Spiel. Ist bei Malaysia Airlines MH370 auch der Fall. Warum? Liegt es am Schadenersatz, oder will man ein gravierendes technisches Problem vertuschen?

  • Wieso wird von Vorsatz gesprochen, der Co-Pilot hätte den Sinkflug bewusst eingeleitet, wenn erst im vergangenen November ein Airbus A321 auf der Stecke von Bilbao nach München von sich aus in einen unkontrollierten Sinkflug gegangen ist und die Piloten nur in letzter Minute, durch Abschalten des Bord-Computers, etwas dagegen tun konnten? Das bedeutet, wenn auch zufällig der Kapitän nicht im Cockpit gewesen wäre, der die geistesgegenwärtige Entscheidung traf, den Computer auszuschalten, dann wäre es zum gleichen Absturz wie im aktuellen Fall gekommen.

  • Und was sagen sie zur Axt, mit welcher der ausgesperrte Pilot angeblich die Tür aufbrechen wollte, obwohl die Axt selbstverstädnlich nicht auf der PAssierseite, sondern im Cockpit ist?
    Na ja, vielleicht hat er sie ja vorausschauenderweise auf's Klo mitgenommen?

  • @Vittorio
    Interessant, was Sie da schreiben. Die dailymail soll in einem ersten Kommentar von Zeugenaussagen zu Abfangjägern in Näher der Absturzstelle berichtet haben, und diese Zeilen sollen bald darauf entfernt worden sein:
    http://82.221.129.208/ (runterscrollen für die screenshots des dailymail-Artikels)

    Die Lügenmedien sollten sich entscheiden, wo die zweite Blackbox jetzt ist:
    "Investigators have so far been unable to retrieve data from one black box, and the other was badly damaged and its memory card was missing," reports the New York Times.
    Sapperlot! Speicherkarten die sich in Nichts auflösen, Blackboxen die gefunden wurden und dann weiter gesucht werden müssen. Die Flugsicherheitstechnik ist auch nicht mehr, was sie mal war.

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