Großeinsatz in Münster Kleintransporter fährt in Menschenmenge – Tote und Verletzte

In Münster fährt ein Transporter in eine Menschengruppe und tötet zwei Menschen. Der Fahrer erschießt sich selbst. Bei dem Täter soll es sich um einen psychisch labilen Deutschen handeln.
Update: 08.04.2018 - 02:06 Uhr Kommentieren
Nach dem Zwischenfall ist noch unklar, was den Mann zu der blutigen Tat getrieben hat. Quelle: AP
Münster

Nach dem Zwischenfall ist noch unklar, was den Mann zu der blutigen Tat getrieben hat.

(Foto: AP)

MünsterEin Frühlingssamstag in Münster: In den historischen Gassen der Altstadt sitzen die Menschen am Nachmittag draußen in der Sonne - es ist einer der ersten warmen Tage. Doch ein furchtbarer Zwischenfall erschüttert die Idylle in der nordrhein-westfälischen Stadt: Ein Kleintransporter rast vor einer Gaststätte in eine Menschengruppe. Es gibt Tote und Verletzte. Drei Menschen sterben laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) - unter ihnen ist auch der mutmaßliche Täter.

Sechs der rund 20 Verletzten seien schwer verwundet, einige befänden sich noch in Lebensgefahr, heißt es aus Sicherheitskreisen. Der mutmaßliche Täter erschießt sich nach Polizeiangaben in dem Wagen.

Bei dem Amokfahrer handelt es sich nach ersten Ermittlungen um einen 48 Jahre alten Deutschen. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei vorerst aus. Nach dpa-Informationen handelte es sich möglicherweise um einen psychisch labilen Einzeltäter.

Der Mann sei nach ersten Erkenntnissen ein deutscher Staatsbürger, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Samstagabend in Münster. „Es spricht im Moment nichts dafür, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt.“ Die Wohnung des Täters wurde nach Sprengstoff durchsucht. „Der Hintergrund ist unklar“, sagte ein Polizeisprecher zum Tatmotiv und fügte hinzu, es werde nicht nach weiteren Verdächtigen gesucht. Die Gefahr sei gebannt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte zu den Geschehnissen, sie sei zutiefst erschüttert. „Es wird jetzt alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan. Allen Einsatzkräften vor Ort gilt mein Dank.“ Bundesinnenminister Horst Seehofer sprach von einem „schrecklichen Vorfall“. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen.

Der Kleinbus sei in eine Gruppe von Menschen gefahren, die vor dem auch bei Touristen sehr beliebten Restaurant „Großer Kiepenkerl“ an Tischen saßen, erklärte die Polizei. Mehrere hundert Polizisten und alle verfügbaren Sanitäter seien im Einsatz. Die Polizeipräsenz war bereits vor dem Zwischenfall hoch, da ursprünglich eine Kurden-Demonstration für den Samstag angemeldet war.

Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen in der Innenstadt von Münster. Quelle: dpa
Mutmaßlicher Anschlag

Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen in der Innenstadt von Münster.

(Foto: dpa)

Am ersten wirklich warmen Frühlingstag waren sehr viele Menschen aus der gesamten Region in der Altstadt von Münster unterwegs. Später riegelte die Polizei das Stadtzentrum ab. Über der Innenstadt kreisen Hubschrauber. Via Twitter bittet die Polizei das Gebiet zu meiden. Zudem ruft sie in mehreren Tweets dazu auf, Spekulationen zu unterlassen.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sprach von einem traurigen und schrecklichen Tag. Seine Gedanken und Gebete seien bei den Angehörigen der Toten und Schwerverletzten in Münster, erklärte er. Er danke den Rettungskräften und der Polizei für ihren Einsatz. Die Polizei unternehme alles zur Aufklärung der schrecklichen Tat. Bundesjustizministerin Katarina Barley dankte den Rettungskräften vor Ort. „Müssen alles tun, um Hintergründe der Tat aufzuklären“, twitterte sie.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigt sich erschüttert über den mutmaßlichen Anschlag im nordrhein-westfälischen Münster. „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer dieser menschenverachtenden Attacke. Wir hoffen mit den Schwerverletzten und Verletzten und wünschen ihnen eine schnelle und vollständige Genesung“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Samstagnachmittag in Kiel.

Auch US-Präsident Donald Trump hat die Attacke in Münster verurteilt. Die deutschen Behörden hätten zwar noch kein Motiv für die „feige Attacke auf unschuldige Menschen“ bekanntgegeben, dennoch verurteilten die Vereinigten Staaten die Tat, hieß es am Samstag in einer Stellungnahme aus dem Pressebüro des Weißen Hauses. Trump sei über das Geschehen informiert worden. Die US-Regierung biete Deutschland ihre Hilfe an.

Der Vorfall in Münster ereignete sich exakt ein Jahr nach den Lastwagen-Anschlag in der Innenstadt von Stockholm, bei dem fünf Menschen getötet wurden. Beim Anschlag mit einem Lastwagen auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche kamen am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen ums Leben.

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