Hallervorden gegen Hoeneß „Extrawurst für Würstchenfabrikanten?“

Uli Hoeneß ist sieben Monate nach Haftantritt Freigänger, ins Gefängnis muss er nur noch zum Schlafen. Erfreut darüber ist aber längst nicht jeder – so machte etwa Dieter Hallervorden seinem Ärger auf Facebook Luft.
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Hält das Strafmaß für Uli Hoeneß offensichtlich für zu gering: Dieter Hallervorden. Quelle: dpa

Hält das Strafmaß für Uli Hoeneß offensichtlich für zu gering: Dieter Hallervorden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDieter Hallervorden hat den Freigang für Uli Hoeneß harsch kritisiert. „28,5 Millionen Steuern hinterziehen und nach lediglich sieben Monaten 'Adressenwechsel' nur nicht zuhause schlafen dürfen – so günstig hat Herr Hoeneß noch nie gedealt“, polterte der 79-Jährige Komiker im sozialen Netzwerk Facebook. „Tja: Alle Menschen sind gleich, aber manche sind eben gleicher“, so Hallervorden weiter.

Bis Montagmittag klickten unter Hallervordens Statusmeldung fast 80.000 Menschen auf „Gefällt mir“. Für seine Äußerungen erntete Hallervorden jedoch auch Kritik, einige Nutzer warfen ihm „Hetze“ vor. Daraufhin meldete sich der Kabarettist bei Facebook erneut zu Wort.

„Die Höhe der Strafe spiegelt immer die Schwere des Vergehens wider. Im Fall Hoeneß ist die Ausgewogenheit des verfügten Strafmaßes für mich jedoch nicht zu erkennen“, schrieb Hallervorden. Es dränge sich daher die satirische Frage auf: „Bekommt etwa ein prominenter Würstchenfabrikant von der Justiz die sprichwörtliche Extrawurst?“

Uli Hoeneß muss seit vergangenem Freitag nur noch die Nächte hinter Gittern verbringen. Sieben Monate nach seinem Haftantritt darf der Ex-Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München das Gefängnis wieder regelmäßig verlassen.

Dass Uli Hoeneß bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech die Aussetzung der Hälfte seiner Haftstrafe zur Bewährung für möglich hält. Entscheiden wird dies allerdings die Strafvollstreckungskammer beim zuständigen Landgericht. Bei einer Zustimmung wäre der einstige Fußball-Spitzenmanager im Frühjahr 2016 ein freier Mann.

An Weihnachten und Silvester hatte Hoeneß bereits zweimal Hafturlaub erhalten. Er durfte das Gefängnis in dieser Zeit auch zum Schlafen verlassen und verbrachte die Feiertage zusammen mit seiner Familie in seinem Haus in Bad Wiessee am Tegernsee.

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18 Kommentare zu "Hallervorden gegen Hoeneß: „Extrawurst für Würstchenfabrikanten?“"

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  • Kaum zu glauben. So was nennt sich ein Rechtsstaat. Mir geht es nicht um Herr yxz aber was sich da abspielt mit H ist eine Unverschaemtheit und Unglaublich was sich da in Deutschland abspielt. Eigentlich ein Verbrechen an der Gerechtigkeit der Justiz.

  • Eigentlich warte ich nur darauf, dass irgend jemand den Begriff "hoeneß-feindlich" ins Spiel bringt. Denn das ist das Zauberwort auch bei anderen Meinungen einen gewissen Totschlageffekt zu erreichen!!

  • Glauben Sie wirklich was sie da schreiben? Oder haben sie keinerlei Kenntnis der Fakten? H´s Selbstanzeige beinhaltete eine Steuerhinterziehung von 5-6Mio. letztendlich einigte man sich auf annähernd 30 Mio.; also Faktor 6. Der Case wurde geschlossen, sonst wäre der Hinterziehungsbetrag wohl noch höher geworden. Die von ihnen genannten anderen Hinterzieher haben im Vergleich zu H Peanuts hinterzogen.Eine Kassierin die einen gefundenen Pfandschein für € 1,50 einlöst wird fristlos gefeuert und bekommt eine Geldstrafe. Also bleiben sie auf dem Boden. H wurde und wird mit Samthandschuhen angefasst, unverdientermassen.

  • Die Beträge, die Hoeneß an Steuern hinterzogen hat, sind im Vergleich zu den Steuerverschwendungen durch die Politikgangster im Deutschen Bundestag, zum Beispiel in Form von Rettungsfonds für diverse Bankster oder hoch verschuldete Länder, nur "Peanuts"!

    Mit dem Fall Hoeneß wurde ein Exempel statuiert, um uns Steuersklaven zu zeigen, dass Steuerhinterziehung ein schwerer Straftatbestand ist.

    Es wird wie immer in ähnlichen Fällen von Seiten der Politikgangster und ihrer gleichgeschalteten Systemmedien polarisiert.

    Niemals zuvor wurde uns so viel Geld durch die Staatsmafia abgenommen als heute!

    Die Steuerabgaben sind auf Rekord.
    Trotzdem denken die Politikgangster ( Komplizen der internationalen Bankster ) eifrig darüber nach, uns noch mehr auszuquetschen.

    Wo gehen die ganzen Steuern hin?

    Der zweitgrößte Ausgabenposten im Bundeshaushalt ist Zinszahlungen!!!

    Wer kassiert die ganzen Zinsen bzw. unsere Steuern?

    Bankster und Versicherungen!

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!
    ( Die Versicherungs AGs gehören auch den inter. Bankstern )

    Ist das Finanzamt in wirklichkeit nur ein Inkassobetrieb der int. Bankster?

    Sind im Grunde nicht alle Finanzminister nur Zinseintreiber für die internationalen Bankster, die die Menschheit mit ihrem Schuldgeldsystem verschuldet/versklavt haben?

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Bankstermedien nichts über das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der int. Bankster?

    Da sollte man sich mal die Frage stellen, wem gehören eigentlich die Medien?

    Wie lange lassen wir und das noch gefallen?

  • Hier kommt wieder einmal ein altes Sprichwort zur Geltung: Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Und in Abwandlung: Außer man hat genügend Kleingeld und gute Anwälte.

  • Wer bitte sehr wundert sich denn da.

    Gerade ein Satiriker sollte doch wissen, daß unsere politischen Vorbilder ohnehin nicht mehr einzuholen sind.
    Weder von Sportlern, Fußballern gar und dann auch noch aus München.

  • Was mich lediglich an der Sache störte war, dass da so schnell der Deckel drauf war. Der ein oder andere »Schwarze €« wird wohl auch den teuren Bayernstars zugeflossen sein. Aber wenn er in Zukunft der Jugendarbeit des FCB zur Verfügung steht hat das ja auch was Gutes, als leuchtendes Beispiel und als veritables Vorbild. Es sand scho Sauhund, die Bayern;–)

  • Es ist immer wieder erstaunlich, wenn Kommentatoren sich zu Themen äußern, obwohl ihnen jegliche Sachkenntnis fehlt. Die hier angewandte Praxis der Justiz bzw. JVA ist absolut gängig bei derart gelagerten Fällen.
    Herr H. ist Ersttäter. Er ist, wie bereits von Tom Schmidt dargelegt, "Opfer" einer verunglückten Selbstanzeige seiner Berater. Außerdem hat er durch seinen Promi-Status einen hohen Lästigkeitsfaktor für die Anstaltsleitung, wie sich z. B. in dem Erpressungsversuch offenbarte.
    Und ganz wichtig, ein Steuerhinterzieher ist kein Kinderschänder, Massenmörder, Vergewaltiger oder sonstiger Gewalttäter. Er ist auch kein Betrüger, der alte Omas ausnimmt, sondern jemand, der sich gegen die Gier und Verschwendungssucht des Staates wehrt. Dies ist übrigens auch schon rechtssoziologisch untersucht worden.
    Es wäre daher sinnvoll, die Kirche im Dorf zu lassen und die absolut üblichen Abläufe nicht überzubewerten.

    Dass Herr Hallervorden sich mal wieder ins Gespräch bringen will, ist ja verständlich. Seine Äußerungen zeigen jedoch, dass sein Wissen absolut von keiner Sachkenntnis getrübt ist.

  • Ich glaube nicht, dass es prinzipiell einen Prominentenbonus gibt.
    Hier muss politisch massiv eingegriffen worden sein.
    Kein Gericht wird in so kurzer Verhandlungsdauer einen so umfangreichen Komplex abschliessen, vor allem wenn noch neue Fakten zu beachten sind.
    Ich war lange Schöffe, auch in Wirtschaftsstrafverfahren, so etwas ist für mich ein Polit/Jusizskandal.
    Ein mindest ebenso großer Skandal ist das Verhalten unserer angeblich freien Presse.
    Hier hätte ich intensive Recherche erwartet und es gibt viel zu recherchieren, allein die Frage woher das Geld kommt, was dadurch gewaschen wurde etc. wäre aufzuklären.
    Aber wer will das schon.

  • ZITAT: "Dass Uli Hoeneß bereits jetzt Freigänger wurde, deutet darauf hin, dass die Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech die Aussetzung der Hälfte seiner Haftstrafe zur Bewährung für möglich hält. Entscheiden wird dies allerdings die Strafvollstreckungskammer beim zuständigen Landgericht."

    Die bayerische Justiz ist ein ganz übler und korrupter Komödienstadel. Wenn das alles nicht so entsetzlich wäre, könnte man drüber lachen.

    Aber war es nicht die gleiche JVA Landsberg, wo der Mann namens Adolf Hitler für eine geraume Zeit einsaß, sein rassistisches Pamphlet "Mein Kampf" schrieb und von Frau Wagner regelmäßigen Besuch erhielt ?

    Bei dieser bayerischen Justiz, die offenbar auf dem "rechten Auge" blind ist, darf man wohl nichts Anderes erwarten, als dass Uli Hoeneß zum Freigänger wird.

    Die Kleinen lässt man hängen, die Großen lässt man laufen ...

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