Havanna Kubas Verkehrsminister bestätigt 110 Tote bei Flugzeugabsturz

Drei Frauen überleben schwer verletzt, ihr Zustand ist noch kritisch. Unter den Opfern sind auch 20 Mitglieder einer freievangelischen Kirche.
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Eine fast 40 Jahre alte Boeing 737 stürzte kurz nach dem Start in Havanna ab und ging in Flammen auf. Quelle: Reuters
Trauernde Angehörige in Kuba

Eine fast 40 Jahre alte Boeing 737 stürzte kurz nach dem Start in Havanna ab und ging in Flammen auf.

(Foto: Reuters)

Havanna Einen Tag nach dem schwersten kubanischen Flugzeugunglück seit fast 30 Jahren hat das Verkehrsministerium in Havanna am Samstag die Zahl der Toten bekanntgegeben: Minister Adel Yzquierdo Rodriguez teilte mit, von den 113 Insassen in der von der staatlichen Fluggesellschaft Cubana gecharterten Boeing 737 seien 110 ums Leben gekommen. Zunächst hatte er auf einer Pressekonferenz von 113 Toten gesprochen, korrigierte das aber kurz darauf.

Drei bei dem Unglück schwer verletzte kubanische Frauen rangen am Samstag um ihr Leben. Ihr Zustand wurde als kritisch bezeichnet. Ermittler des Flugzeugabsturzes haben am Samstag einen der Flugschreiber der der Boeing 737 gefunden. Die Blackbox sei in einem guten Zustand, sagte Yzquierdo. Experten arbeiteten intensiv an der Absturzstelle, um auch den zweiten Flugschreiber zu finden.

Staatliche Medien machten am Freitag noch keine Angaben über die Zahl der Toten. Präsident Miguel Diaz-Canel sagte: „Die Dinge sind organisiert, das Feuer gelöscht und die sterblichen Überreste identifiziert worden.“

Unter den Opfern waren nach Angaben des Verkehrsministers fünf Kinder. Die freievangelische Kirche des Nazareners teilt mit, 20 ihrer Mitglieder, zehn Pfarrer und deren Frauen, seien bei dem Absturz ums Leben gekommen. Yzquierdo sagte, in dem Flugzeug seien 102 Kubaner, drei Touristen, zwei ausländische Einwohner und sechs mexikanische Besatzungsmitglieder gewesen.

Es war das dritte schwere Flugzeugunglück in Kuba seit 2010. Die staatliche Fluggesellschaft Cubana hat eigentlich eine gute Sicherheitsbilanz, ist aber für Verspätungen und Flugabsagen bekannt. Die sind auch eine Folge von Wartungsproblemen in den vergangenen Monaten, die sie dazu gezwungen hat, Flugzeuge zu chartern. Cubana macht dafür einen Mangel an Flugzeugen wegen des Handelsembargos der USA verantwortlich.

Die gecharteter Boeing 737-201 gehörte der Fluggesellschaft Aerolineas Damojh, die auch den Namen Global Air benutzt. Sie war 1979 gebaut worden. Das argentinische Außenministerium teilte mit, zwei Argentinier seien bei dem Absturz ums Leben gekommen.

Die Boeing war am Freitagmittag (Ortszeit) unweit einer Startbahn des Flughafens José Marti in ein Feld gestürzt. Im November 2010 machte ein Flugzeug der Global Air im mexikanischen Puerto Vallarta eine Notlandung, bei der das Fahrwerk nicht ausgefahren werden konnte. Dabei wurde niemand verletzt. Das Flugzeug war seit 1975 im Einsatz.

Im vergangenen Jahr stürzte ein kubanisches Militärflugzeug im Westen des Landes ab, acht Soldaten kamen ums Leben. 2010 stürzte auf dem Flug von Santiago nach Havanna ein Air-Caribbean-Flugzeug ab, alle 68 Menschen an Bord kamen ums Leben. Der letzte tödliche Absturz mit einem zivilen kubanischen Flugzeug liegt fast 30 Jahre zurück. 1989 verunglückte kurz nach dem Start in Havanna ein Flug nach Mailand; alle 126 Insassen und mindestens zwei Dutzend Menschen am Boden kamen ums Leben.

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  • ap
  • dpa
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