Havarierte Adriafähre Experten betreten und untersuchen „Norman Atlantic“

Vor fast einer Woche brach auf der Adriafähre „Norman Atlantic“ ein Feuer aus. Experten und Ermittler machen sich nun an die Arbeit das Schiff zu untersuchen. Bis ins Schiffsinnere können sie allerdings noch nicht.
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Italienische Feuerwehrleute und Ermittler betreten die Norman Atlantic, doch kleinere Feuer und große Hitze behindern die Untersuchungen. Quelle: AFP

Italienische Feuerwehrleute und Ermittler betreten die Norman Atlantic, doch kleinere Feuer und große Hitze behindern die Untersuchungen.

(Foto: AFP)

BrindisiFast eine Woche nach dem Brand auf der Adriafähre „Norman Atlantic“ haben Ermittler und Experten das Wrack näher untersucht. Hitze und kleinere Feuer machten es am Samstag jedoch zunächst unmöglich, ins Autodeck des Schiffes vorzudringen. „In der Garage des Schiffs ist die Temperatur noch immer sehr hoch“, sagte Kommandant Mario Valente von der Hafenkapitanerie Brindisi laut Nachrichtenagentur Ansa. Die Suche nach möglichen Vermissten im Innern des Schiffs blieb damit zunächst erneut ergebnislos.

Auch einige Einsatzkräfte der Feuerwehr gingen auf das Schiff, um die Sicherheitsbedingungen für mögliche weitere Untersuchungen und Sucheinsätze zu bewerten. Die Ermittler fürchten, im Innern des Schiffs weitere Leichen zu finden. Der Frachtraum blieb zunächst aber unzugänglich. „Im Innern des Schiffs gibt es Räume, die durch die Flammen komplett zerstört wurden“, erklärte Valente.

Auch in der Nacht wurden neue Brandherde auf der „Norman Atlantic“ gemeldet, aus dem Schiff drang noch immer Rauch. Neben der Suche nach Vermissten hat die Ermittlung der Unglücksursache für die Experten oberste Priorität. Antworten erhoffen sie sich auch vom Fahrtenschreiber der Fähre, der am Freitag geborgen wurde.

„Norman Atlantic“ erreicht den Hafen von Brindisi
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Die ausgebrannte griechische Fähre „Norman Atlantic“ ist am Freitag in den italienischen Hafen Brindisi geschleppt worden. Die mühsame Bergung des havarierten Schiffs über die stürmische Adria hatte am Donnerstagnachmittag begonnen und 17 Stunden gedauert.

huGO-BildID: 40965784 A photo taken on January 2, 2015 shows the Italian-owned Norman Atlantic ferry off the coast of the port of Brindisi. Bari pros
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Ein Schlepper zog das Schiff Richtung der italienischen Hafenstadt Brindisi. Am Sonntag war auf der Fähre, die auf dem Weg von Griechenland nach Italien war, ein Brand ausgebrochen – es folgte eine dramatische Rettungsaktion, die über mehrere Tage dauerte.

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Zuvor trieb das Wrack tagelang vor der albanischen Küste und konnte wegen schlechten Wetters lange Zeit nicht abgeschleppt werden. Bisher wurden elf Tote gezählt.

Norman Atlantic ferry in Brindisi natural habour
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Die Suche nach Opfern im Meer rund um das Schiff sei fortgesetzt worden, als die Fähre fürs Abschleppen gesichert worden sei.

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In Brindisi soll das verunglückte Schiff noch einmal nach Leichen und nach der Ursache der Feuerkatastrophe abgesucht werden, die mehrere Menschen das Leben gekostet hat.

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Die Hafenbehörden in Brindisi berieten am Freitagmorgen, wo die Fähre genau vertäut werden soll, wie der Besitzer des Schleppers, Guiseppe Barretta, der Nachrichtenagentur AP sagte. Es herrschte große Verwirrung, wie viele Menschen mitgefahren und ob Flüchtlinge als blinde Passagiere im Schiff gewesen seien.

The car ferry Norman Atlantic is seen hauled by tug boats on its way to Brindisi harbour, after a fire in waters off Greece
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Nach jüngsten Angaben der italienischen Küstenwache liegt die Zahl der Geretteten bei 477. Diese Zahl addiert mit der Zahl der elf Opfer ergibt, dass mindestens 488 Menschen an Bord waren. Die griechischen Behörden hatten von 474 Menschen auf der Fähre gesprochen. Noch am Dienstag hatte die Küstenwache nur 427 Gerettete gezählt.

Auf der Adriafähre war am vergangenen Sonntag auf der Reise von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien ein Feuer ausgebrochen. Insgesamt kamen in der Folge mindestens 13 Menschen ums Leben. Auch eine Frau aus Deutschland ist unter den Opfern. Insgesamt 17 Deutsche wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes gerettet. Schlepper hatten das Wrack am Freitag in die süditalienische Stadt Brindisi gebracht.

Über die genaue Zahl der Vermissten nach dem Unglück herrscht weiter Unklarheit. Mögliche blinde Passagiere und unstimmige Passagierlisten erschweren die Arbeit der Behörden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass nach dem Feuer noch maximal 10 bis 15 Menschen vermisst werden. Gerettet wurden nach Angaben aus Italien 477 Menschen.

  • dpa
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