Hochwasser auf dem Balkan Überschwemmungen gehen zurück

Es ist ein Ende der Überschwemmungskatastrophe auf dem Balkan in Sicht. Tausende Menschen verloren ihre Häuser. Das Ziel ist es nun, die betroffenen Gebiete mit Trinkwasser zu versorgen.
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Kein Strom, kein Haus – nur Wasser
State of emergency declared due to flooding in Serbia
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Ein Mann betrachtet eine geflutete Straße von seinem Dach aus in Pozega, 200km süd-westlich von Belgrad, Serbien: Ein Ende der Hochwasserkatastrophe auf dem Balkan ist nicht in Sicht. Bislang kamen mehr als 20 Menschen ums Leben. Weit über eine Million Einwohner der armen Länder in Südosteuropa sind von den Überschwemmungen betroffen. 95.000 Haushalte müssen ohne Strom auskommen. Die Schäden allein in Serbien werden auf eine Milliarde Euro geschätzt. In Bosnien-Herzegowina bestätigten die Behörden am Samstag wenigstens 16 Tote, in Serbien fünf.

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Männer evakuieren eine Familie aus Obrevonac: In dem serbischen Ort nahe Belgrad haben Helfer zwölf Leichen geborgen. Die Stadt liegt direkt an der Sava und ist mit am Schlimmsten von der Flut betroffen.

State of emergency declared due to flooding in Serbia
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Die Einwohner von Obrenovac mussten in eine Turnhalle umziehen, denn 90 Prozent der Stadt wurden überflutet. Deutschland hat Serbien und auch Bosnien-Herzegowina Unterstützung angeboten. Experten des Technischen Hilfswerks (THW) seien bereits in Serbien eingetroffen, weitere Hilfsmaßnahmen würden koordiniert. „Noch ist das ganze Ausmaß der Katastrophe nicht erkennbar“, erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Den Familien, die ihre Angehörigen infolge der Flut verloren haben, sprechen wir unser tiefes Mitgefühl aus.“

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Helfer arbeiten an einem Deich am Sava-Fluss in Belgrad, Serbien: In den Städten Sabac, Mitrovica und Kostolac sei die Hochwasserlage unter Kontrolle, teilten die Einsatzkräfte mit. Ein weitere Welle wurde bis zur Wochenmitte erwartet.

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Parkende Autos in Obrenovac, Serbien: Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic bestätigte die Verhaftung von Geschäftsleuten, die die Notlage der Menschen ausgenutzt und die Preise für Mineralwasser und Lebensmittel um ein Vielfaches angehoben hätten. Zeitungen in Serbien kritisierten, dass die Meteorologen nicht rechtzeitig vor den Unwettern gewarnt hätten.

Belgrad
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Die Flutwelle der Sava erreichte am Sonntagabend die Hauptstadt Belgrad: Freiwillige, die von der Regierung in Belgrad an die Brennpunkte geschickt worden waren, klagten über die schlechte Organisation ihres Einsatzes.

Doboj highway 150 km from Sarajevo closed to traffic due to lands
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Der ramponierte Doboj Highway ist bis auf Weiteres geschlossen: In Doboj, Bosnien-Herzegowina, stand das Wasser stellenweise noch bis zu vier Meter hoch. „Höchste Priorität hat jetzt das Auffinden der Toten“, sagte Bürgermeister Petrovic. Man müsse herausfinden, wie viele Menschen in den Fluten umkamen: „Es werden viele Tote sein.“ Einsatzkräfte brachten bis Sonntag 20 Opfer in die städtische Leichenhalle.

BelgradNach den tagelangen schweren Unwettern auf dem Balkan mit 48 Toten bereitet sich die Region nun auf die Aufräumarbeiten vor. Obwohl das Hochwasser an einigen Orten zurückgegangen ist, waren Einsatzkräfte in Bosnien, Serbien und Kroatien am Mittwoch weiterhin damit beschäftigt, eine Reihe angeschwollener Flüsse unter Kontrolle zu behalten. Auch der Katastrophenschutz blieb in Alarmbereitschaft, nachdem die Behörden mitgeteilt hatten, das Schlimmste sei überstanden.

Noch am Dienstag hatten Experten gewarnt, dass an einigen Orten mit einer neuen Flutwelle zu rechnen sei. Der Fokus richtet sich nun aber auf die Beseitigung der Schlammmassen sowie der Tierkadaver. Ziel ist es zudem, in den betroffenen Gebieten möglichst schnell wieder die Versorgung mit Trinkwasser sicherzustellen. Die Flutkatastrophe gilt als die schwerste in der Region seit Beginn der Aufzeichnungen.

  • dpa
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