Hurrikan „Irma“ Erste Todesopfer beim Sturm in der Karibik

Mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern zieht ein Tropensturm durch die Karibik in Richtung Florida. Ganze Inseln sind bereits verwüstet. Allein in Puerto Rico sind 30.000 Menschen ohne Wasser.
Update: 07.09.2017 - 04:06 Uhr Kommentieren

Rekordhurrikan Irma verwüstet die Karibik

San Juan Der extrem gefährliche Hurrikan „Irma“ zieht mit unverminderter Kraft durch die Karibik. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen sein.

Die Zahl der Toten durch den Rekord-Hurrikan stieg in der Nacht zum Donnerstag auf mindestens vier. Den Angaben verschiedener Behörden zufolge starben sie auf Barbuda, Barbados, St. Martin und Saint-Barthelemy. Der Wirbelsturm traf dabei auf seinem Weg durch die Ost-Karibik Barbuda nach ersten Angaben besonders hart. Örtlichen Medien zufolge erklärte der Ministerpräsident von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, auf der Insel seien 90 Prozent aller Häuser zerstört worden. Auf Barbuda leben etwa 1700 Menschen.

Der Hurrikan in der Nähe von Puerto Rico. Quelle: dpa
Tropensturm

Der Hurrikan in der Nähe von Puerto Rico.

(Foto: dpa)

Nachdem der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf über die französischen Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin hinweggefegt war, sprach Staatspräsident Emmanuel Macron am Mittwochabend in Paris von einer Bilanz, die „hart und grausam“ werde. Zuvor war der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde über die Kleinen Antillen im Südosten der Karibik hinweggezogen. Besonders heftig wurden die französischen Überseegebiete getroffen. In Saint-Martin wurde das Gebäude der Präfektur teilweise zerstört, wie das Innenministerium mitteilte. Die Präfektin und ihre Mitarbeiter seien in einen Schutzraum geflohen. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt und der Strom fiel aus.

In der Karibik und in Florida: Wappnen gegen Hurrikan Irma

„Die Schäden auf den beiden Inseln sind beträchtlich“, sagte Macron. Es gehe zunächst darum, Verletzte zu versorgen und Menschen Unterkunft und Verpflegung zu geben. Macron mahnte „nationale Solidarität“ an und kündigte finanzielle Mittel sowie einen Wiederaufbau-Plan an. Überseeministerin Annick Girardin wollte demnach noch am Abend nach Guadeloupe aufbrechen.

In Puerto Rico suchten 2800 Menschen Schutz in Notunterkünften, wie Gouverneur Ricardo Rosselló mitteilte. Es fiel starker Regen und und Bäume knickten um. Fast eine Million Menschen waren ohne Strom und 30.000 ohne Wasser.

Schwerster Sturm aller Zeiten in der Region

„Irma“ ist ein Hurrikan der höchsten Stufe fünf und einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Es sei mit hohen Wellen, Starkregen und heftigem Wind zu rechnen, teilte das Nationale Hurrikanzentrum der USA mit. Der Sturm bewegte sich mit 26 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Der Hurrikan zog am Mittwochabend zunächst nördlich von Puerto Rico weiter in Richtung Florida, wo er den Experten zufolge am Samstag erwartet wurde. Der US-Bundesstaat hat den Notstand ausgerufen und Evakuierungen angeordnet.

„Alle sollten zu Hause Schutz suchen oder die Notunterkünfte aufsuchen“, sagte Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló am Mittwoch. „Niemand hat einen Grund, auf der Straße zu sein, außer im Notfall oder wenn er auf dem Weg zu einer Herberge ist.“ Bereits vor der Ankunft von „Irma“ fiel starker Regen und Bäume knickten um. Rund 300.000 Menschen waren ohne Strom.

Ein Hilfsteam der Vereinten Nationen reiste bereits auf die Karibikinsel Barbados, weitere Teams stehen bereit, wie in New York UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an. Als immer wahrscheinlicher gilt zudem, dass „Irma“ auf den US-Staat Florida treffen könnte.

Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, sagte Gouverneur Rick Scott am Mittwoch dem Sender ABC. „Ich möchte, dass jeder versteht, um was es hier geht“, sagte Scott. Alle Einwohner sollte sich für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken. „Nehmt was ihr braucht, aber nehmt nicht mehr“, sagte Scott mit Hinweis auf mögliche Versorgungsengpässe.

"Irma" beeinträchtigt Flugreisen in die USA und die Karibik

Der gefährliche Hurrikan „Irma“ beeinträchtigt auch den Luftverkehr in die Karibik und USA. Die Lufthansa-Tochter Eurowings teilte am Mittwoch mit, aufgrund der Extremwetterlage werde in den kommenden Tagen der Betriebsablauf gestört.

Passagiere, die im Zeitraum 6. bis 11. September die Flugziele Havanna und Varadero in Kuba sowie Punta Cana und Puerto Plata in der Dominikanischen Republik sowie die US-Städte Miami oder Orlando gebucht haben, könnten kostenlos umbuchen - und zwar in den Zeitraum 12. September bis 12. Oktober. Kunden, die ihren Flug als Teil einer Pauschalreise gebucht haben, sollten sich an ihren Reiseveranstalter wenden.

Der Wetterexperte Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst sagte der Deutschen Presse-Agentur, bei einem Hurrikan der höchsten Stufe könne man im Grunde nicht mal mehr atmen, wenn man im Wind stehe. „Sie würden eh wegfliegen.“ Bei solchen Geschwindigkeiten fliege nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus weg. „Es ist desaströs.“

  • dpa
  • rtr
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