Italien Papst Franziskus besucht Erdbebenregion

Schwere Erdbeben legten vor fünf Jahren viele Orte in Italien in Trümmer. Papst Franziskus hat nun in Carpi eine beschädigte Kathedrale besucht, die erst vor einer Woche wiedereröffnet wurde.
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Franziskus war in Carpi, um der Erdbebentragödie in der Region Emilia Romagna vor fünf Jahren zu gedenken. Quelle: dpa
Der Papst

Franziskus war in Carpi, um der Erdbebentragödie in der Region Emilia Romagna vor fünf Jahren zu gedenken.

(Foto: dpa)

CarpiPapst Franziskus hat die vor fünf Jahren von zwei schweren Erdbeben erschütterte norditalienische Region Emilia-Romagna besucht. Dort wurde das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag von Zehntausenden Gläubigen begrüßt. 2012 waren bei den Erdbeben der Stärken 6,1 und 5,8 insgesamt 28 Menschen in Emilia-Romagna ums Leben gekommen. Der Wiederaufbau in der Gegend soll auch den Regionen Zentralitaliens Hoffnung machen, in denen es im vergangenen Jahr zu noch verheerenderen Erdstößen gekommen war.

Franziskus besuchte zunächst die durch Erdbeben beschädigte Kathedrale von Carpi, wo er einen Strauß weißer Blumen an einer Madonnenstatue niederlegte. Nach Jahren der Restaurierung war die Kirche erst am vergangenen Wochenende wiedereröffnet worden.

„Ich wollte nicht Papst werden“
„Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“
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Im März 2013 bei einer Audienz für Medienvertreter im Vatikan.

Quelle: afp

„Nein, ich wollte nicht Papst werden. Ein Mensch, der Papst werden will, liebt sich nicht selbst.“
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Im Juni 2013 bei einer Fragestunde mit Jesuitenschülern im Vatikan.

„Wenn jemand homosexuell ist und guten Willens nach Gott sucht, wer bin ich, darüber zu urteilen?“
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Im Juli 2013 auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro.

„Wir haben uns an das Leiden des anderen gewöhnt, es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht uns nichts an! (...) Die Globalisierung der Gleichgültigkeit hat uns die Fähigkeit zu weinen genommen!“
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In einer Predigt auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa im Juli 2013.

„Sexueller Missbrauch ist eine schreckliche Straftat, weil ein Geistlicher, der so etwas tut, Verrat begeht am Leib des Herrn. Das ist wie eine satanische Messe.“
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Bei der Heimriese von einem Nahost-Besuch am 26. Mai 2014

„Die Räume einer einschneidenden weiblichen Präsenz in der Kirche müssen weiter werden. Die Frauen stellen tiefe Fragen, denen wir uns stellen müssen. (...) Maria – eine Frau – ist wichtiger als die Bischöfe. (...) Der weibliche Genus ist nötig an den Stellen, wo Entscheidungen getroffen werden.“
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Interview für die jesuitische Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ im September 2013.

„Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird.“
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Rede im Europaparlament am 25. November 2014

„Es gibt diejenigen, die in den Trümmern des Lebens begraben bleiben“, sagte der Papst in seiner Predigt vor etwa 20.000 Menschen, die sich auf dem Platz vor der Kathedrale zu einer Freiluftmesse versammelt hatten. „Und es gibt diejenigen wie euch, die sich mit Gottes Hilfe aus den Trümmern erheben, um wiederaufzubauen.“

Weitere 50.000 Personen verfolgten die Messe auf großen Bildschirmen in der Stadt. Carpi hat etwa 70.000 Einwohner. Der Papst wollte bei seinem eintägigen Besuch Familien treffen, die durch Erdbeben Angehörige verloren. Zudem war ein Gespräch mit Priestern und Nonnen geplant.

Die Art und Weise, wie Emilia-Romagna nach den beiden Erdbeben 2012 den Wiederaufbau anging, wird oft als vorbildhaft angeführt. Unter anderem wurden Politiker, Unternehmer und Bischöfe zusammengebracht, um über gemeinsame Prioritäten zu entscheiden. Der Papst-Besuch sei als Zeichen der Dankbarkeit für den Wiederaufbau gedacht, sagte der Erzbischof von Carpi, Monsignore Francesco Cavina, dem Fernsehsender TV2000. Doch sei er auch „ein Zeichen der Hoffnung, dass der Wiederaubau für die Menschen Zentralitaliens möglich ist“.

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 waren am 24. August in den zentralitalienischen Regionen Umbrien, Abruzzen und Marken fast 300 Menschen getötet worden. Tausende Gebäude stürzten ein, darunter Kirchen, historische Bauwerken und Museen. Viele Stadtzentren wurden unbewohnbar gemacht. Im Oktober folgte dann eine Reihe weiterer Erdbeben, darunter eines der Stärke 6,6.

Dabei gab es aber keine weiteren Todesfälle. Behörden haben die Schäden der Erdbeben von 2016 in Zentralitalien auf mehr als 23,5 Milliarden Euro geschätzt. Im Vergleich dazu waren es bei den Erdstößen in Emilia-Romagna vor fünf Jahren 13,5 Milliarden Euro.

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